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Aus der Stadt Kein Schuldenerlass für „Bundesbäcker“ Gaues
Hannover Aus der Stadt Kein Schuldenerlass für „Bundesbäcker“ Gaues
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22:51 20.12.2011
Von Conrad von Meding
Seine Geduld mit „dem selbst ernannten Bundesbäcker“ Jochen Gaues (Foto) sei erschöpft, teilte sein Insolvenzverwalter Knut-Thomas Hofheinz mit. Quelle: Heusel
Hannover

Er kreidet dem in Finanznot geratenen Bäcker etliche Pflichtverletzungen und Verschleierungen seines Vermögens an. Deshalb werde Gaues die im Insolvenzverfahren angestrebte Restschuldbefreiung nicht erteilt. Der Beschluss sei rechtskräftig, das nächste Verfahren könne Gaues frühestens in zehn Jahren beantragen. Gaues selbst wollte den Vorgang gegenüber der HAZ nicht kommentieren.

Hintergrund sind nicht die jüngsten Querelen um die Hygiene in der Backstube Gaues, sondern ein Insolvenzverfahren, das Gaues wegen Finanzproblemen im Juni 2004 beantragt hatte. Offenbar hat es von Anfang an Probleme geben, weil Gaues nach Darstellung des Insolvenzverwalters Hofheinz „in ungewöhnlicher Weise massiv seine Mitwirkungspflichten verletzt“ habe. Dem Protokoll des Verwalters zufolge hat der Bäcker unter anderem

  • Vermögenswerte nicht angegeben;
  • versucht, den Verwalter mithilfe der Polizei vom Gelände zu vertreiben;
  • einen „nennenswerten Bargeldbestand aus dem Verkauf des Betriebes unmittelbar vor Insolvenzantrag auf nebulöse Weise“ verschwinden lassen;
  • um das pfändbare Einkommen herunterzurechnen Unterhaltsverpflichtungen abgegeben, die nicht erfüllt wurden.

Dass der Bäckermeister „weiter mit seinem geschenkten Ferrari herumfährt und diese Schenkung auch verschwiegen hat, gab sein Übriges“, notierte der Insolvenzverwalter in seiner Stellungnahme.
Üblicherweise dient ein Insolvenzverfahren dazu, die Vermögens- und Einkommensverhältnisse von Privatpersonen oder Firmen zu richten, um einen Neustart zu ermöglichen. Bei guter Führung kann die Person nach sechs Jahren von der Restschuld befreit werden. Im Fall Gaues muss die Zusammenarbeit aber empfindlich gestört gewesen sein.

Im Insolvenzantrag habe der Bäcker noch angegeben, als selbstständiger Meister 25 feste Mitarbeiter und fünf Aushilfen zu beschäftigen, berichtet Hofheinz. Unmittelbar vor dem Insolvenzantrag jedoch habe er das Geschäft an die damalige und die jetzige Ehefrau aufgeteilt. Für die Gläubiger (Hannoversche Volksbank und Sparkasse Hannover) gab es kaum noch etwas zu holen. Sie sind es offenbar auch, die den Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung gestellt haben.

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