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Kein italienischer Feinkosthandel im Güterbahnhof

Absage Kein italienischer Feinkosthandel im Güterbahnhof

Auf dem ehemaligen Hauptgüterbahnhof, Hannovers größte innerstädtische Brache, sollten demnächst italienische Delikatessen und Weine verkauft werden - doch Feinkosthändler Andronaco springt jetzt ab. „Der Standort ist nicht mehr im Gespräch“, heißt es offiziell auf Nachfrage der HAZ aus dem Hamburger Unternehmen.

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Gute Lage, viel Platz (links, oben): Für die Hallen im alten Hauptgüterbahnhof braucht es jetzt wieder neue Ideen.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Hannover. Eine Begründung wird nicht gegeben. Nach Informationen der HAZ bahnt sich in der Führungsetage des Unternehmens ein Generationenwechsel an. Senior-Chef und Firmengründer Vincenzo Andronaco übergibt an seinen Sohn, damit verbunden sei ein „Strategiewechsel“, heißt es. Während der alte Geschäftsführer auf Standorte am Rande von Gewerbegebieten setzte, strebt sein Nachfolger in die schicken Citylagen. Eine Industriebrache wie der Güterbahnhof dürfte somit nicht mehr infrage kommen.

Geplant war, dass sich der Großhändler auf einer Fläche von rund 2500 Quadratmetern in der alten Bahnhofshalle niederlässt. Andronaco sollte als Ankermieter dienen und weitere Firmen ermuntern, in die alte Halle mit ihrem Industriecharme zu ziehen. Die Ratspolitik hatte ihre Zustimmung gegeben - nach kontroversen Diskussionen. Die Politiker befürchteten, dass der Feinkostgroßhändler den Läden in der Nordstadt zu viel Konkurrenz macht.

Wie es nach der Absage Andronacos weitergeht, ist noch unklar. Der Eigentümer der Immobilie, die Firma Aurelis, gibt sich zuversichtlich. „Wir führen Gespräche mit alternativen Mietern“, sagt ein Unternehmenssprecher. Am Andronaco-Konzept - Lebensmittelmarkt und Gastronomie - wolle man festhalten. Aurelis hat inzwischen eine Erschließungsstraße für das Gelände gebaut. An der Halle selbst seien alle größeren Bauarbeiten abgeschlossen, sagt der Sprecher.

Ursprünglich umfasste die alte Bahnhofshalle am Weidendamm 38 000 Quadratmeter. Zur Expo in Hannover im Jahr 2000 präsentierte der Künstler Gerhard Merz dort eine spektakuläre Lichtinstallation. Jahrelang blieb das Gelände ungenutzt, diente lediglich als Rückzugsort für Drogensüchtige und Prostituierte. 2008 eröffnete die Deutsche Post ein Zustellzentrum für Briefe sowie eine Abteilung mit Schließfächern in einem Teil der Bahnhofshalle. Im vergangenen Jahr ließ Aurelis mehr als die Hälfte der Halle abreißen, um die Immobilie besser vermarkten zu können. Zudem baute der Logistiker DHL neben der Halle ein Zustellzentrum für Pakete.

„Unserer Zustellbasis ist bereits in Betrieb“, sagt DHL-Sprecher Jens-Uwe Hogardt. Seit einigen Wochen kurven Lieferfahrzeuge auf dem Gelände, laden Pakete ein und transportieren sie zu den Kunden. „Im Inneren des Gebäudes werden die Pakete vollautomatisch sortiert“, sagt Hogardt. Demnächst beginnen unweit des Paketzentrums die Bauarbeiten für den neuen Betriebshof des Entsorgungsunternehmens Aha. 13 500 Quadratmeter Bauland hat das kommunale Unternehmen auf dem Güterbahnhofsareal erworben. Die neue Betriebsstätte soll die älteren Einrichtungen in der Sandstraße und in der Brühlstraße ersetzen. Das Grundstück am alten Güterbahnhof bietet genügend Platz, um dort etliche Fahrzeuge abzustellen und Werkstätten einzurichten, auch eine Waschhalle will Aha bauen. Die neue Betriebsstätte soll 2019 fertig sein.

„Der Wertstoffhof in der Sandstraße bleibt aber erhalten“, versichert Aha-Sprecherin Helene Herich. Wenn die Betriebsstätte am Güterbahnhof ihre Arbeit aufnimmt, soll in der Sandstraße mehr Platz geschaffen werden, um Grünschnitt, Sperrholz und Elektrogeräte entsorgen zu können. Beide Aha-Höfe liegen dann unmittelbar nebeneinander.

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