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Aus der Stadt Keine Alternative zum Hochwasserschutz in Hannover
Hannover Aus der Stadt Keine Alternative zum Hochwasserschutz in Hannover
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22:02 27.10.2010
Von Bernd Haase
Die Ihme in Hannover. Quelle: Uwe Dillenberg

„Im Grunde“ – diese Formulierung benutzt Hannovers Baudezernent Uwe Bodemann gefühlt in jedem zweiten Satz, als er sich am Dienstagabend bei einer Informationsveranstaltung zum Hochwasserschutz an der Ihme äußert. Wenn man also, so war das wohl gemeint, den Dingen auf den Grund geht, dann bestehen für die Stadt keine Alternativen zum Deichbau in Ricklingen und zur umstrittenen Abgrabung des Ihme-Ufers in Linden samt sich daraus ergebender Altlastensanierung. Etliche Lindener und Bewohner der Calenberger Neustadt sehen das bekanntermaßen anders. Dominieren konnten sie die zweieinhalbstündige Runde in der Üstra-Remise aber nicht. Döhrener, Wülfeler und Ricklinger waren ebenfalls zahlreich unter den mehr als 150 Besuchern vertreten. Sie lobten die Pläne der Stadt.

Mit Oberbürgermeister Stephan Weil, Umwelt- und Wirtschaftsdezernent Hans Mönninghoff sowie Bodemann war die Verwaltungsspitze prominent vertreten – gemäß der Einschätzung Weils, es handele sich um ein Thema von „allerallererster Bedeutung für die Stadt“. Bodemann erläuterte die Pläne, die Hannover für ein Jahrhunderthochwasser rüsten sollen. „Hannover ist eine amphibische Stadt“, erklärte der Dezernent – also eine, die vom Wasser durch- und umflossen ist. Deshalb sei der Hochwasserschutz, für den die Stadt immerhin 30 Millionen Euro ausgeben wird, unerlässlich. „Laut neuen Berechnungen des Landes werden bei einem Jahrhunderthochwasser sogar die Herrenhäuser Gärten überschwemmt.“

„Keiner hat hier etwas gegen Hochwasserschutz“, erklärte der Lindener Oliver Klauke. Nur wende man sich dagegen, ausgerechnet gegenüber dem Ihme-Zentrum mehr als 260 Bäume abzuholzen und eine beliebte Grünfläche zu opfern. Dass Bodemann angesichts der Pläne zur Gestaltung des Ihme-Ufers versprach, es werde dort auch künftig blühende Landschaften geben, besänftigte nicht. „Die Stadt hat die für sie einfachste Lösung gegen imaginäre Fluten der Ihme gewählt“, sagte Thomas Ganskow von der Bürgerinitiative gegen das Abholzen.

Einige Besucher hatten durchaus Alternativen in petto. Der Wasserbauingenieur Prof. Friedhelm Sieker präsentierte auf Wunsch der Bürgerinitiative ein Modell (siehe Beitext). Ein Lindener schlug vor, Hochwasser durch einen Tunnel unter der Stadt durchzuleiten. Ein anderer, gebürtig aus dem Rheinland, wollte bei Hochwassergefahr die Tiefgarage des Ihme-Zentrums als Überlaufbecken nutzen – „das wird am Rhein auch oft so gemacht“, sagte er. Die meisten, stellvertretend etwa Sybille Maurer-Wohlatz vom Bund für Naturschutz und Umwelt, forderten bessere Abstimmung mit dem Land. Die Fluten müssten auf Flächen außerhalb der dichten städtischen Bebauung aufgefangen werden.

Das war Wasser auf die Mühlen Weils und Mönninghoffs. Man habe ständig mit dem Umweltministerium gesprochen, aber Minister Hans-Heinrich Sander unternehme nichts, sagten sie. Also sei Hannover selbst in der Pflicht: „Den Leuten die Keller volllaufen zu lassen, weil wir nicht tun, was wir tun können, wäre fahrlässig“, erklärte Mönninghoff, der Wert auf die Feststellung legte, er stehe auch als Umweltdezernent und Parteimitglied der Grünen voll hinter den Hochwasserschutzplänen.

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