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Aus der Stadt Keine Anklage gegen Rockerchef Hanebuth
Hannover Aus der Stadt Keine Anklage gegen Rockerchef Hanebuth
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21:32 30.03.2012
Das Verfahren gegen Rockerchef Frank Hanebuth wurde eingestellt. Quelle: Archiv
Hannover

Der Vorgang in der Wedemark hatte über die Grenzen Hannovers hinaus Aufmerksamkeit erregt: Die beiden Schäferhunde des Hells-Angels-Chefs waren am Abend des 8. September von dessen Grundstück in Bissendorf-Wietze entkommen und hatten mehrere Passanten angefallen. Insgesamt wurden fünf Personen verletzt, darunter eine zweifache Mutter, die schwerste Bissverletzungen erlitt und wiederholt in der MHH operiert werden musste. Ein Rentner, der ihr zu Hilfe eilte, wurde ebenfalls von den Schäferhunden attackiert und trug tiefe Bisswunden davon. Die Hunde waren so aggressiv, dass zwei Polizisten schließlich entschieden, die Tiere zu erschießen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft führte ein Defekt am Einfahrtstor dazu, dass die Tiere vom Grundstück entkommen konnten. Frank Hanebuth war zu diesem Zeitpunkt nicht in seinem Haus, er hatte das Anwesen am Nachmittag verlassen. Hanebuth habe den Defekt an dem Tor – es handelte sich um einen gebrochenen Bolzen – nicht bemerken können, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Das habe ein Sachverständigengutachten des TÜV Nord ergeben. Somit kann Hanebuth auch nicht dafür verantwortlich gemacht werden, dass seine aggressiven Hunde ausreißen konnten.

Hanebuths Anwalt Michael Fastabend sagte, sein Mandant habe mit Zufriedenheit auf die Einstellung des Verfahrens reagiert. „Unabhängig davon bedauert er die Vorfälle zutiefst.“ Alle Schmerzensgeldforderungen, die die Betroffenen an Hanebuth gerichtet hätten, seien beglichen worden. Die 44-jährige Mutter und der Rentner sind weiterhin in ärztlicher Behandlung. „In diesen Fällen  wird der Schaden abschließend reguliert werden, sobald die ärztlichen Behandlungen abgeschlossen sind“, sagte Fastabend. Die schwer verletzte 44-Jährige hatte nach der Attacke zunächst Strafantrag gegen Hanebuth gestellt, diesen aber wieder zurückgezogen. „Die Parteien haben sich so einigen können“, sagte Oberstaatsanwältin Irene Silinger.

Der Rockerchef hat sich inzwischen zwei neue Hunde zugelegt, die seinen Angaben zufolge einem Wesenstest unterzogen wurden. So hatte Hanebuth es mit dem Bürgermeister der Gemeinde Wedemark, Tjark Bartels, verabredet. Eigentlich hatte Bartels dem Rockerchef verbieten wollen, erneut Hunde zu halten. Dies erwies sich aber als rechtlich nicht durchsetzbar. Hanebuth betont, dass er das Einfahrtstor auf seinem Grundstück habe erneuern lassen.

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