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Aus der Stadt Zu nah an Tankstelle: Hubschrauber darf nicht starten
Hannover Aus der Stadt Zu nah an Tankstelle: Hubschrauber darf nicht starten
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00:18 09.10.2017
Von Gunnar Menkens
Florian Keilwitz am Helikopter. Quelle: Heidrich
Langenhagen/Hannover

Die Robinson R 44 gilt als Arbeitsbiene unter den Helikoptern - 220 Stundenkilometer schnell, Platz für drei Passagiere. Doch am Freitag stand ein solcher Hubschrauber auf dem Flughafen stundenlang nutzlos herum. Eigentlich sollte der Pilot Mitarbeiter der Deutschen Bahn aufnehmen, um Sturmschäden zu begutachten. Das Malheur: Der Helikopter durfte nicht starten. Weil er drei Meter zu nah an einer Tankstelle stand.

Gestartet war die Robinson eines privaten Unternehmens in Hamburg. In Hannover sollte ihr Pilot Bahninspektoren abholen und noch mal volltanken. Von seinem Warteplatz aus bat der Pilot beim Tower um Erlaubnis, bei der Tankstelle seine Vorräte aufzufüllen. Sie wurde erteilt, er flog zur Anlage, knapp überm Boden.

Eigentlich sollte der Helikopter dazu dienen, Sturmschäden aus der Luft zu begutachten, doch dann durfte er plötzlich nicht in Langenhagen starten. Grund: Er stand zu nah an der Tankstelle. Die Luftaufsicht verweigerte dem Piloten die Startaufsicht. Warum er überhaupt zu dem Standort hingelotst wurde, bleibt rätselhaft. 

Luftaufsicht verweigert Starterlaubnis

Doch als er vollgetankt abheben wollte, verweigerte plötzlich eine Mitarbeiterin der Luftaufsicht die Erlaubnis. Sie hatte beobachtet, dass die Rotoren der Tankstelle zu nahe kamen. Drei Meter zu nah, hieß es beim Flughafen. Als in Hamburg Geschäftsführer Florian Keilwitz davon hörte, war er verärgert. „Das ist völlig unverhältnismäßig.“ Er denkt über eine Klage nach: Der Auftrag war futsch.

Es gab Versuche, den Helikopter aus seiner unglücklichen Position zu befreien. Der Flughafen suchte ein Gerät mit Rädern, um ihn ein paar Meter von der Tankstelle zu bekommen, fand aber keines. Ein Angebot der Flughafenfeuerwehr, den Helikopter anzuheben und zu verschieben, soll der Pilot abgelehnt haben. Also machte sich Keilwitz im Auto auf den Weg nach Hannover, mit zwei kleinen Rädern, um die Maschine ein paar Meter zu bewegen. Als er Langenhagen erreichte, war es 16 Uhr.

Wer trägt die Schuld?

Inzwischen wird nach Schuldigen gesucht. Die Luftaufsicht untersteht dem Wirtschaftsministerium. Dort sagte eine Sprecherin: „Der Pilot hätte gar nicht zur Tankstelle fliegen dürfen.“ Laut Luftfahrthandbuch hätte der Helikopter hingeschleppt werden müssen. Kam also vom Tower eine falsche Anweisung? Oder gab es ein Missverständnis mit dem Piloten? Für den Tower ist die Deutsche Flugsicherung in Langen verantwortlich. Dort konnte man zu dem Fall nichts sagen - man kenne den Funkverkehr zwischen Pilot und Tower nicht. Der Start wurde verweigert, weil er zu gefährlich schien, auch wegen Windböen. Sicher ist: Die Bahn mietete einen anderen Hubschrauber. Der Sturm konnte nicht warten.

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