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Aus der Stadt Keine Lösung im Streit um Kirchenverkauf
Hannover Aus der Stadt Keine Lösung im Streit um Kirchenverkauf
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09:58 23.01.2012
Pastor Lüder Meyer-Stiens erläutert den Beschluss des Kirchenvorstandes: Quelle: Hagemann
Hannover

Bei einer Versammlung der Gemeindemitglieder am Sonntag hat es kein eindeutiges Meinungsbild über den weiteren Weg gegeben.

Wie wichtig dieses Projekt für die evangelische Kirche in Hannover ist, wurde bei der Versammlung von mehr als 100 Gemeindemitgliedern in der Grundschule Entenfang deutlich: Sowohl Landessuperintendentin Ingrid Spieckermann als auch Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann waren gekommen, Heinemann leitete auch die Diskussion.

Im vergangenen September hatte der Kirchenvorstand beschlossen, sowohl die Corvinuskirche als auch die Bodelschwinghkirche aufzugeben und vom Verkaufserlös die katholische Christophoruskirche als neues Domizil für die beiden Gemeinden zu kaufen. Till Schröder, der Sohn des Architekten der 1962 erbauten Corvinuskirche, zeigte dafür wenig Verständnis. Mit der Corvinuskirche sei seinem Vater „ein großer Wurf“ gelungen. Schröder forderte die Kirchengemeinde auf, ein großes Fest zu veranstalten, um deutlich zu machen, „welches Juwel sie in den Händen halten“.

Hohe Heizkosten in beiden Kirchen

Kirchenvorsteherin Corina Kruse-Roth zeigte sich erstaunt, dass die Familie des Architekten, die den Denkmalschutz beantragt hatte, so kurzfristig ihr Herz für die Corvinuskirche entdeckt habe. Kruse-Roth hob die problematische Seite hervor: „Wegen der hohen Heizkosten in den beiden Kirchen und Gemeindezentren konnten wir uns in den vergangenen Jahren viele Sachen nicht leisten“, sagte sie. Die Christophoruskirche sei ein zentral gelegener Ort sowohl für die Christen aus Stöcken als auch aus Ledeburg.

Superintendent Heinemann sagte, die Zahl der evangelischen Christen gehe in Hannover so stark zurück, wie keine andere Bevölkerungsgruppe. Pastor Lüder Meyer-Stiens machte deutlich, dass das Gemeindezentrum an der Corvinuskirche wegen zu erwartender hoher Sanierungskosten nicht gehalten werden könne. Bereits zu Pfingsten soll die Kirche entwidmet werden, bis zur Einweihung der Christophoruskirche sollen die Gottesdienste in der Bodelschwingh-Gemeinde stattfinden.

Der Kirchenvorstand hat inzwischen einen Abriss der Corvinuskirche beantragt, weil ein Erhalt wirtschaftlich nicht zumutbar sei. Darüber soll es jetzt Gespräche zwischen dem für den Denkmalschutz zuständigen Landeskulturministerium und dem Landeskirchenamt geben.

Mathias Klein

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