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Keine Punktspiele an der Elsa-Brändström-Schule

Urteil Verwaltungsgericht Keine Punktspiele an der Elsa-Brändström-Schule

Sport, Lärm und ein Anwohner: Ein Reihenhausbesitzer aus der Südstadt, moralisch unterstützt von einigen Nachbarn, hat mithilfe des Verwaltungsgerichts einen kleinen Sieg über den VfL Eintracht errungen.

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Ortstermin im Garten: Richterin Jutta Schraeder (r.) erzielte einen Vergleich. Jetzt kann der VfL die Rasenfläche nutzen.

Quelle: Dröse

Hannover. Der Anwohner aus der Saarstraße nahe der Bugenhagenkirche hatte dagegen geklagt, dass die Stadt die Umgestaltung des Sportplatzes der Elsa-Brändström-Schule genehmigt hat und diesen zu bestimmten Teilen und Tageszeiten für den Vereinssport freigeben will. Der Nachbar fürchtete, allzu viel Lärm ausgesetzt zu sein. Am Dienstag kam es zu einem Vergleich, aufgrund dessen die Stadt in ihre Baugenehmigung noch einige „Nebenbestimmungen“ hineinschreiben muss. Heißt: Die VfLer dürfen auf den zwei Rasenplätzen nur trainieren, aber keine Wettkämpfe und Punktspiele absolvieren. Auch sind Flutlicht- und Lautsprecheranlagen tabu.

Von vornherein sollten die Faust- und Fußballer des VfL die beiden Kleinspielfelder nur von März bis Oktober nutzen dürfen, und zwar werktags von 17 bis 20 Uhr sowie sonnabends von 9 bis 18 Uhr – zu Zeiten, wo am Gymnasium gewöhnlich kein Schulsport mehr stattfindet. Seit 2007 hatte der Verein in Gesprächen mit Stadt und Schule darauf hingearbeitet, seine allzu knappen Sportflächen erweitern zu dürfen. Vor rund einem Jahr dann wurde der Umbau des Schulsportplatzes abgeschlossen, den Gymnasiasten stehen nun eine Tartanbahn für Kurzstreckenläufe, ein Beachvolleyballfeld und eine Weitsprunganlage zur Verfügung. Die Rasenflächen aber, die der VfL nutzen sollte, wucherten allmählich zu – die Klage des Nachbarn stand dem Freizeitvergnügen im Weg.

Verwaltungsrichterin Jutta Schraeder hatte die Verfahrensbeteiligten nun zum Ortstermin in einen Reihenhausgarten an der Saarstraße geladen. Den Schulsportplatz kann man von dort allerdings nicht sehen, es liegen 100 Meter Entfernung, ein Grünstreifen und der Haspelfelder Weg dazwischen. Vorsorglich hatte die Richterin schon ein Lärmgutachten in Auftrag gegeben. Weil darin aber noch nicht alle Emissionen von weit entfernter Bezirkssportanlage, Tennisplätzen oder Spielpark einbezogen sind, gilt es nur als „schalltechnische Voruntersuchung“. Ein vorläufiges Ergebnis gab es trotzdem: Der vom Schulgelände ausgehende Lärmpegel liegt bei 38 bis 42 dB  (A), also weit entfernt von den für reine Wohngegenden statthaften 50 dB  (A).
Anfeuerungsrufe von Zuschauern, Lautsprecheransagen und durchdringende Pfiffe aus Schiedsrichterpfeifen: Diese Geräusche, erläuterte Kläger-Anwalt Eckhard David, wolle sein Mandant nicht hören. Sein Widerpart aus der städtischen

Baurechtsabteilung meinte, Vereinssport mit Jugendlichen sei durchaus vergleichbar mit Schulsport. Letztlich hatte er aber keine Bedenken, dem Sport- und Bäderamt die vom Gericht vorgeschlagenen Nutzungsbeschränkungen ins Stammbuch zu schreiben.
Auch wenn die Richterin die Einigung als „wunderbaren Vergleich“ bezeichnete, der ein weiteres, teures Lärmgutachten überflüssig macht: VfL-Präsident Rolf Jägersberg nimmt ihn eher zähneknirschend hin. Denn ursprünglich wollte der Verein auf dem Schulsportgelände tatsächlich eine Flutlichtanlage installieren und Punktspiele austragen – doch das geht ja nun nicht mehr.

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