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JVA-Eindringling

Keine Spur vom Gefängniseinbrecher in Hannover

Von Tobias Morchner

Keine Spur vom Gefängniseinbrecher: Nachdem der Zaun der Justizvollzugsanstalt Hannover beschädigt wurde, ermittelt die Polizei nun wegen versuchter Gefangenenbefreiung.
Mit einem Bolzenschneider beschädigte der Täter den Zaun des Gefängnisses an der Schulenburger Landstraße.

Mit einem Bolzenschneider beschädigte der Täter den Zaun des Gefängnisses an der Schulenburger Landstraße.

© Tim Schaarschmidt

Einen Tag, nachdem ein Unbekannter den Zaun der Justizvollzugsanstalt (JVA) Hannover beschädigt hat, geht das Rätselraten über die Hintergründe der Tat weiter. Polizei und Staatsanwaltschaft haben den Vorfall zunächst als versuchte Gefangenenbefreiung eingestuft. „Dabei handelt es sich allerdings lediglich um einen Anfangsverdacht“, sagte Oberstaatsanwältin Irene Silinger. Noch zögern die Ermittler, mit Fotos, die von den Überwachungskameras der JVA von dem Täter geschossen worden waren, an die Öffentlichkeit zu gehen. „Darüber wird erst am Donnerstag entschieden“, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Bislang fehlt von dem Unbekannten trotz sofort eingeleiteter Großfahndung mit Hubschraubern und Suchhunden jede Spur. Hinweise aus der Bevölkerung sind bislang nicht bei den Ermittlern eingegangen.

Am Dienstagabend hatte sich der Täter mit einem Bolzenschneider am Sicherheitszaun der JVA, der an den Vinnhorster Weg grenzt, zu schaffen gemacht. Er durchtrennte mit dem Werkzeug einige Querstreben der Metallkonstruktion und löste dabei den Alarm in der Sicherheitszentrale des Gefängnisses aus. Sofort schwenkten die Kameras zu der Stelle auf dem Gelände und filmten den Mann. Als Justizbeamte den Unbekannten festnehmen wollten, flüchtete dieser, ließ dabei das Tatwerkzeug und seinen Rucksack zurück. Wenn es dem Mann gelungen wäre, ein Loch in den Zaun zu schneiden, hätte er lediglich Zugang zu einer der Freiflächen, nicht aber zu den eigentlichen Zellen der Haftanstalt gehabt. Denn eine sechs Meter hohe Mauer trennt die Freifläche von den Gebäuden der JVA. Die Wiese dahinter wird den Gefangenen allerdings regelmäßig zum Sporttreiben zur Verfügung gestellt. Am Dienstag, bis unmittelbar vor der Tat, hielten sich dort 24 Häftlinge zum Fußballspielen auf. Am Sportangebot können auch Strafgefangene teilnehmen, die gerade in Untersuchungshaft sitzen, wenn keine Sicherheitsbedenken seitens der Anstaltsleitung bestehen. Die Männer wurden am Abend ebenso von Justizangestellten durchsucht wie die Zellen der Betroffenen. Es bestand der Verdacht, dass einer oder vielleicht auch mehrere der Sportler Ziel der Befreiungsaktion gewesen sein könnten. „Wir haben bei ihnen aber nichts gefunden, sodass sich dieser Verdacht nicht bestätigt hat“, so Georg Weßling, Sprecher des Justizministeriums.

Unter den Folgen des gescheiterten Befreiungsversuchs hatten aber auch die übrigen der rund 800 Insassen der JVA zu leiden. „Alle Arbeits-, Ausbildungs- und Freizeitmaßnahmen auf den Freiflächen wurden für den Mittwoch gestrichen“, erklärte Weßling. Bereits am Dienstagabend unmittelbar nach der Tat kontrollierten die Justizangestellten in allen Zellen die Vergitterungen der Fenster. Zuvor hatte es einen sogenannten Zählappell gegeben, um festzustellen, ob sich wirklich alle Insassen auch in der JVA aufhielten. „Wir stehen wirklich vor einem Rätsel, was es mit der Beschädigung des Zauns auf sich haben könnte“, sagte Georg Weßling. Der Zaun wurde bereits am Dienstagabend von Mitarbeitern der JVA wieder repariert. Die gesamte Sicherheitstechnik des Gefängnisses wurde im vergangenen Jahr erneuert und gilt deswegen als hochmodern.

Am Mittwoch wurden die Mitglieder des Unterausschusses Justizvollzug und Straffälligenhilfe des Landtags über die Vorfälle am Sicherheitszaun informiert. „Auch ich kann mir nicht erklären, was hinter einer solchen Aktion stecken könnte“, sagte Marco Brunotte, der für die SPD an den Ausschusssitzungen teilnimmt.

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  • Bildqualität Denkmal – 15.07.10
    Ein doch sommerlich, durch Kurzarmhemd, anmutender Anblick - eine anonyme, sehr weibliche Beamtin dazu.

    Herrliches Bild - lässt Raum für Phantasien.
  • Fotos zum Beitrag Stöckener – 15.07.10
    Wahnsinn, wie aufschlussreich die Fotos sind. Tim Schaarschmidt sollte sie gut archivieren. Bestimmt passen sie für diverse andere Dokumentationen.

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