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Keine Strafe für junge Diebesbande

Sechs Teenager Keine Strafe für junge Diebesbande

Sechs Teenager haben aus einem Wohnhaus in Ricklingen Schmuck, Bargeld und iPads geklaut um es wenig später gegen Marihuana zu tauschen. Die Drogen waren dabei das verbindende Element der Clique. Jetzt hat ein Richter Milde walten lassen, allerdings nur unter Auflagen.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Viel haben sie von ihrer Beute nicht gehabt. „Wir haben den Schmuck und die Computer bei unserem Dealer gegen Gras eingetauscht“, sagt Joschua K. vor Gericht. „Aber es war weniger als erwartet.“ Im Mai 2015 stiegen er und seine beiden Freunde Miguele B. und Ramon G. durch eine unverschlossene Balkontür in ein Haus in Ricklingen ein. Dort steckten sie unter anderem Schmuck, zwei iPads und 150 Euro Bargeld ein. G.s Freundin Nina D., Yvonne H. und Leo P. standen Schmiere. Vom Diebesgut sollen sie allerdings nichts abbekommen haben. „Höchstens hinterher, als wir zusammen Gras geraucht haben“, sagt Leo P.

Aufgeflogen war die Sechserbande durch die Ermittlungen der Polizei. Denn die Beamten hatten alle Gäste einer Party befragt, die kurz zuvor in dem betreffenden Haus gefeiert wurde – und auf der unter anderem auch Miguele B. und Leo P. zu Gast waren. Im Verhör verwickelten sie sich in Widersprüche, doch es war Yvonne H., die schließlich alles zugab. Am Mittwoch saßen die sechs Jugendlichen, von denen der Jüngste zur Tatzeit 14 Jahre alt war und der Älteste
20 Jahre, auf der Anklagebank im Amtsgericht und mussten sich wegen sogenanntem Einschleichdiebstahl Jugendrichter Jens Buck erklären.

Die Drogen sind das verbindende Element der Clique. Alle waren zumindest zeitweise abhängig von Cannabis, Joschua K. und Nina D. nahmen auch härtere Rauschmittel. Die beste Perspektive hat noch Leo P. Er ist seit einem Jahr in einer Drogenentzugsklinik in Bayern und hat gute Aussichten auf ein Fachabitur. Miguele B. dagegen verbüßt derzeit eine Haftstrafe und versucht, im Gefängnis den Hauptschulabschluss nachzuholen. Auch Ramon G. ist für Richter Buck ein Bekannter. „Du weißt, dass du dich jetzt anstrengen musst, wenn du noch die Kurve kriegen willst“, ermahnte Buck den 21-Jährigen eindringlich, der seinen Realschulabschluss wegen einer fehlenden Prüfung nicht schaffte. Auch von den fünf anderen Angeklagten lässt sich der Richter ausführlich deren Zukunftsperspektiven schildern.

Schließlich lässt Buck Milde walten – und stellt das Verfahren gegen alle ein. Bei Joshua K., Miguele B. und Ramon G. allerdings nur unter Auflagen. Miguele B. wird voraussichtlich längere Zeit hinter Gittern verbringen, gegen ihn läuft ein weiteres Verfahren, in dem ihm elf Einbrüche vorgeworfen werden. Auch gegen Joschua K., der zurzeit auf Bewährung in Freiheit ist, wird noch in einem anderen Fall ermittelt. Da im Jugendstrafrecht der erzieherische Gedanke im Vordergrund steht, wird meist ein Urteil gefällt, in dem alle anderen Taten mitberücksichtigt werden. Ramon G. hingegen muss eine Drogenentzugstherapie machen. Als vernünftige Entscheidung bezeichnete dessen Anwalt Bastian Quilitz das Urteil: „Es ist gut, dass hier die Gesamtumstände zählten.“

Isabel Christian

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