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Keine neuen Windräder am Kronsberg

Projekt abgelehnt Keine neuen Windräder am Kronsberg

Die Stadtwerke müssen sich offenbar von ihrem umstrittenen Windkraftprojekt am Kronsberg verabschieden. „Die Deutsche Flugsicherung hat Einsprüche gegen die Pläne erhoben“, sagt Klaus Abelmann, Sprecher der für das Genehmigungsverfahren zuständigen Regionsverwaltung.

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Die Flugsicherung hat auf rund 50 Seiten dargelegt, warum sie Windräder am Kronsberg ablehnt. 

Quelle: Rainer Dröse

Hannover. Die Region hatte das Vorhaben ohnehin kritisch betrachtet - nicht nur wegen möglicher Gefährdung des Flugverkehrs, sondern vor allem aus Umweltgründen.

Die ursprünglichen, vor zwei Jahren angeschobenen Pläne der Stadtwerke sahen vor, am nördlichen Kronsberg im Dreieck zwischen Anderten, Bemerode und dem Waldgebiet Gaim zwei je 200 Meter hohe Windräder zu errichten. Die Kosten sind mit 10 Millionen Euro veranschlagt; die Anlagen könnten gut 6000 Haushalte mit Strom versorgen.

Als Begründung für das Projekt nennen die Stadtwerke Klimaschutzziele sowie eine fairere Lastenverteilung bei der Windenergie. Die Rotoren, die niemand gerne in der Nachbarschaft habe, dürften nicht nur auf Flächen im Umland entstehen - auch die Stadt Hannover müsse einen Beitrag leisten. Dieser Argumentation waren die rot-grüne Ratsmehrheit und die Stadtverwaltung gefolgt. Letztere würde als Besitzerin der Flächen auch finanziell in Form von 50.000 Euro jährlicher Pachteinnahmen profitieren.

Es gab vor allem eins: Gegner

Ansonsten gab es in erster Linie Gegner. Zu diesen zählten außer der Regionsverwaltung Naturschutzverbände, Anlieger und nach einigem Zögern auch der zuständige Stadtbezirksrat Misburg-Anderten. Dies allein hätte das Projekt allerdings nicht verhindern können, weil die Region das Genehmigungsverfahren ausschließlich nach fachlichen Gesichtspunkten betreiben darf. Dabei hatten die Stadtwerke schon Abstriche gemacht. Aus Lärmschutzgründen sollten die Rotoren nachts nicht mit Volllast laufen. Damit Fledermäuse, vor allem solche der Art Großer Abendsegler, nicht in die sich drehenden Flügel geraten, würden die Anlagen sogar komplett abgeschaltet, wenn ein erhöhtes Risiko besteht. Und schließlich hatten die Stadtwerke zuletzt sogar einen der Rotoren aus dem Genehmigungsantrag gestrichen.

Kürzlich hat sich nun die Flugsicherung gemeldet und auf rund 50 Seiten dargelegt, warum sie Windräder am Kronsberg ablehnt. Im Kern geht es darum, dass die Rotoren das Funkfeuer Leine in Sarstedt und damit den geordneten Betrieb am Flughafen Hannover in Langenhagen stören könnten. Mit diesem Einwand hatte die Flugsicherung schon den Bau von vier Windrädern auf dem Meerberg in Laatzen verhindert. Das Verfahren war bis vor das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gegangen, das in einem Grundsatzurteil der Flugsicherung recht gab.

Die Stadtwerke haben die neue Sachlage nach Angaben von Sprecher Carlo Kallen zur Kenntnis genommen und wollen nun über Konsequenzen beraten. Theoretisch könnten sie das Verfahren noch weiter betreiben, aber dann mit nur äußerst geringen Aussichten auf Erfolg. Damit bleiben die seit den Neunzigerjahren bestehenden Windenergieanlagen auf dem Kronsberg die einzigen im Stadtgebiet Hannovers. Zwar sind auch andere Standorte wie etwa Gewerbebrachen oder die Mülldeponie Lahe überprüft worden. Diese stehen aber, wenn überhaupt, dann nur langfristig zur Verfügung.

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