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So schön war der Tag des offenen Denkmals

Tag des offenen Denkmals So schön war der Tag des offenen Denkmals

Industriedenkmal, Stadt aus der Vogelperspektive und jüdischer Friedhof - beim Tag des offenen Denkmals können Besucher in Hannover das sehen, was sonst nicht so einfach zugänglich ist. Viele Besucher nutzten die Chance. 

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Am Kesselhaus auf dem Faust-Gelände ist der Andrang groß.

Quelle: Döhner

Hannover. Vor dem Kesselhaus auf dem Faust-Gelände in Linden ist die Schlange schon um kurz nach 12 Uhr ziemlich lang. Die Besucher müssen sich erstmal am Flohmarkt vorbeikämpfen, wo alte Bücher und Platten, aber auch Antiquitäten, Kabel und Klamotten verkauft werden.

Das Kesselhaus in Linden ist am Tag des offenen Denkmals feierlich eröffnet worden. Auch Predigthalle, der Jüdische Friedhof an der Strangriede und andere sonst nicht zugängliche Denkmäler sind am Sonntag für Besucher geöffnet.

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"Toll, dass so ein Stück Industriegeschichte erhalten geblieben ist", sagt Peter Buschmann aus Langenhagen. Am Morgen hat er sich schon die Predigthalle und den Jüdischen Friedhof an der Strangriede in der Nordstadt angeguckt. "Da kommt man ja sonst nicht drauf." An Geschichte sei er sehr interessiert, sagt er noch. Der Tag des offenen Denkmals sei für ihn deshalb so etwas wie ein Pflichtprogramm. Dany Schimmelpfennig aus Linden wollte einfach sehen, was sich im Inneren des großen roten Backsteingebäudes verbirgt. Sie lobt das Engagement der Ehrenamtlichen, die sich für den Erhalt des Kesselhauses stark gemacht haben.

Einer von ihnen erzählt einem Freund gerade, dass er früher als Student ganz oben auf das Kesselhaus geklettert sei und dort eine rote Fahne gehisst habe: "Die blieb richtig lange dort hängen." Bernd Keubler ist Ingenieur, den Mann aus Garbsen-Havelse interessiert vor allem die Technik des Kesselhauses.

Moderne Technik hat Swantje Wessels aus Bremen in die Nordstadt zum Jüdischen Friedhof gebracht. Sie ist auf dem Rückweg von einer Familienfeier in Müden (Kreis Gifhorn) und hat sich von einer App auf ihrem Handy zeigen lassen, welches Denkmal in Hannover am heutigen Sonntag besonders lohnenswert ist. Da sie Freunde in Israel hat, habe sie die Predigthalle mit Friedhof gelockt: "In Bremen haben wir so etwas nicht." Sie sei überrascht, wie eng die Grabsteine nebeneinanderstehen, sagt sie: "Es ist so, als ob diese Glaubensgemeisncahft auch im Tod eng zusammensteht." Und sie fügt hinzu: "Das ist berührend schön."

Am Sonntag, 11. September, ist das Kesselhaus der Bettfedernfabrik am Ihme-Ufer erstmals geöffnet: ein einzigartiges Industriedenkmal in Hannover.

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Historiker Peter Schulze macht schon seit Jahren am Tag des offenen Denkmals Führungen über den Friedhof, wo die letzte Beerdigung 1996 stattfand. Rund 3300 Bestattungen hätte es hier gegeben, erläutert er, es stünden aber seit den Kriegszerstörungen nur noch 2500 Grabsteine. Die Predigthalle ist der letzte erhaltene Sakralbau von Edwin Oppeler, ab 1941 wurde es zum "Judenhaus". Rund 100 Menschen warteten hierauf ihre Deportation in die Todeslager.

Der bundesweite Tag des offenen Denkmals läuft noch bis 18 Uhr. Neben dem Kesselhaus und dem Jüdischen Friedhof können in Hannover noch die Waterloosäule, der Beginenturm, der Döhrener Turm und weitere Kirchen besichtigt werden. Unter www.tag-des-offenen-denkmals.de ist das gesamte Programm abrufbar.   

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