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Hannover feiert die Kestnergesellschaft

Jubiläum Hannover feiert die Kestnergesellschaft

Die Kestnergesellschaft feiert ihren 100. Geburtstag mit einem Fest für alle – und viele Hannoveraner nutzen die Gelegenheit zu einem Besuch: Richtig voll war es Sonnabend in den Ausstellungsräumen.

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Die Kestnergesellschaft hat zum großen Jubiläums-Fest in ihre Ausstellungsräume eingeladen.

Quelle: Frank Wilde

Hannover. Für ihren 100. Geburtstag hatte sie sich schick gemacht. Mit insgesamt 65 Arbeiten der Künstlerin Monika Baer in fast allen Ausstellungsräumen hatte sich die Kestnergesellschaft zum runden Jubiläum geschmückt. „Große Spritztour“ heißt die Schau und – den Titel ironisch brechend – kommt auch eine Werkreihe mit Alkoholbildern vor: Großflächige Werke, auf denen Baer Campari-, Ramazotti-, Whiskey- oder Obstlerflaschen so altmeisterlich akkurat abbildet, dass man Brechungen nur an winzigen Details erkennt.

Die Kestnergesellschaft ist in diesem Jahr 100 geworden. 

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„Große Spritztour“ – das meint bei Baer aber auch die Einkaufstour durch den großen Gemischtwarenladen Kunstgeschichte. Was kann Kunst heute noch leisten? Diese Frage wirft sie eindrucksvoll auf. Das hatte bei dem Festakt zum 100. Geburtstag am Freitag auch schon Chris Dercon getan, bis Anfang 2016 Chef der „Tate Modern“ in London – und jetzt designierter Nachfolger von Frank Castorf an der Volksbühne Berlin. Am Sonnabend war er noch einmal auf dem Podium zu hören. Gemeinsam mit dem hannoverschen Kulturdezernenten Harald Härke, Susanne Titz vom Museum Abteiberg aus Mönchengladbach, dem Kooperationspartner der Ausstellung, und Christine Végh, Direktorin der Kestnergesellschaft, ging es in einem Round Table um das Thema „Kunstinstitutionen heute“.

Chris Dercon prophezeite einen Wandel in der Kunst, der auch zu einem Wandel in den Kunstinstitutionen führen müsse. Eine Kunst, die separiere und schockiere sei von gestern. Schon in fünf Jahren werde man sehen, dass heutige, aktuelle Kunst im Gegenteil zusammenführen, verbinden müsse. Christine Vegh prophezeite, dass die Kunstinstitutionen sich mehr spezialisieren werden. „Ich vergleiche das gerne mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Wenn man alles aufgesaugt, was auf dem Markt ist, guckt keiner mehr.“ Kulturdezernent Harald Härke forderte von der hannoverschen Kultur mehr Kooperationen. „Ein leitendes Profil für jede Einrichtung ist wichtig. Aber es sollte nicht zu viel unkoordiniert nebenher passieren.“

Wie wichtig die Kestnergesellschaft für Hannover ist, betonte auch Oberbürgermeister Stefan Schostok. Sie sei immer schon eine Antwort auf konservative Stadtpolitik gewesen. „Sie sind heute noch Revolutionäre!“, lobte Schostok die Galerie-Macher.

Dass man an diesem Tag nicht nur theoretisieren, sondern auch kräftig feiern wollte, wurde aber auch klar. Der nächste Programmpunkt war das Anschneiden der Geburtstagstorte.     

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