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Aus der Stadt KfZ-Behörde lässt Kunden bis zu 11 Tage warten
Hannover Aus der Stadt KfZ-Behörde lässt Kunden bis zu 11 Tage warten
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00:17 04.09.2016
Bis zu elf Tage Vorlauf: Personelle Engpässe in der Zulassungsstelle stellen Bürger teils vor große Probleme. Quelle: Schaarschmidt
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Hannover

Aufgrund eines personellen Engpasses, wie die Stadt mitteilt, müssen Bürger zurzeit etwa elf Tage warten, bis sie einen Termin bekommen. Das stellt zahlreiche Auto- und Motorradfahrer vor Probleme. Bernd Eberhardt etwa hat vor zwei Tagen von einem privaten Verkäufer ein Motorrad gekauft und vertraglich vereinbart, dass er es am Folgetag auf seinen Namen zulässt – aus Versicherungsgründen. Doch er musste die Abmachung brechen, erst für kommenden Freitag hat er einen Termin bekommen. „Das ist ein Unding“, sagt der Hannoveraner.

Besonders ärgert ihn, dass er keine Aussicht hat, einen früheren Termin zu bekommen, weil jemand anderes abgesagt hat. „Eine Telefonnummer darf ich nicht hinterlegen, und online wird das nicht angezeigt.“ Stadtsprecher Andreas Möser weist Letzteres allerdings zurück. Kurzfristig freigewordene Termine zeige das Onlinesystem zur Terminvergabe sofort wieder an. Allerdings gebe es kaum Absagen. Man müsse also die Terminlage im Onlinesystem prüfen. „Im Notfall bemühen sich die Mitarbeiter aber um eine zeitnahe Lösung“, sagt Möser.

Das kann HAZ-Leser Lothar Portugall wiederum nicht bestätigen. Er ist gehbehindert und auf ein Auto angewiesen. Sein jüngst gekaufter Wagen hat nun Kurzzeitkennzeichen, die bis morgen gültig sind. Einen Termin bei der Zulassungsstelle hat er jedoch erst für kommenden Freitag bekommen – obwohl er auf die Dringlichkeit seiner Lage hingewiesen habe. Denn mit abgelaufenen Kennzeichen zu fahren ist verboten, bei einer Polizeikontrolle werden dafür 50 Euro fällig. Aber selbst das Stehenlassen wird zum Problem, denn abgemeldete Fahrzeuge im öffentlichen Raum zu parken, ist ebenfalls illegal. 40 Euro Verwarngeld muss der Halter dann zahlen. „Vielleicht kann mir der Oberbürgermeister noch mitteilen, wo ich mein Fahrzeug lassen soll, wenn die Zulassung abläuft“, schreibt er wütend.

Normalerweise bekommt man online einen Termin für den nächsten Tag, am Info-Schalter mit etwas Glück sogar am selben Tag. Doch seit Anfang August wird die Wartezeit auf Termine in der Zulassungsstelle immer länger. Grund dafür ist zu wenig Personal. Vier Mitarbeiter sollen innerhalb kurzer Zeit die Behörde verlassen haben oder auf einen anderen Posten in der Stadtverwaltung gewechselt sein. Dazu kommt ein für längere Zeit erkrankter Angestellter. Zwei der offenen Stellen sind noch ausgeschrieben, drei sind im Juli und August bereits wieder besetzt worden. Allerdings bräuchten die neuen Angestellten laut Stadtsprecher Möser etwa drei Monate, bis sie das nötige Fachwissen gesammelt hätten und voll einsatzfähig seien. Das sei auch der Grund, warum die Engpässe nicht mit Mitarbeitern aus anderen Abteilungen überbrückt werden könnten.

„Wenn die neuen Kräfte eingearbeitet sind, wird sich die Terminvergabe wieder normalisieren“, verspricht Möser. Doch bis dahin – sprich: Ende Oktober – bleibt die Lage schwierig.

Region und Wunschkennzeichen

Im Umland gibt es gar keine Zulassungsstelle, dort übernehmen seit Schaffung der Region die Bürgerämter den Service. „Das gehört zur Kernidee, Kompetenzen zu bündeln und Aufgaben und Ansprechpartner auf die Kommunen zu verteilen, um mehr Bürgernähe zu schaffen“, sagt Regionssprecherin Christina Kreutz. Mussten Auto- und Motorradfahrer früher noch nach Ronnenberg fahren, um ihr Fahrzeug anzumelden, reicht nun ein Besuch im nächstgelegenen Bürgeramt. „Das kommt gut an, denn kurze Wege sind immer beliebt“, sagt Kreutz.

Hannoveraner, die die Kfz-Zulassungsstelle mit einem Wunschkennzeichen verlassen wollen, müssen aufpassen. Denn die kostenpflichtige Reservierung ist nur sieben Tage lang gültig. Wird das Fahrzeug in dieser Zeit nicht zugelassen, entfällt der Anspruch. Besser das Kennzeichen erst reservieren, wenn der Termin in weniger als einer Woche ist.

Von Isabel Christian

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