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Kind verbeult Auto - Fahrer muss zahlen

Gerichtsprozess Kind verbeult Auto - Fahrer muss zahlen

Ein Siebenjähriger zerbeult mit seinem Fahrrad den Kotflügel eines Autos, der Besitzer will den Schaden von rund 2000 Euro von den Eltern des Jungen ersetzt bekommen. Doch vor Gericht scheiterte er jetzt: Weder der Junge noch die Eltern sind aus Sicht des Richters verantwortlich.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Ein 65-Jähriger, gegen dessen Auto ein Rad fahrendes Kind in Groß-Buchholz prallte und dabei einen Blechschaden von knapp 2000 Euro verursachte, hat die Eltern auf Zahlung von Schadensersatz verklagt. Doch gegen Ende der Verhandlung gab Zivilrichter Reinhard Ziehe dem Kläger einen deutlichen Wink, wie das für Januar angekündigte Urteil ausfallen dürfte: „Es sieht nicht rosig aus für Sie.“ Der am Unfalltag siebeneinhalb Jahre alte Junge kann laut Paragraf 828 des Bürgerlichen Gesetzbuches ohnehin nicht haftbar gemacht werden für eine Karambolage mit einem Auto, und die Eltern - die als Beklagte im Gerichtssaal saßen - treffe auch keine Schuld. Heißt: Der Autofahrer wird die Reparatur selbst zahlen müssen.

Der Blechschaden entstand an der Silberstraße, an einem Montagnachmittag im Oktober 2014. Der 65-Jährige saß am Steuer eines silberfarbenen Seat Altea, fuhr nach eigenem Bekunden gemächlich durch die Tempo-30-Zone Richtung Groß-Buchholzer Kirchweg. Irgendwann bemerkte er auf dem linksseitigen Fußweg zwei Rad fahrende Kinder, die juchzten und johlten. Plötzlich aber bog einer der Jungen ab, schoss mit seinem Rad über den abgesenkten Bordstein vor einer Einfahrt, wollte offenbar hinüber auf die andere Seite. Doch mitten auf der Fahrbahn prallte der Siebenjährige mit Vorderrad und Lenker gegen den linken Kotflügel des Seat. Der Fahrer stoppte sofort, der Junge hatte Glück im Unglück: Er zog sich nur eine leichte Prellung am Oberkörper zu. Das Auto allerdings war kräftig verbeult.

Die Eltern erklärten, ihrem Sohn das gemeinsame Radfahren mit dem Freund auf dem Hof des hauseigenen Grundstücks erlaubt zu haben. Mehr nicht. Immerhin sei dem Zweitklässler das Radeln seit seinem dritten Lebensjahr vertraut. In Zusammenarbeit mit der nahen Grundschule, so der Vater, hätten er und seine Frau das richtige Verhalten im Straßenverkehr zudem häufig besprochen und geübt. Sie hätten dem Kind eingeschärft, beim Überqueren von Straßen doppelt nach links und rechts zu gucken. Und schließlich habe er seinen Sohn kurz vor dem Unfall noch vom Balkon gesehen - auf dem Innenhof.

Die Aufsichtspflicht von Eltern eines siebenjährigen Jungen, so der Amtsrichter, beinhalte aber keine lückenlose Kontrolle, die die Entwicklung des Kindes hemmen könne. Er wies auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs hin. Dieser hatte 2009 über den Fall eines Siebenjährigen zu befinden, der nahe einem Spielplatz mit Glasscherben Autos zerkratzt hatte. „In diesem Alter ist weder eine Überwachung auf Schritt und Tritt noch eine regelmäßige Kontrolle in kurzen, etwa halbstündigen Zeitabständen wie bei kleineren Kindern erforderlich“, urteilte der 6. Zivilsenat.

Auf der anderen Seite, so Wiehe, gebe es die „Gefährdungshaftung“ von Fahrzeughaltern; von einem Auto gehe grundsätzlich eine „Betriebsgefahr“ aus, auch ohne irgendein schuldhaftes Verhalten des Fahrers. Abgesehen davon hätte der Mann im Seat, als er linksseitig die spielenden Kinder bemerkte, doppelt vorsichtig sein müssen - dann wäre es vielleicht nicht zu dem Unfall mit dem kostspieligen Blechschaden gekommen.

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