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Aus der Stadt Wie das Internet unsere Wünsche rät
Hannover Aus der Stadt Wie das Internet unsere Wünsche rät
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00:15 05.12.2015
Von Bärbel Hilbig
Catalina und Philipp Stolle sowie Emma und Greta Lohrenz wollen von Professor Felix Heine wissen, wie Werbung im Internet funktioniert. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Der Professor ist selbst erstaunt. Felix Heine will in der Kinder-Uni seinen rund 180 jungen Zuhörern erklären, warum „das Internet weiß, was ich mir zum Geburtstag wünsche“. Doch zunächst dürfen die Kinder mit einem Klicker in einer elektronischen Umfrage ein paar Fragen beantworten. Und es zeigt sich, dass die Acht- bis Zwölfjährigen fast alle das weltweite Netzwerk aus Kabeln, Satelliten und Funkverbindungen nutzen. Zwei Drittel sehen sich Videos an, rund die Hälfte guckt sich Webseiten an, 
14 Kinder sind sogar schon bei Facebook. 91 Kinder haben – mithilfe ihrer Eltern, wie Heine vermutet – bereits per Internet eingekauft.

„Umso wichtiger ist es, zu verstehen, was da passiert“, schlussfolgert der Informatikprofessor. Auch die Großeltern wollen vor Weihnachten ja gerne wissen, was die Kinder sich wünschen. „Das Internet will euch aber nichts schenken“, warnt Heine, selbst Vater von zwei Kindern. Doch naiv begegnen selbst viele Kinder dem Netz nicht mehr. Die elfjährige Catalina aus Kirchrode beschwert sich: „Es ist nicht in Ordnung, wenn alle so lange am Computer abhängen.“ Und im Wissenschaftsmagazin „Logo“ hat sie gehört, dass überall Werbung versteckt sein kann.

Firmen sind an Wünschen der Kinder interessiert

Nicht das Internet selbst, sondern Firmen, die dort ihre Dienste anbieten, sind an den Wünschen der Kinder interessiert, stellt Heine klar. „Die wollen was verkaufen!“, ruft ein Junge. Ein Mädchen ergänzt: „Die wollen Geld.“ Ein anderer Junge beschreibt seine Erfahrungen: „Wenn man seine Geburtsdaten angibt, sagen sie, kauf dies, kauf das.“ Doch wie machen die Firmen das nun genau? Immer, wenn Heine eine Frage stellt, hebt in der Aula der Hochschule Hannover in Kleefeld ein riesiges Gesumme an wie in einem Bienenkorb.

Der Professor zeigt auf der Leinwand Bilder, die illustrieren, dass Werbung im Internet völlig anders funktioniert als in Fernsehen oder Zeitungen. Die Kinder dürfen abstimmen: Die Hälfte interessiert sich nicht für die eingeblendete Milch-Werbung. „Damit ist diese Werbung halb verpufft. Ihr seht sie nicht an. Im Internet dagegen können die Firmen mitkriegen, wenn ihr Produkte anguckt und merken sich das.“ Allerdings nützt es nicht viel, immer das gleiche Produkt vorzuschlagen.

Heine zeigt eine Tabelle mit Kindernamen und ihren Lieblingsbüchern. „Julia“ interessiert sich für verschiedene Abenteuerbücher. Die jungen Zuhörer im Saal schlussfolgern ganz richtig, dass sie wohl auch die „5 Freunde“ mögen wird. „Computer sind erst mal viel blöder als ihr. Sie verstehen nicht, welche Bücher ähnlich sind. Dafür können sie aber gut zählen.“ Und Heine erklärt seinen Zuhörern, wie sie herausfinden, welche Kinder auf der Liste besonders viele Übereinstimmungen haben. So lässt sich annehmen, dass „Julia“ auch Bücher mögen könnte, die den Kindern mit ähnlichem Geschmack gefallen.     

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