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Kinder aus Hannover bauen japanisches Katastrophen-AKW aus Lego nach

Mahnmal Kinder aus Hannover bauen japanisches Katastrophen-AKW aus Lego nach

Als Fukushima langsam aus den Medien und der öffentlichen Wahrnehmung verschwand, hatte Flori Strobach aus Hannover eine Idee. Zusammen mit seinem elfjährigen Freund Lukas Minar wollte er das havarierte Atomkraftwerk aus Lego-Steinen nachbauen.

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Selten war Lego so politisch: Flori (links) und Lukas mit ihrem Nachbau von Fukushima.

Quelle: Martin Steiner

Hannover. Der 11. März war in diesem Jahr für den elfjährigen Flori Strobach ein einschneidender Tag. Denn mit dem Erdbeben in Japan begann auch die nukleare Katastrophe von Fukushima, die ihn tief bewegt hat. „Ich habe mich richtig erschreckt“, sagt Strobach, der sich um die Menschen sorgt und Angst vor einer Atomkatastrophe hat. In der Schule und im Freundeskreis wurde damals fast täglich über Atomkraftwerke diskutiert, sein Vater Ralf Strobach ging auf die Demonstrationen gegen Kernenergie, Flori demonstrierte mit.

Als Fukushima langsam aus den Medien und der öffentlichen Wahrnehmung verschwand, hatte Flori eine Idee. Zusammen mit seinem elfjährigen Freund Lukas Minar wollte er das havarierte Atomkraftwerk aus Lego-Steinen nachbauen. „Ich wollte die Katastrophe anders darstellen als auf Fotos. Und ich baue manchmal einfach gern mit Lego rum.“

Entstanden ist ein fast zwei Quadratmeter großes Abbild von Fukushima I. Man erkennt die drei schwer beschädigten Kraftwerksblöcke, sieht Flammen aus den Trümmern herausschlagen und Feuerwehrwagen. Menschen sieht man keine. Die stehen auf einer anderen Lego-Plattform, die Flori und Lukas gebaut haben. Dort schwenken Hunderte Lego-Menschen Anti-Atomkraft-Fahnen und -Transparente vor einer Bühne. „Das ist eine Anti-Atomkraft-Demonstration wie auf dem Opernplatz in Hannover“, erklärt Flori. An der Bühne prangt ein selbst gebasteltes Banner mit der Aufschrift „Atomkraft abschalten sofort“.

Die Lego-Bauten stehen mittlerweile im Schaufenster der Bürgerinitiative Umweltschutz in der Stephanusstraße in Linden. Floris Vater zeigt mit Stolz darauf. „Viele Menschen bleiben interessiert stehen – so einen Hingucker hatten wir wohl noch nie“, sagt Strobach, der betont, nicht geholfen zu haben.

Mit dem Schaufensterplatz ist Flori sehr zufrieden, kommt es seinem eigentlichen Anliegen doch sehr nah. „Fuku-shima ist gerade kein Thema mehr, aber die Gefahr bleibt“, sagt Flori mit überzeugter Stimme. Auch in Deutschland könnten Flugzeuge in Kraftwerke stürzen. „Darum müssen Atomkraftwerke abgeschaltet werden.“ Sein Lego-Bau soll mahnen. „Man sollte dieses Risiko ganz einfach nicht eingehen.“ Selten war Lego so politisch.

Jan Sedelies

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