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Kinder vom Burgweg schwänzen 60 Tage pro Jahr

Integrationsprobleme Kinder vom Burgweg schwänzen 60 Tage pro Jahr

Die Stadt unterhält in der ehemaligen Paul-Dohrmann-Schule im Burgweg 5 eine Notunterkunft für obdachlose Familien aus Rumänien. Dass die meisten Kinder aus der Unterkunft nur unregelmäßig zur Schule gehen, ist bekannt. Nun liegen dazu genauere Zahlen vor: Durchschnittlich sollen die Kinder 60 Tage im Jahr schwänzen.

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Ist ein Bußgeld für die Eltern die richtige Maßnahme, um das verbreitete Schwänzen zu verhindern?

Quelle: Archiv

Hannover. Zu den Bewohnern gehören 33 schulpflichtige Kinder im Alter von sechs bis 17 Jahren. Das Gebäude liegt im Einzugsbereich der Grundschule Wendlandstraße in Herrenhausen. Schulleiterin Hilke Bertram schätzt, dass rund 20 Kinder zwischen sechs und elf Jahren aus der Unterkunft ihre Schule besuchen.

Im Durchschnitt kommen diese Schüler an 60 Tagen im Schuljahr nicht in die Schule. „Das bedeutet, dass manche Kinder an 30 Tagen fehlen, andere an 90 Tagen im Jahr“, erläuterte Stadtbezirksmanagerin Astrid Schepers jetzt im Bezirksrat Nord. In der Obdachlosenunterkunft Burgweg 13, einem Containerbau, leben weitere 21 schulpflichtige Kinder, von denen die rund 15 Grundschüler der Fichteschule in Hainholz zugeordnet sind.

Müll, mysteriöse Limousinen, schwierige Integration: Eine Obdachlosenunterkunft für Südosteuropäer im Stadtteil Burg sorgt für Probleme. Dort wächst der Ärger der Anwohner um die Bettel-Clans, die dort wohnen. Doch die Stadt und der Betreiber sind hilflos gegenüber dem Treiben. Eine Parallelwelt hat sich dort entwickelt.

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Schulleiterin Cornelia Heimbucher hatte bereits bei anderer Gelegenheit berichtet, dass auch diese Kinder sich bis auf wenige Ausnahmen sehr schwer damit tun, regelmäßig zu kommen.

Die Lehrer versuchen, mit schriftlichen Mahnungen auf den Schulbesuch hinzuarbeiten. Fruchtet das nicht, verhängt das Ordnungsamt der Stadt Bußgelder. „Die Eltern direkt anzusprechen ist aus sprachlichen Gründen sehr schwierig. Und die Sozialarbeiter in der Unterkunft können die Eltern auch nicht zwingen“, sagt Hilke Bertram.

An die beiden Grundschulen gehen weitere Schüler, die nicht Deutsch sprechen, Flüchtlinge und andere Einwandererkinder. „Bei allen diesen Kindern stellen sich schneller Lernerfolge ein“, berichtet die Leiterin der Grundschule Wendlandstraße. Denn in der Regel haben sie Vorkenntnisse, die den Schulbesuch erleichtern, sie wissen, wie sie einen Stift halten, mit einer Schere hantieren.

Den Kindern aus der Obdachlosenunterkunft fehlen diese Erfahrungen, sagt Hilke Bertram. „Eigentlich brauchen wir eine zusätzliche Person im Unterricht, die sie orientiert, was sie als Nächstes machen sollen.“ Dennoch sieht Bertram es bereits als Erfolg, dass diese Kinder überhaupt zur Schule kommen. Die Eltern hätten meist keine Schule besucht.

Im Bezirksrat Nord bestanden Zweifel, ob ein Bußgeld bei Familien ohne Einkünfte viel bewirken könne. Stadtbezirksmanagerin Astrid Schepers verwies auf die beträchtlichen Kindergeldzahlungen für oft sechs bis acht Kinder pro Familie. Sie berichtete von einem Paar, das für acht Wochen nach Rumänien in die Heimat gefahren ist. Ihre Kinder ließen die Eltern in Hannover, weil sie Bußgelder vermeiden wollten. „Diese Folge wünscht sich auch niemand.“

An der Obdachlosenunterkunft am Burgweg liegt oft Müll herum, Anwohner beschweren sich öfters darüber. In diesem Zusammenhang war im Herbst auch öffentlich bekannt geworden, dass die Kinder dort kaum der Schulpflicht nachkommen.

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