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Sehfest

Kinderfilmfest ist ab sofort wieder buchbar

Von Conrad von Meding

Es ist das größte Kinderfilmfest Niedersachsens: 24 verschiedene Produktionen kommen vom 19. bis zum 29. Februar 2012 bei der mittlerweile neunten Auflage des „Sehpferdchens“ zur Aufführung im Kommunalen Kino im Künstlerhaus. Ab sofort können Lehrer und andere Interessierte wieder Termine reservieren.
Foto: Qual der Wahl: Für das Kinder- und Jugendfilmfest Sehpferdchen hat das Organisationsteam des Medienpädagogischen Zentrums und des Medienzentrums der Region Hannover über 50 Filme gesichtet.

Qual der Wahl: Für das Kinder- und Jugendfilmfest Sehpferdchen hat das Organisationsteam des Medienpädagogischen Zentrums und des Medienzentrums der Region Hannover über 50 Filme gesichtet.

Hannover. Das Filmfestival soll Kindern einen kritischen Umgang mit dem Medium Film ermöglichen. Bei der Auswahl der diesjährigen Filme seien wieder „besonders solche Filme berücksichtigt, die in Deutschland noch keinen Verleih haben und daher nur geringe Chancen haben, in viele Kinos zu kommen“, sagt Andreas Holte, Leiter des Medienzentrums der Region Hannover und des Medienpädagogischen Zentrums.

Wie bei „großen Filmfestivals“ kommen Regisseure, Schauspieler und andere Experten zu den Vorführungen, alle Vorstellungen sind moderiert. Im Kino in der Sophienstraße gibt es zudem ein liebevoll ausgearbeitetes Begleitprogramm mit Filmschule, Werkstätten, einer Festivalredaktion und Film-Patenschaften. Die Filme laufen teils vormittags, teils an Nachmittagen, aber auch Abendvorstellungen („Generationenkino“) sind im Programm. Der Eintritt kostet drei Euro, abends etwas mehr, Inhaber des Hannover-Aktiv-Passes haben freien Eintritt.

Das Programm

Für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren gibt es insgesamt 15 Filme zu sehen, darunter:

„Auf leisen Pfoten“ (Belgien/Frankreich 2011, ab 7): Ein sechsjähriges Mädchen verbringt eine Woche allein im Wald, mutig, erfindungsreich und aus Trotz gegen ihre Eltern.

„Stanleys Lunchbox“ (Indien 2011, ab 7): Eigentlich hat Stanley in seiner Schule keine Probleme. Doch warum hat er nicht wie alle anderen Kinder eine Lunchbox dabei? Ein fesselnder Blick in den Alltag einer indischen Schule – mit einigen Bollywood-Elementen.

„Kukys Rückkehr“ (Tschechien 2010, ab 8): Das ebenso anrührende wie turbulente Trickfilm-Abenteuer eines Teddys im realen tschechischen Wald – und es klingen Fragen an vom Werden und Vergehen des Lebens und in der Natur.

„Mit erhobenen Händen“ (Frankreich 2010, ab 10): Wie sich Kinder der brutalen Abschiebung von Migranten widersetzen: mutig, einfühlsam und doch auch mit der Härte der Realität.

„Skellig“ (Großbritannien 2009, ab 11): Ein mystischer, mit großen Bildern und Gefühlen beeindruckender Film über einen sonderbaren Mann im Gartenschuppen. Skellig wird von Michael entdeckt und zusammen mit seiner Freundin motiviert, das Leben der schwerkranken, neugeborenen Schwester Michaels zu retten. Wird es ihm gelingen?

„Monsieur Lazhar“ (Kanada 2011, ab 12): Kann ein „falscher“ Lehrer, der auch noch aus Algerien emigriert ist, ein „richtiger“ Lehrer sein für Kinder, die ihre Lieblingslehrerin durch einen Selbstmord verloren haben? Ein provokativer und feinfühliger Film von Philippe Falardeau, der schon mit seinem Film „Ich schwör’s, ich war’s nicht“ beim Sehpferdchen 2010 einen Höhepunkt setze.

Sonderprogramm „Kinderfilmland Niederlande“: Eine Nachmittagsreihe mit Kinderfilmen aus den Niederlanden, die sich mit leichter Hand, oft auch sehr humorvoll und in vielen Facetten dem Alltag von Kindern und Erwachsenen widmen.

Für Jugendliche über 14 Jahren gibt es unter anderem diese Filme:

„Tausendmal stärker“ (Schweden 2010, ab 14): Die Jungs sind cool und dominieren das Geschehen. Die Mädchen müssen sexy sein oder werden nicht beachtet. So ist das – bis eines Tages die neue Mitschülerin Saga an die Schule kommt und zum Machtkampf der Geschlechter aufruft.

„Du fehlst mir, du fehlst mir!“ (Schweden/Finnland 2011, ab 14): Tina und Cilla sind Zwillingsschwestern, äußerlich gleich, aber zwei ganz verschiedene Persönlichkeiten. Als Cilla bei einem Autounfall ums Leben kommt, beginnt für Tina eine schwierige Zeit der Trauer und der Bewältigung.

„Und dann der Regen“ (Spanien/Frankreich/Mexiko 2010, ab 15): Ein Filmteam will in Cochabamba/Bolivien einen Spielfilm über Kolumbus drehen. Dabei gerät der Kolonialismus-kritische Regisseur und sein Stab mitten hinein in einen neokolonialen Konflikt um die Privatisierung der Wasserversorgung, in dem sich die indianische Bevölkerung und die Staatsmacht gegenüber stehen.

„The Green Wave“ (Deutschland 2010, ab 15): Der deutsch-iranische Regisseur Ali Samadi-Ahadi komponiert aus heimlich aufgezeichneten Bildern von Handys und Fotokameras, aus Twitter-Botschaften, Blog-Einträgen und Interviews ein Bild der ‚Grünen Revolution’ im Iran 2009. Ein Plädoyer für Menschenrechte.

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