Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Kinderklinik Auf der Bult bangt um Spezialisten

Gesetzentwurf der Bundesregierung Kinderklinik Auf der Bult bangt um Spezialisten

Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung macht der Kinderklinik Auf der Bult große Sorgen: Berlin plant, die Ausbildung zum Krankenpfleger zu vereinheitlichen und nicht mehr speziell Kinderkrankenpfleger, Krankenpfleger und Altenpfleger ausbilden zu lassen. Das allerdings wäre aus Sicht von Thomas Beushausen, Direktor der Klinik Auf der Bult, eine „Katastrophe“.

Voriger Artikel
350.000 Euro stützen morsche Bäume
Nächster Artikel
Das müssen Sie beim Umtausch beachten

„Qualifizierte Fachkräfte gehen verloren“: Kinderkrankenschwester Katharina Fütterer (re.) mit Mutter Jenni Hanusch und dem drei Monate alten Tim.

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Das Kinderkrankenhaus Auf der Bult fürchtet gravierende Qualitätseinbußen bei der Versorgung seiner jungen Patienten. Grund sind aktuelle Pläne der Bundesregierung, die spezielle Ausbildung zum Kinderkrankenpfleger abzuschaffen. Künftig sollen nur noch Pflegekräfte ohne Spezialgebiet ausgebildet werden. Für den Ärztlichen Direktor des Kinderkrankenhauses, Thomas Beushausen, sind diese Pläne eine „Katastrophe“. „Niemand käme auf die Idee, Kinderärzte mit der Begründung abzuschaffen, Internisten oder Geriater könnten Kinder schließlich auch behandeln“, sagt Beushausen. Das Spezialwissen von „qualifizierten Fachkräften für unser hoch spezialisiertes Kinderkrankenhaus Auf der Bult“ gehe auf Dauer verloren. Denn die Pflege und Unterstützung kranker Kinder und Jugendlicher bei Diagnostik und Therapie durch speziell geschulte Kinderpflegekräfte sei unverzichtbar.

Das Bundesgesundheitsministerium und das Familienministerium wollen die drei unterschiedlichen Ausbildungen zur Kinderkrankenpflege, Krankenpflege und Altenpflege abschaffen und zu einer Ausbildung zusammenfassen. Ziel ist es, die Auszubildenden auf „einen universellen Einsatz in allen allgemeinen Arbeitsfeldern der Pflege“ vorzubereiten. Zudem wollen die Ministerien den Wechsel zwischen den unterschiedlichen Pflegebereichen erleichtern und den Mitarbeitern zusätzliche Einsatz- und Aufstiegsmöglichkeiten bieten.

Mit einem solchen Gesetz werde es noch schwieriger für Kinderkliniken oder auf Kinder spezialisierte Krankenhausabteilungen, qualifiziertes Fachpersonal zu bekommen, sagt die Leiterin der Krankenpflegeschule des Kinderkrankenhauses Auf der Bult, Sabine Marx. Es gebe keine andere Patientengruppe, die sich sowohl geistig als auch körperlich und seelisch so schnell und komplex entwickele wie Kinder, betont Marx. Bei Säuglingen müsse die Pflegekraft die spezielle Anatomie kennen. „Ein Durchfall ist beispielsweise viel schneller lebensbedrohlich, weil der Flüssigkeitsanteil in einem Säuglingskörper im Verhältnis viel höher ist als bei Erwachsenen“, sagt sie. Zudem könne ein Säugling nicht sagen, wo er Schmerzen habe, die Pflegekraft müsse auf andere Signale achten.

Das Kinderkrankenhaus Auf der Bult hat 874 Mitarbeiter, davon arbeiten 416 als Pflegekräfte. Bei der Kinderpflege ist der Frauenanteil besonders hoch: Nur 20 Pflegekräfte sind männlich. Das entspricht einem Anteil von weniger als 5 Prozent. An der hauseigenen Pflegeschule lernen derzeit 90 Schüler in drei Kursen. Durchschnittlich legen jedes Jahr 25 Frauen ihr Examen als Kinderpflegerinnen ab. Unter den bisher insgesamt 2075 Schülern seit Bestehen der Schule im Jahr 1922 waren nur 23 Männer.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus der Stadt
Es war einmal in Hannover. Aber wo?

Auf in eine neue Runde: Sie kennen sich in Hannover aus? Zeigen Sie es! Schauen Sie sich die historischen Stadtansichten an, und erraten Sie, wo die Aufnahmen gemacht wurden. Direkt hinter dem historischen Foto sehen Sie die Auflösung – in Form eines aktuellen Vergleichsbildes.

300.000 Kunden am dritten Adventswochenende in der City

Es ist Hochsaison für Geschenkekunden: Etwa 300.000 Menschen strömten allein am Sonnabend in Kaufhäuser und Geschäfte. Wer das erledigt hatte und danach noch zum Weihnachtsmarkt wollte, musste Zeit mitbringen: Zwischen Marktkirche, Holzmarkt und Ballhofplatz war zeitweise kaum Durchkommen.