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Aus der Stadt Mogli zum Mitsingen
Hannover Aus der Stadt Mogli zum Mitsingen
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00:32 16.07.2015
Von Juliane Kaune
Dschungelbuch im Zoo Hannover Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Im Zoo herrscht der Ausnahmezustand. Tiger, Affe, Wolf und Schlange - sonst mit gutem Grund voneinander getrennt - treffen in der Showarena der Sambesi-Landschaft aufeinander. Dann kommen auch noch ein Panther und ein Bär hinzu. Die Tierpfleger müssen aber nicht eingreifen. An diesem Abend sind sie gar nicht zuständig.

Denn es sind Menschen in tierischen Kostümen, die die Arena mit Beschlag belegen. Sie singen, tanzen und bekommen viel Applaus - es sind die Darsteller des Kindermusicals „Das Dschungelbuch“, das Montag vor fast 600 geladenen Gästen Premiere feierte. Wegen des wechselhaften Wetters hatte das Zoo-Management die Zuschauer wohlweislich mit Regencapes ausgestattet. Dabei hatten die Veranstalter und das Publikum großes Glück: Pünktlich zum Beginn klarte der Himmel auf - und erst kurz vor Schluss der Vorstellung fing es wieder an zu regnen.

Im 150. Jahr seines Bestehens bietet der Zoo den Hannoveranern gemeinsam mit dem GOP-Varieté ein besonderes Programm: Bis zum 9. August ist in der Sambesi-Arena das Stück aus der Feder von Christian Berg zu sehen - frei nach der berühmten Erzählung des britischen Autors Rudyard Kipling. Die Lieder sind allerdings nicht die Klassiker aus dem Disney-Film. Die Musik des Musicals stammt von Liedermacher Konstantin Wecker. Unter den Zuschauern, die zumindest mitklatschten, waren Martin Prenzler von der City-Gemeinschaft mit seiner Frau Caroline und den Kindern Paul (3) und Naomi (6). Jens Eckhoff von der Band Wir sind Helden war mit Sohn Konrad (5) gekommen, 96-Torwarttrainer Jörg Sievers hatte seine Tochter Mia (5) dabei. „Ich fand den Bären Balu früher immer super - das war auch mal mein Spitzname“, verriet Eckhoff. Auch Hannovers Personaldezernent Harald Härke frischte seine Kindheitserinnerungen auf und gestand: „Ich liebe das Dschungelbuch und habe auch die CD zu Hause.“

Ganz neu ist die Musical-Inszenierung um den Waisenjungen Mogli nicht - bereits vor drei Jahren war sie im GOP zu sehen. Eine echte Premiere indes ist die Freiluftshow in der afrikanischen Sambesi-Arena, die mit 300 Metern Stoff und anderer Bandenverkleidung sowie 26 Kübeln mit Palmen und Bambus in einen indischen Dschungel verwandelt worden ist. Dort erzählen die als Tiere verkleideten fünf Schauspieler in 13 Rollen mit viel Klamauk die Geschichte um den Waisenjungen Mogli (Julia Breier), der von Wölfen großgezogen wird und auf der Flucht vor dem menschenfressenden Tiger Shir Khan (Ari Gosch) seine Abenteuer im Dschungel erlebt.

Das temporeiche Stück ist so angelegt, dass das Publikum in der bekannten Geschichte Vertrautes und Neues entdeckt. Natürlich gibt es den Panther Baghira (Michael Ihnow), der Mogli vor Shir Khan retten soll. Und natürlich begegnet der Junge der illustren Dschungelgesellschaft mit dem Bären Balu (Mathias Kusche), der Schlange Kaa (Marina Granchette) und dem Chef der Affenbande (ebenfalls Ihnow). Doch es gibt auch einen wortgewandt-witzigen Erzähler, der in Kiplings Original nicht vorkommt. Wenn er nicht im Shir-Khan-Kostüm steckt, übernimmt Ari Gosch diesen Part - und fordert die Zuschauer. Einfach nur dasitzen und zuschauen reicht nicht. Unerbittlich holt er die jungen (und auch einige ältere) Gäste auf die Bühne, bittet das Publikum 0um Hilfe beim Erzählen und animiert immer wieder zum Mitsingen. Was recht gut klappt. Denn eingängig sind die Songs alle - ob „Keine Feier ohne Geier“, der „Dschu-Dschu-Song“, das „Elefantengetrampel“ oder der „Schlangenrap“. Und wer weiß - vielleicht gefällt die ungewohnte Geräuschkulisse ja auch den echten Tiere im Zoo.

Die Vorstellungen beginnen nachmittags um 14 und 17 Uhr. Karten kosten 23,90 Euro für Erwachsene und 16,90 Euro für Kinder; Kinder bis drei Jahre haben freien Eintritt; Familienticket für vier Personen: 74 Euro. Die Tickets berechtigen eine Stunde vor und nach der Show zum Zutritt auf das Zoo-Gelände. Mehr Informationen untererlebnis-zoo.de.

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