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Stadt fehlen weiter viele Krippenplätze

Kindertagesstättenbericht 2017 Stadt fehlen weiter viele Krippenplätze

Der Krippenausbau in Hannover kommt – trotz dramatischen Mangels – weiter nur sehr schleppend voran. Das geht aus dem Kindertagesstättenbericht 2017 hervor, der am Montag im Jugendhilfeausschuss vorgestellt wurde. 

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Sie haben einen Platz: Die Kinder der Kita Waldbären in der List toben ausgelassen.

Quelle: Heidrich

Hannover. 54,5 Prozent aller Kinder zwischen ein und zwei Jahren wurden laut Kindertagesstättenbericht am Stichtag der Erhebung der Daten, am 1. Oktober 2016, betreut. Damit konnte sich die Stadt gegenüber 2015 zwar um 0,9 Prozentpunkte steigern. Allerdings: Ende 2013, in dem Jahr also, als der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz gesetzlich eingeführt wurde, lag die Betreuungsquote bei den Ein- bis Zweijährigen schon bei rund 55 Prozent.

Geburtenzahl explodiert

Mit einem „erheblichen Kraftakt“, so der damalige Sozialdezernent Thomas Walter, hatte die Stadt innerhalb von fünf Jahren – vom Beschluss des Rechtsanspruchs 2008 bis zu seiner Einführung 2013 – fast 1800 neue Betreuungsplätze geschaffen. Seitdem kamen – das kann man dem diesjährigen Kindertagesstättenbericht entnehmen – nur noch einmal rund 700 Plätze dazu. Gleichzeitig aber explodierte die Geburtenzahl genau in dieser Zeit förmlich: Lebten 2013 noch rund 9500 Kinder zwischen ein und zwei Jahren in Hannover, waren es 2016 schon rund 10 400.

2017 wird ein neues Bevölkerungshoch bei den Kleinsten erwartet: Die Zahl der Ein- und Zweijährigen, die in die Krippen drängen, wird bei knapp 10 700 liegen. Eltern können einen Krippenplatz mittlerweile nicht nur einklagen. Sie haben sogar Anspruch auf Schadensersatz, wenn sie ihn nicht bekommen.

Dazu kommt: Ob ein Kind einen Platz in einer Krippe bekommt, hängt stark vom Stadtteil ab. Dabei gilt im Prinzip: Je ärmer die Eltern, desto schlechter die Chancen. Denn unterversorgt sind in Hannover vor allem zwei der ärmsten Stadtbezirke. In Ricklingen liegt die Betreuungsquote für Krippenkinder gerade einmal bei 37,3 Prozent. Bei der Arbeitslosenquote (9,2 Prozent) und bei der Quote derjenigen, die Transferleistungen beziehen (21,9 Prozent), sind sie dagegen Spitzenreiter. Nur in Ahlem-Badenstedt-Davenstedt ist die Krippenbetreuung noch schlechter. Dort steht gerade einmal für jedes dritte Kind im Stadtteil (33,6 Prozent) ein Platz bereit. Bei der Zahl der Arbeitslosen (8,9 Prozent) und derjenigen, die Transferleistungen bekommen (20,4 Prozent), liegt Ahlem-Badenstedt-Davenstedt ebenso wie Ricklingen ganz vorne in der Stadt. Zum Vergleich: Die niedrigste Arbeitslosenquote und die niedrigste Zahl der Empfänger von Transferleistungen gibt es im Stadtbezirk Südstadt-Bult. Sie liegt dort bei 3,4 beziehungsweise 6,9 Prozent.

Eine niedrige Versorgung im Krippenbereich – zwischen 30 und 40 Prozent – gibt es stadtweit neben diesen beiden armen Stadtteilen nur im Stadtteil Kirchrode-Bemerode-Wülferode, in dem auch viele gut situierte Familien leben. Dort ist nach Angaben der Stadt die Nachfrage nach Krippen aber nicht so groß.     

45,8 Prozent mit 
Migrationshintergrund

Fast die Hälfte aller institutionell betreuten Kinder bis neun Jahren hat mittlerweile einen Migrationshintergrund. 22 767 Kinder in dieser Altersspanne werden insgesamt in Hannover in Krippen, Kindergärten oder Ganztagseinrichtungen für Schulkinder betreut, 10 435 von ihnen, das sind 45,8 Prozent, haben nicht die deutsche Staatsangehörigkeit oder stammen aus einer eingebürgerten Familie mit Migrationshintergrund, die in zweiter oder dritter Generation hier lebt.

Kita-Betreuungsquote liegt bei 101,2 Prozent

Die Betreuungsquote der Kindergartenkinder liegt stadtweit bei eindrucksvollen 101,2 Prozent. Spitzenreiter sind hier Stadtteile wie Südstadt-Bult (116,9 Prozent), Döhren-Wülfel (116,9 Prozent) und Buchholz-Kleefeld (118,7 Prozent). Die hohe Quote in Buchholz-Kleefeld kommt nach Angaben der Stadt auch deshalb zustande, weil es dort überproportional viele Betriebskitas gibt – unter anderem die der MHH, in der Kinder aus dem gesamten Stadtgebiet untergebracht seien. In den beiden armen Stadtbezirken Ricklingen (83,2 Prozent) und Ahlem-Badenstedt-Davenstedt (82,6 Prozent) ist die Versorgung auch bei den Kitas besonders schlecht. Sie fällt rund 20 Prozentpunkte niedriger aus. Beide Stadtbezirke sind Schlusslichter in diesem Bereich.

So läuft die 
Schulkindbetreuung

68 Prozent der Schulkinder werden in Hannover mittlerweile im Schnitt in Ganztagsangeboten betreut: Sei es im Hort, in der Tagespflege oder im Ganztagsschulangebot. Auch hier sind die Unterschiede zwischen den Stadtbezirken enorm: Während in Mitte gerade einmal 26,3 Prozent der Schulkinder nachmittags nach der Schule einen Platz in einer Betreuungseinrichtung finden, sind es in Linden-Limmer eindrucksvolle 120,2 Prozent. Noch unter 50 Prozent liegt die Quote auch in Nord (38 Prozent) und in Misburg-Anderten (38,5 Prozent). Die Stadtbezirke Ricklingen und Ahlem-Badenstedt-Davenstedt stehen im Vergleich dazu mit jeweils knapp über 60 Prozent etwas besser da.

Alleinerziehende 
nutzen Angebote

Alleinerziehende Eltern in Hannover nehmen eine Betreuung für ihr Kind stärker in Anspruch, je älter ihr Kind wird. Während der Anteil der Kinder von Alleinerziehenden im Krippenbereich noch bei 9,7 Prozent liegt, sind es im Kindergartenbereich bei den Drei bis Sechsjährigen schon 15,8 Prozent. Im Schulalter steigt die Zahl weiter auf 26,4 Prozent an.

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