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Endspurt

Kinos und Geschäfte eröffnen am Raschplatz

Von Conrad von Meding

Alles neu hinterm Hauptbahnhof: 
In der nächsten 
Woche eröffnen
 Kinos und Geschäfte
 in den komplett
 umgestalteten 
Räumen am Raschplatz.
Letzte Arbeiten: Monteure befestigen Fassadenteile an den Eingängen zur Baggi-Disko und zu den Kinos.

Letzte Arbeiten: Monteure befestigen Fassadenteile an den Eingängen zur Baggi-Disko und zu den Kinos.

© Thomas

Jetzt kehrt wieder Leben am Raschplatz ein: Auch wenn der Platz selbst wegen des Winterwetters noch einige Zeit auf seine Fertigstellung warten muss, putzt sich der einst triste Betonbau aus den siebziger Jahren an seiner Westseite mit viel Glas und modern-schwarzen Basaltplatten heraus. Die Baggi-Disko ist bereits saniert, nächste Woche eröffnen die komplett erneuerten vier Programmkinos, auch die Geschäfts- und Büroflächen werden jetzt nach und nach bezogen. „Es war ein Kraftakt“, sagt Bauherr Thomas Heinemann, Geschäftsführer der Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG). Seit August 2008 ist das Areal eine Großbaustelle.

Wer sich noch an das leicht muffige Ambiente von Fairbanks und Graffiti, Hollywood und Colosseum erinnert, wird überrascht sein vom neuen Design der Raschplatz-Kinos. In den vier Sälen wurden zwar die Grundrisse nur geringfügig verändert, auch sind sie im Retro-Stil mit Designleuchten und typischen Plüsch-Kinosesseln leicht an die Vorgängergestaltung angepasst. Vor allem das Foyer aber hat durch die neue Architektur des Gebäudes an Platz und Qualität gewonnen. Sogar die großen Fensterscheiben zum Raschplatz sind schon geputzt: Am Donnerstag feiern die Kinos mit ihren Betreibern Joachim Flebbe und Torben Schaller Wiedereröffnung in den neuen alten Kinos, am Freitag startet der offizielle Spielbetrieb.

Rund eine Million Euro haben Bauherr HRG und Flebbes Vereinigte Filmtheaterbetriebe investiert. Alle Säle sind jetzt auch behindertengerecht erreichbar, moderne Toiletten stehen zur Verfügung, im Foyer werden Sitzplätze zum Verweilen einladen – nur Popcorn wird es weiterhin nicht geben. Die Kinos sind sogar für Digitalprojektionen vorbereitet. Noch werden sich dort zwar die bewährten Filmrollen drehen. „Aber auf dem Dach ist schon die große Antenne installiert, mit der die Filme gewissermaßen direkt aus Hollywood eingespielt werden können“, sagt HRG-Chef Heinemann.

Eine Etage tiefer hat Drogist Rossmann seine Filiale bereits stark erweitert. Nächste Woche zieht noch ein weiteres Geschäft in die untere Raschplatzebene ein: McGeiz eröffnet einen zusätzlichen Billigladen. Der Umbau der Polizeiwache dauert noch ein wenig, sie zieht unter die große Freitreppe an der Baggi-Disko. Für die Beamten musste die Fassade noch einmal ausgetauscht werden: Sie benötigen Sicherheitsglas. Auch die Eröffnung der Spielbank, die ihr Angebot von der Osterstraße an den Raschplatz verlegt, wird noch etwas dauern. Im ersten Quartal wird es wohl nichts mehr, wahrscheinlich wird die Spielbank im Frühjahr zusammen mit dem Platz ihre Eröffnung feiern. Rund 15 Millionen Euro wird der Umbau des Gebäudes ohne den Spielbankanteil und die Platzgestaltung mit den großen Freitreppen am Ende gekostet haben, schätzt Heinemann. Dafür sind die zerklüfteten Fassaden begradigt worden, ist die gesamte Haustechnik erneuert und das Gebäude fit für die nächsten Jahrzehnte gemacht worden. Ursprünglich war der komplette Abriss mit Neubau eines fünfstöckigen Bürokomplexes geplant, doch es fand sich kein Hauptmieter. Zudem forderte die Stadtpolitik den Erhalt des charakteristischen Rundbaus der Baggi-Disko und auch den Verbleib der Raschplatz-Kinos an ihrem angestammten Ort. Jetzt sind statt großer Bürofluchten nur 21 einzeln vermietbare Büros mit Nutzflächen von 40 bis 100 Quadratmetern in den oberen Etagen entstanden, wo früher überwiegend Wohnungen waren. Die ersten werden in Kürze bezogen, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und ähnliche Berufsgruppen schätzen die Nähe zu Bahnhof und Innenstadt. „30 Prozent sind schon vermietet“, sagt HRG-Chef Heinemann. Auch im Untergeschoss sind noch zwei kleinere Flächen frei: Zwischen den U-BahnAusgängen im rückwärtigen Raschplatzbereich ist alles vorbereitet für den Einzug einer kleineren Unterwegs-Gastronomie, etwa einer Pizzeria, daneben könnte noch ein weiteres Geschäft eröffnen.

Geschlossen sind hingegen die alten Tunnel, die zum Busbahnhof führen. Nur durch schwere Stahltüren wird noch ein Zugang in das System der alten unterirdischen Wege gewährt – sie werden künftig zu Lagern umgebaut. Den Bau allerdings haben die Tunnel deutlich erschwert: Die Last der schweren Steinfassade des Raschplatzgebäudes durfte nicht auf den Tunneldecken ruhen, deshalb musste sie mit einer massiven Stahlkonstruktion komplett an die Betonwände gehängt werden. „Ein großer technischer Aufwand“, sagt HRG-Hausarchitekt Rainer Willmann.

Jetzt aber ist fast alles geschafft, nach und nach werden die Räume übergeben. Auf die HRG aber wartet bereits die nächste Aufgabe: Unter der benachbarten Parkhausspindel an der Rundestraße richtet sie für die Stadt das zweite Fahrradparkhaus her.

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  • Spielbank michael – 23.05.10
    naja, Banke sind in der Innenstadt überall, und zur not könnten die Spielbanken selber Geldautomaten betreiben oder ihre Spielchips per ec-Karte verticken.

    Aber extra eine Autwertung für einen Platz, der in seinem Hauptbereich nur Platz für einen Billigwarenladen, eine Spielbank und gegenüber die Sparkasse auf voller Länge hat? Und die große Freitreppe, die da unten rein führt, ist jetzt schon versifft. Irgendwie war das für die Katz. Und der schware Klotz oben genauso. Schade, andere Teile der Innenstadt hat Hannover in den letzten Jahren besser saniert gekriegt. Vielleicht lags an der Expo, da haben auch andere auf uns geschaut, jetzt setzen sich wieder unsere eigenen Dilettanten durch
  • Mc Geiz - Perlen vor die Säue kritisch – 14.02.10
    Bitte um Aufklärung - wer wird als "Perle" und wer als "Säue" bezeichnet? Kann man sehr geteilter Meinung sein.
    Schnäppchenjäger sind doch anscheinend "in".
    In (nicht zu verwechseln mit "auf" dieser Ebene - sprich Niveau) dieser Ebene findet man doch auf dem Weg bis zum Kröpcke einige Anbieter, die in manchen Segmenten sich ähneln, wenn auch in den Artikeln sie sich manchmal unterscheiden. Allerdings braucht man dazu nur paar Meter hinter den Raschplatz zu gehen, um auch günstig einkaufen zu können.
    Ist es etwa Absicht, dass man nicht mehr so schnell dorthin von der Unteretage oder U-Bahn kommt?

    Ist doch wichtiger und darf im Gegensatz nicht angegriffen werden - obwohl ich auch einen stressfreien Zugang in Richtung "Lister Meile" wünschen würde:
    Den "Einkauf" in Spiel-Casinos oder manchmal eher fraglichen Zeitvertreib in bestimmten Kinofilmen, die nicht unbedingt zu friedlichen Gedanken und Umgang animieren, "darf" man nicht hinterfragen unterbinden, sondern nur fördern!!!
  • McGeiz Der Kritiker – 14.02.10
    Da wird endlich der Raschplatz aufgewertet - und ein Teil der Fläche an McGeiz vermietet --> Perlen vor die Säue ...
  • dunkel wirds Martin – 14.02.10
    Ich kann nicht verstehen, wie diese dunkle Fassaden als modern und toll angesehen werden. Warum kann Architektur nicht etwas modernes, helles, lebensfrohes hervorbringen anstatt den dunklen Klotz genau wie vor dem Bahnhof die neuen Einkauszentren. Macht die Innenstadt nicht grade schöner.
  • modern-schwarz + Glas Lindener – 14.02.10
    Tja, Geschichte wiederholt sich eben... Es soll ja in den 70ern auch tatsächlich Menschen gegeben haben, die das Ihme-Zentrum modern nannten.

    modern = technokratisch-menschenfeindlich?
  • alles neu? s.a.m. – 14.02.10
    "Der einst triste Betonbau aus den siebziger Jahren putzt sich an seiner Westseite mit viel Glas und modern-schwarzen Basaltplatten heraus". modern-schwarze basaltplatten? gruseliger geht doch architektur kaum. und da passt dann ja auch mcgeiz prima dazu. billig, billig ...

  • Spielbank ... – 13.02.10
    sehr schlau von denen, den standort zu wechseln.denn in mittelbarer nähe der Sparkasse am raschplatz, wird der ein oder andere seine existenz verlieren.

    sehr schön ! [ironie]
  • danke sdfafd – 13.02.10
    haz

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