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Kirche fordert mehr Toleranz gegenüber Bettlern

Bettelmafia Kirche fordert mehr Toleranz gegenüber Bettlern

Es sei nicht möglich „gute von nicht guten Bettlern“ zu unterscheiden, sagt Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes. Die von der City-Gemeinschaft vorgetragene Kritik an Bettelbanden in der Innenstadt von Hannover sei übertrieben.

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Quelle: Michael Thomas

Hannover. Die Kirche hat zu mehr Toleranz gegenüber Bettlern in der hannoverschen Innenstadt aufgerufen. Die von der City-Gemeinschaft vorgetragene Kritik an Bettelbanden in der Innenstadt sei übertrieben, sagt Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes. Auch er ärgere sich über mögliche mafiöse Bettlerbanden und über bettelnde Frauen mit kleinen Kindern im Arm, betont der Pastor. Allerdings sei es nicht möglich, „gute von nicht guten Bettlern“ zu unterscheiden. Müller-Brandes betont, dass es jedem Menschen frei stehe, Bettlern etwas zu geben oder nicht. Wer sich nicht sicher sei, ob seine Spende etwas bewirke, könne das Geld auch den zahlreichen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe zukommen lassen.

In Hannover hat es in immer wieder eine Debatte um Bettler in der Innenstadt gegeben – doch für die City-Händler ist die Toleranzschwelle nun längst überschritten: Sie sprechen von einer regelrechten Mafia.

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Hannovers City-Kaufleute wünschen sich von der Stadt ein härteres Vorgehen gegen aggressives Betteln durch organisierte Gruppen. Die Kaufleute befürchten, die Bettler könnten Kunden vertreiben. Auch der Handelsverband Hannover bekräftigte gestern, es sei „traurig, dass durch aggressives Betteln und störende Aktionen die Lust am Bummel in den Einkaufsstraßen wieder beeinträchtigt wird“, wie Geschäftsführer Ullrich Thiemann sagte.

Stadtsprecher Udo Möller betonte hingegen, für ein rigideres Vorgehen gegen organisierte Bettler fehlten die rechtlichen Grundlagen. Betteln sei nicht verboten. Eingeschritten werden könne nur gegen aggressives Betteln, weil das als sogenanntes störendes Verhalten gewertet werden kann.

Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann betont das Recht aller Menschen zum Betteln. Zwar seien die Sozialhilfeleistungen in Deutschland eigentlich auskömmlich, es gebe aber immer wieder Menschen, die vom Sozialsystem nicht erreicht würden. Genauso wie Müller-Brandes lehnt auch Kreisel-Liebermann bedrängende Bettelei und organisierte Gruppen ab.

Stadt rechnet mit Anstieg vor Weihnachten

Nach Beobachtungen der Stadt schwankt die Zahl der Bettler je nach Jahreszeit. Wegen der herbstlichen Witterung gehe ihre Anzahl derzeit leicht zurück. Die Verwaltung rechnet aber mit einem erneuten Anstieg, wenn es auf die Weihnachtszeit zugeht.

Möglicherweise sind dann die Bettler an bestimmten Stellen der Stadt noch auffälliger als bisher. Denn im Bereich des Weihnachtsmarkts ist betteln generell nicht erlaubt. „Rechtlich möglich ist dies dadurch, weil es sich hier um eine geschlossene, praktisch private Veranstaltungsfläche handelt“, sagt er.

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