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Aus der Stadt Das "Fest für alle" lockt in Hannovers Altstadt
Hannover Aus der Stadt Das "Fest für alle" lockt in Hannovers Altstadt
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09:11 27.08.2017
Von Simon Benne
Quelle: Andreas Schinkel
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Hannover

Zahlreiche Menschen haben das Reformationsfest besucht. Allein an der Eröffnungszeremonie auf dem Marktkirchenplatz am Sonnabendmittag nahmen laut Polizei 1200 Besucher teil.

Bei der Musikauswahl legten die Veranstalter des Festes zum Reformatiomsjubiläum wert auf eine Mischung aus kirchlich, besinnlichen Tönen, ausgelassenem Swing und sogar Rap-Einlagen. Der Knabenchor Hannover trat auf, ebenso die Swingband rund um Sänger Juliano Rossi, sowie die Acapella-Gruppe Maybebop und Rapper Spax . "Diese Mischung aus Fröhlichkeit und Besinnlichkeit ist angemessen für das Reformationsjahr", sagte Ministerpräsident Stephan Weil in einer kurzen Ansprache.

Viel Applaus bekam die Ansprache von Reformationsbotschafterin Margot Käßmann. "Ihr dürft selber denken, das ist eine Kernbotschaft Luthers", sagte sie. Luther sei es gelungen, klar, verständlich und auf Deutsch zu schreiben. Er habe den "Ausbruch aus der Angst vor Gott" befördert. Befreit und vergnügt zu sein, dass gelinge den Protestanten leider bis heute zu wenig.

Etliche Stände von Kirchengemeinden und Initiativen rund um die Marktkirche luden nach der Eröffnungsshow zum Bummeln ein. "Ich bin eigentlich katholisch", sagte Robert Weemyer, der mit seinen beiden Kindern gekommen ist. Besonders die alte Buchdruckmaschine am Stand der Marktkirchenbuchhandlung hat es dem Nachwuchs angetan. Psalm 23, "Der Herr ist mein Hirte ...", pressen sie in Frakturschrift aufs Papier. "Für uns ist ein Besuch des Reformationsfestes Pflicht", sagt Julius Bloch. Seine Kinder sind in der Kita der Marktkirche untergebracht. Noch bis in die Nacht hinein wird in der Altstadt gefeiert.

Eintrag ins Goldene Buch

Bereits am Vormittag hatten sich zum Auftakt des Festes für alle, mit dem die evangelische Kirche das 500. Reformationsjubiläum feiert, Spitzenvertreter der großen Kirchen einträchtig ins Goldene Buch der Stadt eingetragen – und damit auch ein Zeichen ökumenischer Verbundenheit gesetzt.

Oberbürgermeister Stefan Schostok würdigte das Erbe der Reformation: "Ohne dieses Ereignis wäre unsere heutige Welt ganz anders", sagte er. Hannover sei eine weltoffene und tolerante Stadt, in der die Kirchen ihren festen Platz hätten. Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann zitierte ein Bonmot des früheren Oberbürgermeisters Herbert Schmalstieg: "Was Rom für die Katholiken ist, ist Hannover für die evangelischen Christen." Auch der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm bekannte sich zu Hannover als Sitz zahlreicher evangelischer Institutionen: "Diese Stadt ist unsere Heimat."

Der Bläserkreis der Musikschule spielte Luther-Choräle, und steinernen Blickes schaute die Luther-Büste aus der Rathauskuppel herab, als sich die Kirchenvertreter ins Goldene Buch eintrugen. Landesbischof Ralf Meister verewigte sich dort ebenso wie EKD-Präses Irmgard Schwaetzer, Reformationsbotschafterin Margot Käßmann, der reformierte Kirchenpräsident Martin Heimbucher, der katholische Weihbischof Nikolaus Schwerdtfeger, Landessuperintendentin Petra Bahr und Propst Martin Tenge. "Eine illustre Runde", wie Schostok sagte.

500 Menschen aus 40 Nationen singen Halleluja

Dann nimmt das Fest für alle zum Reformationsjubiläum Fahrt auf. 500 Menschen aus 40 Nationen haben am Nachmittag vor der Marktkirche ein Halleluja angestimmt. Hintergrund ist eine Wette von Oberbürgermeister Stefan Schostok und Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes. Beide gingen davon aus, dass Hannover es schafft, 500 Menschen aus mindestens 30 Nationen vor der Marktkirche zusammenzubringen, die gemeinsam Halleluja singen. Die Wette wurde klar gewonnen, dennoch erklärten sich Schostok und Müller-Brandes bereit, ihren Wetteinsatz einzulösen. Schostok wird an Bedürftige Essen ausgeben, Müller-Brandes ein Ständchen als Straßenmusiker geben.

Dass die Wette gewonnen wurde, liegt an Menschen wie Monika Len. Die Polin besucht zusammen mit Kollegen eine  Lehrerfortbildung in Hannover. "Wir schauten uns gerade das Rathaus an, als Herr Schostok uns bat, doch hierher zum Fest zu kommen und mitzusingen", erzählt Len. Auch eine Deutsch-Lehrerin aus der Ukraine ist dabei. "Jetzt schauen wir uns erstmal auf dem Fest um", sagt Len nach dem Halleluja und zieht mit ihren Kolleginnen los.

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Von Simon Benne und Andreas Schinkel

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