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"Brot für die Welt" startet Spendenaktion in Hannover

Kirchliche Hilfswerke "Brot für die Welt" startet Spendenaktion in Hannover

Es ist Geld, das hilft. Ganz einfach. Am Wochenende hat das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“ seine 57. Spendenaktion "Satt ist nicht genug! Zukunft braucht gesunde Ernährung" begonnen und beim Festakt im HCC stand Vandana Shiva auf der Bühne, Inderin und Trägerin des alternativen Nobelpreises.

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Landesbischof Ralf Meister.

Quelle: dpa (Archiv)

Hannover. Vandana Shiva erzählte von ihrem Projekt im Norden des Landes. Es heißt Navdanya und sein Ziel ist es, Kleinbauern unabhängig zu machen vom Saatgut großer Konzerne. Das ist teuer, wie auch Düngemittel und Pestizide, aber der Organisation ist es gelungen, dass die Bauern ihr Saatgut für eine nachhaltige Landwirtschaft ohne chemische Hilfe selbst herstellen. „Je organischer man arbeitet, desto mehr kann man aus dem Boden holen“, sagte Shiva. Keiner der Bauern im Projekt habe Schulden bei Konzernen, und die ökologisch hergestellten Lebensmittel ließen sich besser verkaufen.

Die neue Sammlung von „Brot für die Welt“, dessen Auftakt am Sonnabend in Hannover begann, steht unter dem Motto „Satt ist nicht genug! Zukunft braucht gesunde Ernährung“. Mehr als zwei Milliarden Menschen litten nach Angaben des Hilfswerks an Mangelernährung, sie werden häufiger krank, Kinder können sich nicht richtig entwickeln. Schuld daran trage auch minderwertiges Saatgut. „Brot für die Welt“ will deshalb dazu beitragen, traditionelle und nährstoffreiche Kulturpflanzen wiederzubeleben: Quinoa sowie Reis- und Hirsesorten. Dafür wird im kommenden Jahr in Deutschland um Kollekten und Spenden gebeten. Im zu Ende gehenden Jahr konnte das Hilfswerk 255 Millionen Euro für seine Projekte auf den Kontinenten ausgeben.

Für Ministerpräsident Stephan Weil war das Gelegenheit, in seinem Grußwort den Bogen zur gegenwärtigen Flüchtlingsdebatte zu schlagen. „Spenden für Brot für die Welt sind keine Almosen, sie gehören zur Weltinnenpolitik“, sagt der Sozialdemokrat. Gemeint ist, dass Menschen in Not dort nachhaltig geholfen werden müsse, wo sie leben, im Interesse auch der wohlhabenden Länder. „Die Reichen können nicht damit rechnen, wie gewohnt weiter zu leben, wenn Menschen anderswo nicht wissen, wie sie ein menschenwürdiges Leben führen sollen.“ Weil glaubt, dass sie sich vielleicht ebenfalls auf den Weg nach Deutschland machen könnten.

Sein Vorschlag indes, der Staat möge für jeden gespendeten Euro denselben Betrag drauflegen, im Sinne einer Weltinnenpolitik, dürfte eher auf der Bühne eines Festaktes eine gute Figur machen, denn in der Realität. Denn das wären weitere 255 Millionen Euro für „Brot für die Welt“, das ist kaum vorstellbar. Weil will seine Anregung demnächst in Berlin vorschlagen. „Ich werde darauf zurückkommen“, kündigte Präsidentin Cornelia Füllkrug-Weitzel an. Gute Argumente trug sie gleich vor. Vandava Shiva ist nur eine Ausgezeichnete, „Brot für die Welt“ habe außerdem mit zehn weiteren alternativen und drei Osloer Nobelpreisträgern zusammen gearbeitet.

Der Auftakt der Kampagne setzte sich am Sonntagmorgen mit einem Fernsehgottesdienst in der Marktkirche fort, zu dem auch Vize-Kanzler Sigmar Gabriel kam. Wegen der Sicherheitsvorkehrungen mussten Besucher früher als gewohnt da sein. Landesbischof Ralf Meister sagte in seiner Predigt, er wolle die Hoffnung nicht aufgeben, dass irgendwann alle Menschen sagen könnten: „Gott, wir danken dir, dass wir satt werden.“ Meister rief zu Mitgefühl und Hilfe in einer Welt des Terrors auf.

Die 57. Spendenaktion der evangelischen Hilfsorganisation Brot für die Welt hat am Sonnabend in Hannover begonnen.

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