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Aus der Stadt Rollstuhlfahrerin stürzt von Busrampe
Hannover Aus der Stadt Rollstuhlfahrerin stürzt von Busrampe
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00:16 23.11.2016
Von Michael Zgoll
Claudia F. stürzte von der Rampe eines Regiobusses. Quelle: Michael Zgoll
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Hannover

Nun soll ihr das Nahverkehrsunternehmen die Reparatur ihres Gefährts in Höhe von 400 Euro sowie 250 Euro Schmerzensgeld zahlen. Gut zwei Jahre nach dem Unfall fand eine Verhandlung am Amtsgericht Hannover statt. Doch offenbar steht es nicht gut um die Chancen von Claudia F. (Name von der Redaktion geändert), dass ihre Klage Erfolg hat. Es fehlen Zeugen, die das Geschehen beobachtet haben.

Die Laatzenerin war an einem Freitag im Juli 2014 am Steintor in einen Bus gestiegen, der Richtung Wunstorf fuhr. Die 51-Jährige hat einen Schlaganfall erlitten, bringt kaum ein verständliches Wort heraus. An der Haltestelle auf der Limmerstraße/Ecke Leinaustraße wollte sie den Bus verlassen, hatte einen Termin bei ihrer Schlaganfall-Selbsthilfegruppe in Linden-Nord.

Wie die Frau vor Gericht schilderte, machte sie den Busfahrer darauf aufmerksam, dass die metallene Rampe am hinteren Ausgang zu steil für ihren Rollstuhl sei. Doch dieser habe gemeint, dass das schon klappen werde mit dem Herunterfahren. Dann allerdings bekam eine Fußraste offenbar Bodenkontakt mit Straßenpflaster oder Rampe, sodass das schwere Gefährt verkantete und umstürzte. Claudia F. verletzte sich am rechten Unterschenkel, hatte im Verlauf der nächsten Wochen rund zehn Behandlungstermine bei einem Arzt.

Doch vor Gericht präsentierte der Anwalt von Regiobus Fahrtenprotokolle, die die Aussagen der Kundin widerlegen sollen. Claudia F. hatte angegeben, gegen 14 Uhr an der Leinaustraße ausgestiegen zu sein. Laut dem Nahverkehrsunternehmen hätten die zwei Busse, die infrage kommen - um fünf Minuten vor zwei und fünf Minuten nach zwei - aber nur 13 bzw. 17 Sekunden an dieser Haltestelle gehalten. Für das manuelle Aus- und Einklappen einer Rollstuhlrampe, für die der Fahrer extra nach hinten gehen muss, veranschlagt Regiobus jedoch durchschnittlich 90 Sekunden. Das bedeute, so der Anwalt, dass an dieser Haltestelle kein Rollstuhlfahrer ausgestiegen sei - zumindest nicht aus diesen beiden Fahrzeugen um diese Zeit.

Demgegenüber wies der Anwalt der Klägerin darauf hin, dass Claudia F. ja möglicherweise in einem anderen Bus - vielleicht einem verspäteten - unterwegs gewesen sei. Zeugen allerdings konnte er nicht vorweisen, und seine Mandantin hatte erhebliche sprachliche Probleme, den Vorfall noch einmal detailliert zu schildern.

Ein als Zeuge geladener Busfahrer sagte aus, sich nicht an einen derartigen Unfall zu erinnern. Er wies darauf hin, dass man neuere Fahrzeuge bei einem Haltestellenstopp absenken kann, damit die Rampen für Rollstuhlfahrer nicht zu steil sind. Es gebe allerdings noch einige wenige ältere Busmodelle, bei denen ein solches Absenken nicht möglich ist.

Zivilrichter Matthias Löffler machte der Klägerin deutlich, dass sie die Beweislast trägt: Claudia F. muss belegen können, dass sich der Unfall wie von ihr geschildert zugetragen hat. Insofern wird das Urteil, das der Richter am heutigen Montag verkünden will, kaum zu ihren Gunsten ausfallen.

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