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Aus der Stadt Taxiunternehmer wollen wegen Moia klagen
Hannover Aus der Stadt Taxiunternehmer wollen wegen Moia klagen
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00:50 18.04.2018
Moia erfreut sich in Hannover wachsender Beliebtheit – doch Taxifahrer sehen das Angebot skeptisch und wollen dagegen klagen. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Mehrere hannoversche Taxiunternehmen wollen eine Ausweitung der Aktivitäten des Fahrdienstes Moia in der Landeshauptstadt gerichtlich verhindern. Derzeit werde eine entsprechende Klage gegen die Stadt vorbereitet, sagte der Geschäftsführer des Taxiverbundes Hallo Taxi, Wolfgang Pettau. Die Stadt ist für die Genehmigung des Fahrdienstes zuständig.

Wie berichtet will das Sammeltaxiunternehmen in Hannover vom Sommer an seine derzeit 35 Fahrzeuge nach und nach auf 250 Wagen aufstocken. Dann will die VW-Tochter Moia das derzeit auf Teilbereiche der Stadt beschränkte Fahrgebiet zudem auf ganz Hannover ausweiten. 

„Das einfach an einen Großkonzern zu vergeben, ist der falsche Ansatz“, sagt Pettau. Außerdem erwarte er von der Stadt Hannover, dass das Thema erst einmal öffentlich diskutiert wird. „Wir wollen nicht, dass der VW-Konzern mit seiner Marktmacht ein mittelständisches Unternehmen kaputt macht“, meint Pettau. Und dann könne es sein, dass das Unternehmen nach ein paar Jahren wieder aus Hannover verschwunden sei. „Für uns Taxiunternehmer ist Moia existenzbedrohend“, sagt Pettau.

Erfindet Volkswagens Sammeltaxi wirklich die Mobilität neu? Die HAZ hat den neuen Moia-Dienst ausprobiert.

Pettau kritisiert außerdem, dass Moia keinerlei Erfahrungen habe und seine Kunden gewissermaßen zu Testobjekten mache. Zudem schadeten die Fahrzeuge vom Typ VW T6 mit ihrem relativ hohen Spritverbrauch der Umwelt in Hannover, sagt der Taxi-Chef. Im Übrigen führen die Fahrer von Moia oft längere Strecken als nötig, weil sie sich in Hannover nicht so gut auskennten, behauptet Pettau. 

Er kritisiert zudem, dass Moia durch sein System viele Fahrgäste ausschließe, weil sowohl zur Anmeldung als auch zum Bezahlen eine Kreditkarte nötig ist. „Einen Teil der Menschen grenzt man damit von der Mobilität aus“, erläutert er. In ein Taxi könne man dagegen einfach einsteigen und mit Bargeld bezahlen. 

Der Geschäftsführer fordert die Fahrer von Moia auf, sich an Recht und Gesetz zu halten. Zum Beispiel sei das Halten in der zweiten Reihe nur den Taxis erlaubt, nicht aber Paketlieferdiensten oder den Fahrzeugen von Moia. 

Pettau glaubt nicht, dass durch die Ausweitung der Moia-Aktivitäten Hannoveraner ihr Auto abschaffen. „Wenn eine Familie zwei Autos hat, dann behält sie auch die zwei Autos, auch wenn ab und zu Moia genutzt wird“, betont er. Beispielsweise habe die Einführung von Carsharing-Angeboten in Hannover auch nicht zu weniger Autos geführt, ganz im Gegenteil. 

Weiterlesen: Test – So funktioniert das VW-Sammeltaxi Moia

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