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Aus der Stadt Klagesmarkt bald ohne Kreisel
Hannover Aus der Stadt Klagesmarkt bald ohne Kreisel
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21:43 14.03.2012
Von Conrad von Meding
So wird sich der Klagesmarkt verändern. Quelle: Grafik
Hannover

Straßenbau: Ende Mai startet das aktuell größte Straßenbauprojekt Hannovers. Der überdimensionierte Kreisel, ein Unfallschwerpunkt, wird zur platzsparenden Kreuzung umgebaut. Die Celler Straße wird durch Wegfall des Mittelgrünstreifens deutlich schmaler, ohne dass eine Spur wegfällt – dafür bekommt der Friedhofspark mehr Platz. In der Goseriede entfällt außer dem Mittelstreifen auch eine Spur, was Platz für zeitgemäße Geh- und Radwege vor der Kestnergesellschaft schafft und auf der Seite des Tiedthofs einen Stadtplatz entstehen lässt. Während der Bauzeit bis November kommt es zu etlichen Behinderungen, doch ermöglicht die Stadt mit einem ausgeklügelten Leitsystem, dass alle Verbindungen offen bleiben.

Nikolaistraße: Die Westausfahrt der Brüderstraße erfolgt künftig nicht mehr zur Goseriede, sondern über eine neu gebaute Verlängerung der Nikolaistraße in Richtung Celler Straße. Sie soll nachts gesperrt werden, um kreisenden Freier-Suchverkehr am Straßenstrich zu verhindern – Anlieger bezweifeln, dass das klappt. Die Polizei habe allerdings häufige Kontrollen zugesagt.

Stiftstraße: Die Stiftstraße wird nicht, wie ursprünglich vorgesehen, zum Klagesmarkt geöffnet. Anlieger hatten Sorge vor Verkehrschaos. Die Poller an der Einmündung sollen aber für gelegentliche Durchfahrten von Lkws ins Medienviertel per Funk absenkbar sein.

Friedhofspark: Die Stadt und das Planerbüro jbbug haben ihr Konzept für den Nikolaifriedhof überarbeitet. Er soll jetzt doch wieder mehr Ruhe bieten, auch werden mehr Grabsteine am Ort erhalten. Die Wege sind neu konzipiert.

Gänselieselplatz: Nach historischem Vorbild könnte der neue Platz an der Goseriede Gänselieselplatz heißen. Er soll für Veranstaltungen nutzbar sein. Die Nikolaikapelle soll mit einer Steineinfassung würdevoll zur Geltung kommen, ein Steinfeld soll besonders schöne Grabmale aufnehmen. Der Betreiber der Pizzabude will sein Domizil aufwerten.

Kein Hochhaus mehr: Ziel ist weiter, den Klagesmarkt selbst in Teilen zu bebauen, um die triste Parkplatzanmutung aufzuwerten. Von Plänen für ein Hochhaus als Pendant zum DGB-Hochhaus haben sich Stadt und das Architekturbüro astoc indessen verabschiedet. Die Gebäudeplanung setzt nun auf Vielfalt: Zehn bis zwölf Einzelgebäude entstehen in einer Blockstruktur, die sich an der Nachbarschaft orientiert. Für den notwendigen Rückbau des Bunkers im Untergrund gebe es EU-Fördergeld, sagt Baurat Bodemann. Derzeit läuft das Bebauungsplanverfahren für die Fläche.

Protest am Sonnabend: Ein „Aktionsbündnis Neuer Klagesmarkt“ opponiert gegen die Bebauung, es reicht von attac bis zur FDP. Sonnabend von 11 Uhr an will man mit Musik und Aktionen Leben auf den Parkplatz bringen.

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Conrad von Meding 17.03.2012