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Klagesmarkt soll 2,5 Millionen Euro bringen

Grundstückspreise Klagesmarkt soll 2,5 Millionen Euro bringen

Die Grundstückspreise für die Bebauung des Klagesmarkts stehen fest. Insgesamt will die Stadt von privaten Bietern rund 2,5 Millionen Euro an Einnahmen erzielen.

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Viel Platz für „experimentellen Wohnungsbau“: Bisher wurde der Klagesmarkt als Parkfläche genutzt. Jetzt soll der Platz bebaut werden, um Wohnraum in City-Nähe zu schaffen.
Decker

Quelle: Michael Thomas

Hannover. Die einzelnen Grundstücke sollen zwischen 365.200 und 582.123 Euro kosten. Auf dem bisher als Parkplatz genutzten Innenstadtareal will die Stadt vor allem zentrumsnahes Wohnen ermöglichen. Um Vielfalt in der Architektur und eine gute Bauherrenmischung zu erreichen, schreibt die Stadt mehrere Teilflächen einzeln aus, erwartet aber von den Bauherren, dass sie sich in einer Gemeinschaft zusammenschließen.

Der Abriss des Bunkers unter dem historischen Marktplatz ist mit 2,6 Millionen Euro veranschlagt. Mit den jetzt veröffentlichten Grundstückspreisen steht fest, dass das ambitionierte Bebauungsprojekt für die Stadt kein Zuschussgeschäft wird. Der Bunkerabriss selbst wird mit 600000 Euro aus einem EU-Strukturfonds gefördert. Und zusätzlich zu den kalkulierten 2,5 Millionen Euro Einnahmen aus der aktuellen Ausschreibung kommen mehrere Hunderttausend Euro, die die städtische Wohnungsgesellschaft GBH für ein Grundstück auf dem Klagesmarkt bezahlt. Sie errichtet ein bis zu achtgeschossiges Bürohaus gegenüber vom DGB-Hochhaus, in dem sie ihre Verwaltungszentrale unterbringt. Ein Risiko für die Stadt sind damit höchstens noch Altlasten im Boden. Dafür aber beschränkt sie ihre Haftung auf maximal 550000 Euro.

Das Bebauungsprojekt geht auf den bundesweit beachteten Stadtentwicklungsdialog City2020 zurück und ist im Bundesforschungsprogramm „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ ein Modellprojekt im Forschungsfeld „Baukultur in der Praxis“. Das Konzept sieht vor, mehrere bisher schlecht genutzte innerstädtische Flächen als Wohnraum herzurichten. Mit der Ausschreibung, die am Sonnabend mit einer Anzeige im Immobilienteil der HAZ gestartet wurde, ist jetzt das Bieterverfahren eröffnet. Um allerdings Preistreiberei zu vermeiden, hat die Stadt den Wert der Grundstücke vorab von Gutachtern ermitteln lassen. Der Wettbewerb der Bieter soll sich nicht über finanzielle Angebote, sondern über möglichst gute Konzepte entfalten. In einem 19-seitigen detaillierten Ausschreibungstext hat die Stadt einige Bedingungen festgelegt:

Mietpreise: Mindestens zehn Prozent der Wohnungen müssen sich im Mietpreis am Standard des Landes für Sozialwohnungsbauten orientieren.

Familien: Für den Bau von Eigentumswohnungen soll der Kinderbaulandbonus gelten, eine Familienförderung der Stadt Hannover.

Kita: Die Bauherrengemeinschaft muss der Stadt eine Kita bauen und vermieten. 300 Quadratmeter Freifläche sind auf dem Grundstück für die Kita freizuhalten, 200 Quadratmeter werden ihr im Nikolaipark angerechnet.

Gestaltung: Vor allem Klinker, zum Teil auch Putzflächen, sind vorgeschrieben.

Parken: Eine Tiefgarage unter dem Areal ist vorgeschrieben.

Ökostandard: Alle Gebäude, auch die GBH-Zentrale, sind so zu bauen, dass sie kaum Heizenergie benötigen (Passivhausstandard). Nur bei den Ladengeschäften im Erdgeschoss darf teilweise abgewichen werden.

Im Mai 2013 soll der Abriss des Tiefbunkers beginnen, er wird wohl bis Jahresende dauern. Die Stadt rechnet damit, dass - je nach Witterung - Anfang 2014 die Bebauung starten kann.

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