Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Klarheit über Wulff frühestens im Spätsommer
Hannover Aus der Stadt Klarheit über Wulff frühestens im Spätsommer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:15 07.08.2012
Von Klaus Wallbaum
Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt seit Februar gegen Altbundespräsident Christian Wulff wegen des Verdachts der Vorteilsannahme. Quelle: dpa
Hannover

Die Staatsanwaltschaft Hannover will sich durch eine Flut an Medienanfragen zum Fall Wulff nicht aus der Ruhe bringen lassen. „Wir hoffen, erste Ergebnisse im Spätsommer oder Frühherbst mitteilen zu können“, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Hans-Jürgen Lendeckel. Auch über eine Ausweitung der Untersuchungen ist noch nicht entschieden. „Wir prüfen das“, betonte Lendeckel.

Gegen Wulff wird seit Februar wegen des Verdachts der Vorteilsannahme ermittelt. Es geht um die Frage, ob Wulff 2007 und 2008 als Ministerpräsident vom Filmunternehmer David Groenewold eine Gegenleistung dafür erhalten hat, dass Groenewolds Firma Ende 2006 eine Landesbürgschaft bekam. Bei zwei Sylt-Urlauben des Ehepaars Wulff steht der Verdacht im Raum, Groenewold habe die Rechnung des damals unter Geldknappheit leidenden Wulff beglichen. Die Justiz muss jetzt prüfen, inwieweit ein Geschenk Groenewolds an Wulff mit dessen Wirken als Politiker zu tun hatte und nicht etwa eine Gefälligkeit unter alten Freunden war. Außerdem wägt die Staatsanwaltschaft ab, ob eine Vorteilsnahme in den Beziehungen zwischen Wulff und dem Versicherungsmanager Wolf-Dieter Baumgartl gelegen haben könnte. Die Wulffs verbrachten 2008 einen kostenlosen Urlaub auf einem Anwesen von Baumgartl, ein halbes Jahr zuvor hatte Niedersachsen nach Wulffs Einwirken im Bundesrat so abgestimmt, wie es der Versicherungskonzern vorher in einem Brief gewünscht hatte - gegen Bedenken im Landeskabinett.

Nach Auskunft von Lendeckel soll im Spätsommer oder Frühherbst feststehen, wie es im Fall Wulff weitergeht. „Es muss dann noch nicht klar sein, ob es eine Anklage geben wird oder nicht.“ Die Ermittler würden dann aber eine Einschätzung zum Verfahrensstand geben können. Mutmaßungen, bei Wulff werde es zu einer Einstellung des Verfahrens kommen und bei seinem Sprecher Olaf Glaeseker nicht, entbehrten jeder Grundlage. Allerdings geht Lendeckel schon davon aus, dass man zu beiden Verfahren gleichzeitig etwas sagen könne. Die Ermittlungen sind sehr umfangreich. Allein bei Glaeseker sind Zigtausende Mails und Schriftstücke sichergestellt worden, in beiden Fällen gab es umfangreiche Zeugenvernehmungen.

Während sich die Fragen bei Wulff auf die Kontakte zum Unternehmer David Groenewold konzentrieren, geht es bei Glaeseker um die Beziehungen zum Eventmanager Manfred Schmidt, der zwischen 2007 und 2009 drei Promipartys organisiert hatte, sogenannte Nord-Süd-Dialoge. Schmidt verdiente an diesen Veranstaltungen, für die Wulff Schirmherr war und Glaeseker aus der Staatskanzlei heraus viele Vorbereitungen getroffen hatte. Glaeseker soll von Schmidt mehrfach zu Urlauben auf dessen Feriendomizile eingeladen worden sein. Eine Vorteilsnahme wäre gegeben, wenn die Reisen im direkten Zusammenhang mit Glaesekers Hilfe beim „Nord-Süd-Dialog“ stünden. Wenn es sich aber bei Schmidt und Glaeseker um alte Freunde handeln würde, könnte dies den früheren Wulff-Sprecher entlasten.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Aus der Stadt Nach erfolgloser Sterilisation - Arzt muss nicht für Eingriff haften

Ein Arzt muss nicht für eine erfolglose Sterilisation haften. Die Klage einer Mutter, die nach dem Eingriff ihr fünftes Kind bekam, wurde abgewiesen.

Sonja Fröhlich 10.08.2012

Die Fassade des Hauptbahnhofs wird für eine längere Zeit verhüllt als bisher bekannt. Ein genaues Datum wollte die Bahn nicht nennen, aber nach Informationen der HAZ rechnet der Konzern damit, dass die Reinigungs- und Sanierungsarbeiten bis weit über den Jahreswechsel hinaus andauern werden.

Bernd Haase 06.08.2012

Eine womöglich psychisch gestörte Frau soll versucht haben, ihre drei Kinder zu ermorden. Die Staatsanwaltschaft wirft der 36-Jährigen vor, ihre schlafenden Söhne mit Benzin übergossen und dann Feuer gelegt zu haben. Dem mutigen Eingreifen ihres 14-jährigen Sohnes ist es offenbar zu verdanken, dass die Kinder mit dem Leben davonkamen.

Sonja Fröhlich 09.08.2012