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Aus der Stadt Starkes Votum für Sopran und Alt
Hannover Aus der Stadt Starkes Votum für Sopran und Alt
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22:27 23.07.2016
Von Michael Zgoll
Das „TrioS Sommerabend“ belegte bei der Wahl des Publikumspreises der Sparda-Bank-Stiftung den ersten Platz (von links): Susan Jebrini (Mezzosopran), Sofia Kruszewski (Akkordeon) und Sonja Catalano (Alt). Ihnen zur Seite stehen Kulturdezernent Harald Härke, Organisatorin Ariane Jablonka und Tania Rubenis von der Sparda-Bank-Stiftung. Quelle: Jan Philipp Eberstein
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Man könnte Hans-Joachim als Muster-Zuhörer bezeichnen. Solche wie ihn, den ehemaligen Elektriker und heutigen Rentner, wollen sie erwärmen für die Kunst. Für Arien und Sonaten. Für „Klassik in der Altstadt“. „Ich bin erst spät zur klassischen Musik gekommen“, erzählt der 73-jährige Seelhorster, „aber jetzt schon zum zehnten Mal bei den Altstadtkonzerten dabei.“ Und weil er so begeistert ist, wirbt er nun auch im Bekanntenkreis für die Veranstaltung: „Ein paar Leute habe ich schon an die Klassik herangeführt.“ Leichter fallen die ersten Annäherungen natürlich auch, weil die Konzerte neben der Marktkirche, in der Kreuzkirche oder im Klavierhaus Döll kostenlos sind. Da kann man ja nicht viel falsch machen.

"Starkes Votum für den Gesang"

Am Sonnabend ging die 16. Auflage der Konzertreihe zu Ende. An drei Juli-Wochenenden hatten junge Künstler der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover sowie Absolventen des Förderinstituts für junge Hochbegabte von sich hören lassen. Gaben gut 20 Konzerte. Mit Akkordeon, Saxophon und Flöte, mit Klavier, Geige – und ganz viel Stimmgewalt. Als die Gewinner des mit 3.000 Euro dotierten Publikumspreises der Sparda-Bank-Stiftung in der Kreuzkirche bekanntgegeben werden, verkündet Veranstalterin Ariane Jablonka denn auch: „Dieses Jahr hatten wir ein starkes Votum für den Gesang.“ Auf Platz eins gewählt wird das „TrioS Sommerabend“ mit Susan Jebrini (Mezzosopran), Sonja Catalano (Alt) und Sofia Kruszewski (Akkordeon). Auf Platz zwei folgen das „La Boheme Ensemble“, das mit Opernarien glänzte, gefolgt von der „Gesangsklasse Jan Philip Schulze“.

Die Konzertreihe hat sein Stammpublikum. Schon lange. Die älteren Zuhörer bringen ihre Klappstühlchen mit. Und setzen sich weit weg vom vernehmlich plätschernden Marktbrunnen. Den wollten die Organisatoren gerne abstellen lassen während der Konzerte, doch die Gespräche mit der Stadt führten zu keinem Ergebnis.

Geschehen in München über die Musik verarbeiten

Den Kontrast zwischen den schönen Künsten und der derzeit oft grausigen Wirklichkeit bekommen die 500 Marktplatz-Zuhörer am Sonnabendnachmittag wirkungsvoll zu spüren. Die japanische Pianistin Hikaru Kauki, die mit der Violinistin Friederike Jahn Sonaten von Beethoven spielt, hielt sich am Vorabend in München auf. Auch sie war vom Drama um den Amoklauf betroffen, hielt sich am Stachus auf, wo ebenfalls zeitweise Panik ausbrach. „Sie versucht das Geschehen über die Musik zu verarbeiten“, warb Jablonka um Verständnis, sollte der Vortrag des Duos nicht perfekt über die Bühne gehen.

Mehr als 10.000 Zuschauer, schätzt die Chefin der Agentur „AJ Classic“, besuchten „Klassik in der Altstadt“ in diesem Jahr. Wieder einmal. Hannovers Kulturdezernent Harald Härke lobte Jablonka bei der Preisverleihung: „Toll, dass eine private Initiative dieses Projekt schon so lange trägt.“ Die Stadt unterstütze die Reihe zwar gerne, hätte die Veranstaltung aber sicher nicht aus eigener Kraft und Herrlichkeit aus der Taufe gehoben. Ist also alles bestens? „Wir haben ja dankenswerterweise schon einige Sponsoren, könnten aber noch ein paar mehr brauchen“, rührt die Agenturchefin die Werbetrommel. Die Zuschauer dürfen zwar gratis lauschen – doch jeder Künstler, der in der Altstadt auftritt, bekommt ein „Förderhonorar“, das sich im drei- bis vierstelligen Bereich bewegt.

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