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Aus der Stadt Luxus-Flügel erstmals zu sehen
Hannover Aus der Stadt Luxus-Flügel erstmals zu sehen
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00:15 14.05.2016
Von Simon Benne
Ein Genuss: Katharina Sellheim spielt im Klavierhaus Döll den Lalique-Flügel. Quelle: Dröse
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Hannover

Ihre Finger gleiten über die Tasten. Sie spielt Debussy, Claire de Lune. Der warme, aber gleichwohl klare Klang der Töne füllt den Raum. "So ein Steinway ist eben ein ganz besonderes Instrument", schwärmt die Pianistin Katharina Sellheim danach: "Dieser Flügel bietet alle Klangmöglichkeiten, um die Facetten jeder Musik zum Ausdruck zu bringen."

Man darf ergänzen: Dieser Flügel sieht auch noch besonders edel aus. Die französische Kristallmanufaktur Lalique - bekannt für exquisite Designs - hat das Piano aus dem Hause Steinway & Sons fachgerecht veredelt. Genau 75 Lalique-Kristalle, geformt und poliert im Elsass, zieren Deckel, Füße und Gehäuse des Instruments, das im Klavierhaus Döll jetzt bis zum 21. Mai erstmals in Deutschland öffentlich zu sehen ist. Der "Heliconia designed by Lalique" ist nach der Heliconia-Blume benannt, die das Design der Kristalle und Metallinkrustationen prägt. Der Flügel ist wohl eines der teuersten Instrumente, die es je in Hannover zu sehen gab: Sein Preis liegt bei 163 900 Euro, die Edition ist limitiert. "Wir wollen weltweit höchstens 50 davon bauen", sagt  Steinway-Repräsentant Hans H. Schalkowski.

Klangprobe.mp3 (1,5 MB)

Im Klavierhaus Döll ist das edle Piano das Glanzstück einer Art Ausstellung zur Welt von Lalique. Der französische Glaskünstler René Lalique gründete 1888 in Paris sein Unternehmen, das bis heute edle Luxusgüter produziert. "Diese Galerie ist etwas für alle, die Freude an schönen Dingen haben", sagt Döll-Inhaberin Ariane Jablonka. Zu sehen sind in der Ausstellung, an der mit der Parfümerie Liebe und dem Inneneinrichter Hans G. Bock zwei weitere Traditionsgeschäfte beteiligt sind, beispielsweise gläserne Statuetten, Wassergläser oder Flacons von Lalique. Eine prächtige Vase kann schon einmal mit 3990 Euro zu Buche schlagen.

Musikliebhaber lassen sich ganz besondere Instrumente schon einmal etwas kosten. "Wir haben auch schon Flügel mit Goldintarsien oder in Porsche-Metallic-Blau geliefert", sagt Ariane Jablonka. "Prinzipiell gibt es die Instrumente in jeder RAL-Farbe." Der Heliconia-Flügel jedoch, den es in verschiedenen  Größen und auch in weiß geben soll, sucht seinesgleichen. Als die Döll-Chefin das kostbare Gesamtkunstwerk im vergangenen Jahr bei einer Tagung in Hamburg entdeckte, war sie sofort begeistert - und setzte alles daran, ihn nach Hannover zu holen. Die Chefs von Steinway in New York ließen sich schließlich überzeugen: "Dabei spielte auch eine Rolle, dass Hannover ja jetzt Obama-City ist", sagt Ariane Jablonka.

Musikliebhaber können den Klang des Heliconia im Klavierhaus Döll bei einem Konzert der Pianistin Luiza Borac am 18. Mai vernehmen, das allerdings für geladene Gäste reserviert ist. Katharina Sellheim, die jetzt schon einmal kurz auf dem Flügel spielen konnte, wird in Hannover am 8. Juli wieder zu hören sein, wenn sie in der Kreuzkirche das Festival "Klassik in der Altstadt" eröffnet. Dabei stellt die renommierte Musikerin auch ihre neue CD "Fairy Tales" vor. Allerdings muss sie dann wohl mit einem weniger glanzvollen Piano Vorlieb nehmen.

Ein Genuss: Katharina Sellheim spielt im Klavierhaus Döll den Lalique-Flügel. Quelle: Dröse
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