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Aus der Stadt Kleine Wunder aus 15 Jahren Arbeit
Hannover Aus der Stadt Kleine Wunder aus 15 Jahren Arbeit
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07:08 04.07.2011
Von Frank Winternheimer
Frühchenfest im Kinderkrankenhaus auf der Bult: Kayleigh, 5, und Sarina Shirine, 7, schauen bei einer Blinddarmoperation im Puppen-OP zu. Quelle: Martin Steiner
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Hannover

Nicht einmal gemeinsam brachten die Zwillinge Maya und Marie so viel Gewicht auf die Waage wie ein Baby, das regulär nach der 37. Schwangerschaftswoche geboren wird. Die zweieinhalbjährige Marie wog bei ihrer Geburt in der 27. Schwangerschaftswoche 1700 Gramm, ihre Zwillingsschwester gerade einmal 1200 Gramm. Zwei Monate mussten Marie und Maya anschließend im Kinderkrankenhaus auf der Bult behandelt werden. „Es war eine harte Zeit. Wir haben uns damals große Sorgen gemacht“, erinnert sich Mutter Kirstin Gabriel aus Nienburg, während ihre Mädchen neugierig ein Meerschweinchen begutachten. „Es ist ein großes Glück, dass alles so gut verlaufen ist.“

Dieses Glück verband am vergangenen Sonnabend die Frühchen-Eltern, die mit ihren Schützlingen zum „Frühgeborenenfest“ auf die Bult gekommen waren. Während die rund 400 Frühchen, die alle im Laufe der vergangenen 15 Jahre im Kinderkrankenhaus behandelt wurden, eine Blinddarmoperation bei einer Puppe verfolgten, Echsen und Schlangen im Reptilienzoo bestaunten, sich auf der Hüpfburg vergnügten oder sich schminken ließen, freuten sich die Ärzte und Krankenschwestern gemeinsam mit den „Frühchen“-Eltern. „Wenn ich sehe, wie toll sich die Kinder entwickelt haben, weiß ich, wofür ich diesen Beruf all die Jahre ausgeübt habe“, sagte die Chefärztin der Neugeborenenstation, Prof. Evelyn Kattner, die das Fest organisiert hatte. Die Ärztin wollte noch einmal all „ihre Kinder“ um sich versammeln. Denn die 64-Jährige wird im kommenden Jahr ihren Posten räumen. „Natürlich gehe ich auch mit Wehmut“, sagte Kattner, auf deren Station jährlich mehr als 700 Kinder betreut werden.

Zu den Frühgeborenen, die Kattner lange betreut hat, gehören auch Felicitas, Laeticia und Victoria. Die Drillinge kamen in der 28. Schwangerschaftswoche auf die Welt. Sie alle mussten zuerst einige Wochen im sogenannten Säuglingsinkubator verbringen. Nun schiebt ihre Mutter Alexandra Vogeler die Babys in einem Kinderwagen mit Lenkrad stolz über das Fest. Dass alles so gut verlaufen würde, war für Vogeler nicht von Anfang an klar. „Am Ende meiner Schwangerschaft ging es mir gar nicht mehr gut“, sagt sie. „Ich konnte nur noch liegen, mein Bauch hatte einen Umfang von 1,35 Meter.“ Bei der Geburt waren dann 28 Ärzte, Schwestern und Studenten dabei. Nach der Entbindung kam sie täglich zu ihren Kindern ins Krankenhaus. „Es gab Tage, da bin ich morgens um neun in die Klinik gekommen und habe die Frühchenstation nachts um halb eins verlassen“, erinnert sich Vogeler. „Jetzt bin ich nur noch glücklich, dass es ihnen gut geht“, sagt die 31-Jährige. Und in der Tat liegen da drei friedlich schlummernde, pausbäckige Mädchen im Kinderwagen.

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