Anzulocken braucht Harald Böhlmann seine Gäste schon lange nicht mehr. Für das Kleine Fest im Großen Garten gehen stets mindestens dreimal so viele Kartenwünsche ein, wie erfüllt werden können. Für viele Menschen in und um Hannover (und darüber hinaus) ist das beliebte Kleinkunstfestival, das in diesem Jahr vom 7. bis zum 25. Juli seinen 25. Geburtstag feiert, der unumstrittene Höhepunkt des Sommers. Im Jubiläumsjahr möchte Festorganisator Böhlmann das noch steigern. Er hat ein Programm mit 145 Künstlern aus 45 Nationen zusammengestellt, das nach seinen Worten „echte Knüller“ bietet.
Einer davon ist der Auftritt von Hans Klok. Der niederländische Magier, der als europäische Antwort auf David Copperfield gehandelt wird und bevorzugt in Las Vegas auftritt, soll das Fest auf seine Weise verzaubern. Böhlmann war bei der Programmvorstellung am Freitag anzumerken, dass er stolz ist, den internationalen Showstar nach Herrenhausen geholt zu haben: „Er kannte das Kleine Fest schon und hat erstaunlich schnell zugesagt.“ Bei der Gage habe es sich um einen „Freundschaftspreis“ gehandelt. Die Zaubershow soll so konzipiert werden, dass sie in das Ambiente des barocken Garten passt – und möglichst wenig an Las Vegas erinnern.
Ein Kollege Kloks, der quasi schon zum Inventar des Festes gehört, darf natürlich nicht fehlen: Lokalmatador Desimo, flinker Zauberer und charmanter Entertainer in einer Person, gibt sich ein Mal mehr die Ehre. Zu den guten alten Bekannten zählen Bauchredner Sascha Grammel, die schräge Shirlee Sunflower aus Australien und – nach einigen Jahren Herrenhausen-Abstinenz – die Weltmeister im Synchronhaarewaschen: das schwäbische Comedy-Trio Eure Mütter. Starclown Barry Lubin aus dem New Yorker Big Apple Circus ist ebenfalls wieder dabei. Für seine japanische Kollegin Migiwa, die als „Clown der Oper“ auftritt, ist das Kleine Fest eine Premiere. Erstmals mit von der Partie sind auch die weiteren „Knüller“ von Böhlmanns Liste. Hinter La Guardia Flamenca verbirgt sich eine Parade von trommelnden Flamencotänzerinnen aus Belgien mit spanischem Temperament. Kühler wird es beim Moskauer Circus on Ice: Für die Show auf Schlittschuhen mit Artistikeinlagen wird das Gartentheater zur Eisarena.
Zum Geburtstag wird das Kleine Fest statt der gewohnten 15 Tage 17 Tage dauern, zudem gibt es pro Veranstaltung nicht nur 3000 Karten, sondern jeweils 300 Tickets mehr. Unterm Strich können 56 000 Gäste – das sind 11 100 mehr als in den Vorjahren – bei dem Spektakel dabei sein. Um Karten beworben hatten sich in diesem Jahr 155 000 Fans – ein neuer Rekord. Bis zum 31. Mai werden alle Besteller schriftlich benachrichtigt, die das Glück hatten, die begehrten Tickets zu ergattern. Für diejenigen, die im Vorverkauf leer ausgegangen sind, liegen wie üblich an jedem Veranstaltungstag noch 200 Karten an der Abendkasse zum Preis von 26,50 Euro, ermäßigt 15 Euro bereit.
Eine Neuerung im Jubiläumsjahr ist den Umständen geschuldet: Weil im Herbst die Bauarbeiten für das Schloss Herrenhausen beginnen, steht die Wiese im Ehrenhof nicht mehr zur Verfügung. Die Gäste müssen auf den Grünstreifen an der östlichen Graft ausweichen, wo sich auch der Eingang befinden wird. „Das wird die Stimmung nicht beeinträchtigen“, verspricht Böhlmann. Eigens zum Geburtstag gibt es erstmals ein Fest-Logo: Um die Zahl 25 gruppieren sich Füße mit verschiedenstem Schuhwerk. Und sie symbolisieren, was das Kleine Fest seit einem Vierteljahrhundert ist: ein Selbstläufer.
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