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Kleingärtner soll seine Laube in Hannover abreißen

Kolonie Waldfrieden I Kleingärtner soll seine Laube in Hannover abreißen

Das Kleingärtner-Häuschen von Rekka und Günter Haynitzsch in der Kolonie Waldfrieden I ist angeblich zu groß und soll daher abgerissen werden. Haynitzsch macht das wütend. „Man muss doch nach einem Weg suchen, wie man so ein schönes Haus erhalten kann“, sagt der Rentner.

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Rekka und Günter Haynitzsch in der Gartenkolonie Waldfrieden.

Quelle: Surrey

Hannover. Familie Haynitzsch hat es sich nett gemacht in ihrer Laube: Ein gemütliches Wohnzimmer mit Dielenfußboden, Kachelofen und hölzernen Fensterläden haben sie, eine kleine Küche und ein so winziges Schlafzimmer, dass die Betten dort nicht nebeneinander, sondern nur hintereinander hineinpassen. Das Fachwerkhäuschen steht seit 1953 in der Kleingartenkolonie Waldfrieden I (Groß Buchholz). Davor wachsen Maggikraut, Brombeeren und Zucchinis.

Mit dem Frieden ist es für Günter Haynitzsch aber erst einmal vorbei. Alles ging los, als der 86-Jährige seinen Kleingarten kündigte. „Meine Frau und ich können nicht mehr im Garten arbeiten, wir sind zu alt“, sagt der frühere Handelsvertreter. Nach der Kündigung kam dann die Rechnung: 8218,84 Euro soll er auf das Vereinskonto überweisen, davon den größten Teil für den Abriss des kleinen Häuschens und den Abtransport des Schutts. „Mit freundlichem Gut Grün“ schließt der Brief des Vorstands. Die Begründung: Die Gartenlaube ist nach Auffassung des Vorstands zu groß, 37 Quadratmeter hat die Laube, 24 Quadratmeter sind in Kleingärten lediglich erlaubt. Haynitzsch macht das wütend. „Man muss doch nach einem Weg suchen, wie man so ein schönes Haus erhalten kann“, sagt der Rentner. Das widerspreche jedem Gedanken von Nachhaltigkeit, meint er. Seine ebenfalls 86-jährige Frau Rekka sammelt derweil die beim letzten stärkeren Wind heruntergefallen Äpfel auf.

Das kleine Häuschen hat Haynitzsch Onkel zu einer Zeit gebaut, als in Hannover Wohnungsnot herrschte und die Stadt daher das Wohnen in Kleingärten erlaubt hatte. 1968 hat der heute 86-Jährige den Kleingarten samt Häuschen vom Onkel übernommen.

Bei der Frage nach der derzeitigen Rechtslage verweist das Rathaus an den Bezirksverband der Kleingärtner, der von der Stadt alle Verpflichtungen und Regelungen übernommen hat. „Wenn Lauben größer als 24 Quadratmeter sind, müssen sie auf die Größe zurückgebaut werden“, sagt der Chef des Bezirksverbands, Karl-Heinz Rädecker. Das gelte auch für ein vor 58 Jahren legal errichtetes Häuschen. Dazu habe die Stadt den Verband verpflichtet. In Hannover gebe es noch einige zu großer Lauben. „Wir sind aber tolerant, es muss erst zurückgebaut werden, wenn der Garten neu verpachtet wird“, sagt er. Und im Fall von Haynitzsch bietet sich Rädecker als Vermittler an. „Ich will, dass er nachts wieder ruhig schlafen kann“, sagte er.

Dabei ist das 1983 in Kraft getretene Bundeskleingartengesetz eindeutig und gibt Haynitzsch recht. Dort heißt es in Paragraph 18: „Vor Inkrafttreten dieses Gesetzes rechtmäßig errichtete Lauben, die die in Paragraph 3, Absatz 2 vorgesehene Größe überschreiten, können unverändert genutzt werden.“ Und auch die zwischen Stadt und Bezirksverband beschlossene Richtlinie sieht für den Fall von Familie Haynitzsch keinen Abriss vor. Dort heißt es lediglich: „Der Bestandsschutz nach Paragraph 18 Bundeskleingartengesetz für Lauben über 24 Quadratmeter entfällt, wenn eine Wiedererrichtung, zum Beispiel bei Brand-, Sturmschaden oder altersbedingt, oder Veränderung (Dachumbau, Freisitzschließung) vorgenommen werden.“ Dass rechtmäßig gebaute Lauben beim Pächterwechsel abgerissen oder zurückgebaut werden müssen, steht dort nicht.

Mathias Klein

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