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Kleingärtner sorgen sich um ihre Parzellen

MHH-Neubau Kleingärtner sorgen sich um ihre Parzellen

Die neue Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) könnte auf der Kleingartenkolonie am Stadtfelddamm entstehen. Kleingärtner-Chef Rädecker will „die Pferde noch nicht verrückt machen“. Ein Rundgang.

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„Wenn die MHH bauen will, muss mein Garten weichen“: Margarethe Mikos mag sich nicht vorstellen, wie das sein wird.

Quelle: Franson

Hannover. Seit sie 1999 ihren Schrebergarten beim Kleingartenverein Kleeblatt am Stadtfelddamm gepachtet hat, hängt die Erweiterung der Medizinischen Hochschule wie ein Damoklesschwert über Margarethe Mikos: „Wenn die MHH bauen will, muss mein Garten weichen“, sagt die Rentnerin, während sie besorgt zu dem grauen Klinikkomplex hinüberblickt. Dann ist Schluss mit dem entspannenden Werkeln zwischen den bunt bepflanzten Beeten.

Was lange Zeit nur eine vage Befürchtung war, rückt nun in realistische Nähe. Denn der Landesrechnungshof hat die Idee ins Spiel gebracht, die marode Klinik nicht im Bestand zu sanieren, sondern am Stadtfelddamm, unmittelbar neben dem bisherigen Standort, auf der grünen Wiese neu zu errichten – „Greenfield-Variante“ wird dieser Plan genannt. Das Grundstück am Stadtfelddamm, auf dem sich neben der Kolonie Kleeblatt noch drei weitere Kleingärtnervereine befinden, gehört zwar der Stadt, ist aber im sogenannten Stadt-Land-Vertrag aus den Sechzigerjahren als Erweiterungsfläche für die MHH vorgesehen.

Üstra würde Busse zum Stadtfelddamm leiten

Nach Angaben der Üstra gibt es noch keine Planungen für einen Anschluss eines möglichen MHH-Neubaus am Stadtfelddamm. Ein dortiges Klinikgebäude sei fußläufig erreichbar, allerdings nicht unbedingt nah, sagt Üstra-Sprecher Udo Iwannek. Er weist auf die Umsteigeanlage Misburger Straße hin. Dort halten neben der Stadtbahn auch vier Buslinien, die gegebenenfalls auch zu einem möglichen Neubau geführt werden könnten. Die MHH sei verkehrstechnisch gut erschlossen.
Regionssprecher Klaus Abelmann berichtet von Gesprächen zwischen Region, Üstra und Planern der MHH im Jahr 2014. Dabei sei es unter anderem um die Reduzierung der Autos auf dem MHH-Gelände und eine verbesserte Busanbindung des Stadtfelddamms gegangen. Weitere Gespräche habe es bisher nicht gegeben. Zuletzt gab es den Gedanken, durch das derzeitige Zentralklinikum ein Laufband zum Stadtfelddamm zu montieren – eine Idee ohne Aussicht auf Umsetzung. mak     

„Man hat uns von Anfang an gesagt, dass die MHH Ansprüche an diese Flächen stellen könnte“, sagt die 61-jährige Mikos. Trotzdem mache sie der drohende Neubau traurig. „Wenn ich das Wort Neubau nur höre, werde ich wütend“, sagt die 39-jährige Heike Ortner. Gerade hat sie neue Himbeeren gepflanzt. Für ihre drei Kinder sei der Schrebergarten ein Ersatz für die Fernreise – nicht vorstellbar, wenn es ihn auf einmal nicht mehr gäbe. Sohn Phillip müsse regelmäßig zur Behandlung in die Kinderklinik, erzählt sie: „Der fragt schon immer die Ärzte, ob sie wirklich auf unserem Garten bauen wollen.“

Karl-Heinz Rädecker, der Präsident des Bezirksverbands der Kleingärtner, will „die Pferde noch nicht verrückt machen“. Man wisse schließlich noch gar nicht, ob, wann und wie groß gebaut werde, betont er. Dass Teile des Grundstücks am Stadtfelddamm als Erweiterungsfläche für die MHH eingeplant seien, wüssten die Kleingärtner schon seit mehr als 20 Jahren: „Darauf sind wir vorbereitet“, sagt der Vorsitzende.

Noch ist der Kleingärtner-Chef guten Mutes, dass die Stadt ihre Verträge einhalten wird und keine Schrebergärten weichen müssen. Allerdings habe ein Neubau der Klinik für ihn Vorrang. „Dass die MHH erhalten werden muss, ist klar“, sagt Rädecker. „Und alles, was uns sinnvoll erscheint, unterstützen wir auch.“     

Von Linda Tonn

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