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„Der Kuhhandel mit dem Bezirksverband stinkt“

Kleingartenvereine „Der Kuhhandel mit dem Bezirksverband stinkt“

Die geplante Umwandlung von gut 800 Kleingärten in Bauland sorgt für Verärgerung in mehreren Kleingartenvereinen. Es ist die Rede von einem "Kleingartenbeseitigungskonzept". Mehrere Vereinsvorsitzende seien über die Schließungsabsichten gar nicht informiert worden.

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Auch am Vinnhorster Weg werden Flächen entfallen. Erika Zehren in ihrem Garten.

Quelle: Insa Cathérine Hagemann

Hannover. Derzeit wird der von der Verwaltung vorbereitete Entwurf für ein neues Kleingartenkonzept in den politischen Gremien beraten. Im Umweltausschuss des Rates nannte Cornelia Booß-Ziegling vom Vorstand der Umweltorganisation BUND das Konzept gestern ein „Kleingartenbeseitigungskonzept“ und monierte: „Zur Beteiligung gehört für mich auch, dass die Kleingärtner die Möglichkeit haben, solch ein Konzept zu beeinflussen.“

Die Stadt hat mit dem Bezirksverband ausgehandelt, dass bis 2025 die Gesamtzahl von 20.000 Parzellen nicht angetastet werden soll. Allerdings müssten durch Verkleinerung von großen Gärten und Neuzuschnitte von Kolonien Flächen für den Bau von insgesamt 1000 Wohnungen frei werden. Die Drucksache, die im Moment von den Politikern beraten wird, legt vor allem fest, wie mit Entschädigungen umgegangen werden soll und wie es langfristig mit den Kleingärten weitergeht. Bekannt ist aber aus dem 2013 vom Rat verabschiedeten Wohnbaukonzept, dass unter anderem Kolonien im Bereich Vinnhorster Weg massiv betroffen sein werden.

Dort ist der Ärger groß. „Der Kuhhandel mit unseren Bezirksverband stinkt zum Himmel“, protestiert etwa Ingo Krüger. Tatsächlich sind die aktuellen Vorsitzenden mehrerer Vereine nicht über Schließungsabsichten informiert worden. Allerdings gebe es derzeit auch nichts zu informieren, sagt Bezirksverbandsjustiziar Andreas Hildebrandt: „Es liegt gar nichts Konkretes vor.“

Hannovers Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette sagte gestern im Ausschuss: „Die Vereine, die sich jetzt beschweren, sind die, bei denen die Vorstände der Einladung zur Information durch den Bezirksverband nicht gefolgt sind.“ Patrick Drenske (Grüne) begrüßte das Konzept und befand: „Wir können nicht jeden Grashalm in dieser Stadt verteidigen angesichts der Herausforderungen einer wachsenden Stadt.“ Jürgen Mineur (SPD) nannte das Kleingartenkonzept einen „Win-Win-Effekt“ und versprach: „Wenn es irgendwo große Probleme gibt, kann man sich damit sicher noch auseinandersetzen.“ Hans-Georg Hellmann (CDU) sagte: „Die Betroffenen zu fragen, kann man sich wahrscheinlich auch sparen. Niemand gibt schließlich gerne seinen Garten ab“. Das Konzept bedeute „unterm Strich Planungssicherheit für die Mehrheit der Kleingärtner“. Einzig Oliver Förste (Linke) stimmte dagegen. „Rot-Grün versiegelt ohne Not Grünlächen, dagegen protestiere ich“, sagte er, und: „Die Stadt versteckt sich hinter dem Bezirksverband.“

Von Mario Moers und Conrad von Meding

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