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Aus der Stadt Hannovers Straßenbäume sterben ab
Hannover Aus der Stadt Hannovers Straßenbäume sterben ab
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20:24 15.09.2014
Von Andreas Schinkel
Sattes Grün - aber wie lange noch? Die Platanen am Altenbekener Damm. Quelle: Fuhrer
Hannover

„Das bereitet uns große Sorgen“, sagt der städtische Grünflächenpfleger Hanspeter Geiges. Fast zehn Prozent der rund 45.500 Straßenbäume gelten als „eingeschränkt vital“, wie aus einem Verwaltungsbericht hervorgeht. Die Stadt ersetzt daher heimische Bäume Schritt für Schritt durch robustere Arten aus Nordamerika, Südchina und dem mediterranen Raum.

Jeder Baum, der an einer Straße steht, ist Stress ausgesetzt. „Die Wurzeln bekommen meist zu wenig Luft und zu wenig Wasser, die Blätter zu viel Hitze“, sagt Grünpfleger Geiges. Auch Streusalz, das in den vergangenen Wintern wieder häufiger zum Einsatz kam, greife die Pflanze an. „Jede Baustelle im Umfeld von Bäumen kann Schaden zufügen“, sagt Geiges.

Hinzu kommen seit einigen Jahren die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen. Extreme Kälteperioden wechseln sich mit ungewöhnlichen Phasen von Hitze und Trockenheit ab. Das Klima in Hannover wird gewissermaßen kontinentaler. Dadurch verschlechtern sich die Lebensbedingungen für heimische Baumarten, sie werden schwächer und anfällig für Schädlinge. „In den letzten Jahren sind Pilze und Krankheiten verstärkt aufgetreten“, berichtete Geiges gestern im Umweltausschuss des Rates. Rosskastanien seien von der Miniermotte befallen worden, von Süddeutschland ausgehend breite sich das sogenannte Lindentriebsterben immer weiter nach Norden aus.

Eine Konsequenz aus den geschwächten und von Schädlingen geplagten Bäumen ist der klebrige Saft, der in manchen Straßen von Bäumen auf parkende Autos und Fahrräder tropft. Dabei handelt es sich um die zuckerhaltige Ausscheidung von Läusen. „Linden sind am stärksten vom Läusebefall betroffen, aber auch Eichen“, sagt Geiges. Das klebrige Ärgernis zeige, dass die Bedingungen für die Bäume „nicht optimal“ seien.

Schon seit 2005 testet die Stadt neue Baumarten. Im südlichen Teil der Vahrenwalder Philipsbornstraße hat die Stadt jetzt alle morschen Ahornbäume durch Ginkgo- und Amberbäume ersetzt. Der Ginkgo stammt aus China, der Amberbaum aus Nordamerika. „Insbesondere in Nordamerika finden wir interessante Arten, die an das kontinentale Klima mit seinen wechselhaften Bedingungen gut angepasst sind“, sagt Geiges.

  • Zahl der Bäume wächst: Die Menge der Straßenbäume hat sich seit 1990 um mehr als 13 000 erhöht. 2,6 Millionen Euro gibt die Stadt jährlich aus, um ihre Bäume zu erhalten. Eine halbe Million Euro kostet es, jedes Jahr neue Bäume zu pflanzen.
  • Zahl der Baumpaten wächst: Wie sehr den Hannoveranern das Stadtgrün ans Herz gewachsen ist, zeigt die steigende Zahl von Baumpatenschaften. 664 Bäume sind im vergangenen Jahr von 447 Paten gepflegt worden, ein deutlicher Anstieg gegenüber 2012. Die Sorge für den Baum geht vom Bepflanzen der Baumscheiben bis zu einer „ideellen Patenschaft“, wie Geiges sagt.
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