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Keine Angst vorm Krankenhaus

Klinik auf der Bult bietet Führungen an Keine Angst vorm Krankenhaus

Seit 35 Jahren bietet die Klinik auf der Bult bereits Führungen für Kinder an. Den jungen Patienten soll die Angst vor einem Klinikaufenthalt genommen werden. Außerdem wird den Kindern vermittelt, was im Notfall zu tun ist.

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Delian hört sein Herz ab und Alexa Völkers sieht ihm dabei zu.

Quelle: Foto: Katrin Kutter

Hannover. Klare Sache, beim Arzt war Delian schon mal. Flugs schiebt er seinen Pulli mit dem Minion-Motiv nach oben, damit Alexa Völkers das Stethoskop ansetzen kann.

Die Klinik auf der Bult bietet spezielle Führungen für Kinder an. Durch die Krankenhausbesichtigung soll ihnen die Angst genommen werden.

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Doch die macht gar nicht das, was der Arzt sonst immer macht. Ganz im Gegenteil: Delian darf sich die biegsamen Enden der Apparatur selbst in die Ohren schieben - nun kann er hören, wie sein eigenes Herz schlägt. „Das ist ja wie Musik, so Bumm, Bumm, Bumm.“ Der Sechsjährige ist begeistert.

Die 15 Mädchen und Jungen, die am Dienstag im Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult unterwegs waren, sind alle kerngesund. Weil sie aber auch mal richtig krank werden können, durften sie eine Probetour durch die Klinik machen. Seit 35 Jahren bieten Mitarbeiter für Kinder konzipierte Führungen an, die jungen Patienten die Angst vor einem Klinikaufenthalt nehmen sollen. „In der damaligen Kinderheilanstalt in der Ellernstraße haben wir damit begonnen“, sagt Alexa Völkers. Die Kinderkrankenschwester ist seit 2011 in Rente. Doch noch immer kommt sie regelmäßig bei ihrem früheren Arbeitgeber vorbei, um Kindergartengruppen die Klinik zu erklären. Auch Elsemarie Kocy-Königer und Lore Filewski gehören zum Team. Zwei- bis dreimal pro Woche sind sie gebucht - jedes Jahr führen sie rund 900 Kinder durch das Haus.

Die Kita Freibad Burgdorf gehört zu den Stammgästen. Delian und die anderen Vorschulkinder wissen schon eine ganze Menge. Dass man im Notfall die Nummer 112 anruft zum Beispiel. Oder dass man die Lunge zum Atmen braucht. Dass die Babys aus dem Darm kommen korrigiert Louis nach einer kurzen Bedenkzeit wieder. „Nein, natürlich aus dem Bauch.“ Spannend wird es, als Alexa Völkers Röntgenaufnahmen zeigt: „Das sind Bilder, auf denen man nur die Knochen sieht.“ Ganz andere Dinge sind manchmal auch zu entdecken. „Da ist ja eine Spange von Hello Kitty“, rufen Jana, Romy, Theresa und Emma wie aus einem Mund. Des Rätsels Lösung: Das Baby, dessen Bauch durchleuchtet wurde, hat den Haarschmuck seiner Schwester verschluckt. Die Kinder hören, dass die Spange den Körper auf natürlichem Wege wieder verlassen hat. „Das ist das Beste in so einem Fall“, sagt die Krankenschwester.

Dann wartet Akkordarbeit: Alle Arme schnellen in die Höhe, als sie fragt, wer gern einen Gipsverband hätte. Weil die Zeit drängt, gibt es für jeden nur eine Manschette ums Handgelenk. „Ich hatte schon mal einen echten Bruch, da kamen Stäbe in den Arm“, sagt John Luca. „Und ich hatte schon mal echtes Nasenbluten“, erklärt Alex in gewichtigem Ton.

Zum Schluss dürfen die gesunden Kinder die kranken Kinder besuchen. Mit sichtlichem Respekt schauen sie mucksmäuschenstill in eines der Zimmer und wünschen mit scheuen Blicken „Gute Besserung“. Nach der Tour durch die Klinik habe er keine Angst mehr, vielleicht auch einmal dort bleiben zu müssen, verkündet Delian. Und fast alle anderen kleinen Köpfe nicken dazu.

Über Termine informiert Lore Filewski unter Telefon 81 15 16 80 (montags bis mittwochs von 8 bis 13.30 Uhr).

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