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Klinik gilt als Umschlagplatz für Drogen

Suchtkranke Klinik gilt als Umschlagplatz für Drogen

Der Drogenhandel in der Klinik für Abhängigkeitskranke auf dem Kronsberg ist offenbar noch intensiver als bisher bekannt. Kenner der Szene berichten, die Einrichtung auf dem Gelände der ehemaligen Herrmannsdorfer Landwerkstätten sei bis vor Kurzem ein veritabler Umschlagplatz für Betäubungsmittel aller Art gewesen.

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Quelle: Christian Behrens

So seien nicht wenige Angehörige der offenen Drogenszene bewusst aus der Innenstadt in die zwischen Laatzen und Wülferode gelegene Klinik gefahren, um dort gezielt Suchtmittel zu kaufen oder zu verkaufen. Auch unter den Patienten, die sich im Schnitt drei Monate in der Einrichtung aufhalten, sei der Drogenhandel verbreitet. Es gebe Leute, „die als Kiffer in die Klinik gehen und als Junkie wieder herauskommen“, heißt es über Patienten, die erst am Kronsberg von leichteren Suchtmitteln auf harte Drogen umsteigen.

Seit Jahresbeginn hat die Polizei insgesamt sieben Verfahren gegen Patienten der Klinik eingeleitet, die gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen haben sollen. Allein im März gingen bei der Behörde Hinweise auf drei Patienten ein, die in der Klinik mit Drogen gehandelt haben sollen. Bei den Überprüfungen der Verdächtigten wurden die Beamten fündig. „Der Verdacht hat sich bestätigt. In allen Fällen haben wir Ermittlungsverfahren eingeleitet“, sagt Polizeisprecherin Martina Stern.

Der Klinikbetreiber, das hannoversche Suchthilfenetzwerk Step, und dessen Träger, der Paritätische Wohlfahrtsverband, räumen Probleme in der Klinik ein, warnen jedoch davor, diese überzubewerten. „Insgesamt ist die Situation keinen Deut anders als anderswo“, sagt Step-Geschäftsführer Heiner Peterburs. Die Klinik sei nicht überdimensioniert, es gebe auch „keine exorbitanten Rückfallszenarien“. Günter Famulla, Vorsitzender des Paritätischen Niedersachsen, verweist auf das offene Konzept der Klinik, das Rückfälle einkalkuliert. Diese müssten sich aber „in verantwortbaren Grenzen halten“. Mit den bekannt gewordenen Vorfällen werde man offen umgehen. „Wir haben nichts zu verstecken.“ Das niedersächsische Sozialministerium, das keine Rechts- oder Fachaufsicht über die Einrichtung hat, vertraut laut einem Sprecher darauf, „dass der Träger alle Anstrengungen unternimmt, eventuelle Missstände aufzuarbeiten“.

Die Deutsche Rentenversicherung, über die bis zu 60 Prozent der Patienten in die Klinik kommen, ist vom Konzept der Einrichtung „nach wie vor überzeugt“, wie Sprecher Wolf-Dieter Burde sagt. Dennoch werde man die Situation „im Auge behalten“, etwa durch verstärkte unangekündigte Besuche. Ein Hinweis der Versicherung war es auch, der bereits zur Verschärfung der Sicherheitmaßnahmen geführt hat. Seit Ende Februar hat Step Wachmänner auf dem Gelände installiert und die Kontrollen verschärft. Auch werden Patienten, die gegen die Regeln verstoßen, rigoroser der Einrichtung verwiesen.

von Felix Harbart und Sonja Fröhlich

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