So seien nicht wenige Angehörige der offenen Drogenszene bewusst aus der Innenstadt in die zwischen Laatzen und Wülferode gelegene Klinik gefahren, um dort gezielt Suchtmittel zu kaufen oder zu verkaufen. Auch unter den Patienten, die sich im Schnitt drei Monate in der Einrichtung aufhalten, sei der Drogenhandel verbreitet. Es gebe Leute, „die als Kiffer in die Klinik gehen und als Junkie wieder herauskommen“, heißt es über Patienten, die erst am Kronsberg von leichteren Suchtmitteln auf harte Drogen umsteigen.
Seit Jahresbeginn hat die Polizei insgesamt sieben Verfahren gegen Patienten der Klinik eingeleitet, die gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen haben sollen. Allein im März gingen bei der Behörde Hinweise auf drei Patienten ein, die in der Klinik mit Drogen gehandelt haben sollen. Bei den Überprüfungen der Verdächtigten wurden die Beamten fündig. „Der Verdacht hat sich bestätigt. In allen Fällen haben wir Ermittlungsverfahren eingeleitet“, sagt Polizeisprecherin Martina Stern.
Der Klinikbetreiber, das hannoversche Suchthilfenetzwerk Step, und dessen Träger, der Paritätische Wohlfahrtsverband, räumen Probleme in der Klinik ein, warnen jedoch davor, diese überzubewerten. „Insgesamt ist die Situation keinen Deut anders als anderswo“, sagt Step-Geschäftsführer Heiner Peterburs. Die Klinik sei nicht überdimensioniert, es gebe auch „keine exorbitanten Rückfallszenarien“. Günter Famulla, Vorsitzender des Paritätischen Niedersachsen, verweist auf das offene Konzept der Klinik, das Rückfälle einkalkuliert. Diese müssten sich aber „in verantwortbaren Grenzen halten“. Mit den bekannt gewordenen Vorfällen werde man offen umgehen. „Wir haben nichts zu verstecken.“ Das niedersächsische Sozialministerium, das keine Rechts- oder Fachaufsicht über die Einrichtung hat, vertraut laut einem Sprecher darauf, „dass der Träger alle Anstrengungen unternimmt, eventuelle Missstände aufzuarbeiten“.
Die Deutsche Rentenversicherung, über die bis zu 60 Prozent der Patienten in die Klinik kommen, ist vom Konzept der Einrichtung „nach wie vor überzeugt“, wie Sprecher Wolf-Dieter Burde sagt. Dennoch werde man die Situation „im Auge behalten“, etwa durch verstärkte unangekündigte Besuche. Ein Hinweis der Versicherung war es auch, der bereits zur Verschärfung der Sicherheitmaßnahmen geführt hat. Seit Ende Februar hat Step Wachmänner auf dem Gelände installiert und die Kontrollen verschärft. Auch werden Patienten, die gegen die Regeln verstoßen, rigoroser der Einrichtung verwiesen.
von Felix Harbart und Sonja Fröhlich
Kommentare
Klinik Kronsberg babe – 14.08.10
Hallo,also ich bin von der stationären therapieeinrichtung klinik am kronsberg sehr enttäuscht,denn mein mann ist dort hin gegangen um endlich suchtfrei leben zu können denn er hat sehr viel zu verlieren.Und er zieht es soweit alles durch weil es sein wunsch ist und er endlich sein leben in den griff bekommen wollte.Aber nein das läßt die Therapie nicht zu,denn sie werfen Ihn mal eben nach 7 wochen raus und dann auch nur weil es da Patienten gibt die diese chance nicht ernst nehmen in der klinik.Und meinem Mann werden sachen unterstellt was nicht dem entspricht.Und die Betreuer und terapeuten werfen Ihn nun raus.Mein mann und ich können das nicht verstehen und mein Mann ist mehr als fertig.Er hätte es verstanden wenn an allem etwas dran wäre aber er hat soweit gekämpft und wofür?für nichts.Er hat versucht mit den zuständigen zu reden aber die hören nicht mal zu und gehen der sache nicht nach für die klinik ist es am besten wenn sie die leute einfach raus wirft und sachen behauptet die nicht wahr sind.ich werde mich an die Staatsanwaltschaften wenden und nen anwalt einschalten denn es gibt noch mehr patienten die eifach so gehen mußten.Und wir lassen uns das nicht gefallen.Denn die man hängen lassen hatten die hatten alle pläne und auch familie und das wird mit einem unschuldigen rauswurf kaputt gemacht.So geht das nicht.Die klinik kassiert geld für diese Patienten und dann einfach vorbei. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenKronsbergklinik : Mücke zum Elefanten ? Anonym – 25.03.09
Wenn man die Kommentare zu den beiden Artikeln über die Kronsbergklinik genau betrachtet, ist die HAZ, meiner Meinung nach, leider über das Ziel hinausgeschossen.Sensibilisierung ja, aber nicht in dieser Form.
In der Mehrzahl der Kommentare berichten Patienten über gute Erfahrungen mit dem Aufenthalt und der Behandlung in dieser Klinik.
Davon wird in keiner Zeile der Artikel was erwähnt.
Es ist natürlich auch leichter, die Angst der Bürger zu schüren.
So eine Einrichtung ruft bei jedem, der nicht aus dem Fach ist, Unbehagen hervor.
Darum kann ich abschließend sagen, die HAZ hat aus einer (wahrscheinlichen) Mücke einen
Elefanten gemacht.
Den vermutlichen Imageschaden für die STEP kann keiner wieder gut machen.
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Dramatisch ... Anonym – 24.03.09
Es klingt alles viel dramatischer als es in Wirklichkeit ist.Die Presse bauscht hier etwas auf, was in jeder anderen Suchtklinik genauso zu finden ist, vielleicht nicht so sehr offen, wie es am Kronsberg geschehen mag, aber dennoch vorhanden.
Wie schon jemand schrieb, selbst in einem Hochsicherheitsgefängnis gibt es einen florierenden Handel mit Rauschmitteln. Wie soll dies in einer so derart Einrichtung verhindert werden?
Suchtkranke Menschen neigen nunmal zum Selbstbetrug und sie wissen sehr gut wie man anderen Menschen etwas vormachen kann.
Das Personal dort ist sehr gut ausgebildet und ist sich der Problamtik und auch dem problematischen Umgang mit der Thematik durchaus bewusst.
Das Therapiekonzept arbeitet bewusst ohne Zwang, sondern fordert zu selbsständigem und auch selbstbestimmten Handeln auf. Denn nur der der wirklich sein Problem erkennt und es bearbeiten will, hat die Chance es zu lösen. Und dieser Prozess ist bei den einen schneller Erreicht, als bei anderen.
Die Erfolgsquoten der Klinik bestätigen das laufende Konzept.
Bürger, sowie auch die Eltern der Kinder des angrenzende Pferdehof, brauchen sich keine Sorgen zu machen. Drogenabhängige bleiben unter sich, sie denken garnicht daran andere unbeteiligte mit ihren Suchtmitteln zu behelligen oder zu belästigen. Sie wissen sehr genau, das sie etwas illegales tun und dies läuft immer unter dem Deckmäntelchen der Verschwiegenheit ab.
Hier wird etwas hochgekocht, was meiner Meinung nach völlig unnötig ist. Sehr schade, das hier der Öffentlichkeit ein derart schlechtes Bild von einer Klinik gezeigt wird, die sich alle Mühe gibt, Abhängigkeitskranken Menschen einen Ausweg aus ihrer Situation zu bieten und sie versuchen wieder zurück in die Gesellschaft zu integrieren.
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Anwohner Franz – 24.03.09
Für mich als Bürger klingt das alles sehr dramatisch. Wenn mann bedenkt, dass sich in unmittelbarer Nähe Jugendeinrichtungen befinden, finde ich das Verhalten der Verantwortlichen schlimm. Finden denn keine Kontrollen statt, gibt es keine Regeln und ist das Personal so schlecht ausgebildet, dass es nicht erkennt wenn jemand voller Drogen ist? Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenklinik am kronsberg ollywood – 24.03.09
Ich war einer der Patienten der ersten stunde! Und bin auch kein Engel gewesen was Rückfaelle angeht..Da ich auch gerade aus dem gefüngnis entlassen wurde und nicht umschalten konnte, da ich eh von Natur aus ein Trickser bin!Doch heute mit etwas abstand finde ich es soo schade das dieses Konzept so ausgenutzt wird.Ich bin mitlerweile auch fast 15 Jahre auf Heroin und habe immer nur gehÖrt wie blÖd es doch sei diese KÄseglocke und der versuch den menschen zu brechen und dann neu aufzubauen, und das jetzige Konzept ist genau das was sich die süchtigen immer gewünscht haben um an ihren stÄrken zu Arbeiten und Realitäts nah an sich arbeiten zu können. Schade das diese leute die dort sogar dealen und andere anfixen den Süchtigen die möglichkeit geben genau das zu tuen.
Doch ein kretikpunkt habe ich sehr wohl...Es liegt nicht an der Klinik oder an der grösse, sondern es gibt einfach zu wenig Personal(Terapeuten) als anlaufstelle wenn man ein akutes problem hat!!! So oft habe ich erlebt das ich nötig ein gepräch gebraucht hätte, aber mit10-15 Patienten pro Terapeut ist das nicht möglich, da auch sehr viel hinter den kulissen statt findet was wir süchtigen so gar nicht mitbekommen!!!Wie berichte schreiben ,Gruppen vorbereiten ect.
Es ist unmöglich mit zu wenig Personal eine qualitative Terapeutische betreuung zu gewärleisten...Leute!!! dieses Konzept beruht auf sebstverantwortung!!!Versucht herrauszufinden was das für einen Süchtigen heisst...noch ein sprichwort was wie ich finde gut passt! Gott gebe mir die kraft und Mut dinge zu ändern, die ich ändern kann,die gelassenheit dinge hinzunehmen die ich nicht ändern kann, und die Weissheit das eine vom anderen zu unterscheiden!!! Wir können etwas ändern, wir müssen entscheiden zwischen Leben und TOT..
Das Leben kann sehr schön sein soweit ich mich erinnere.. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Klinik am Kronzberg Anonym – 24.03.09
Ich möchte auch was dazu sagen!Ich befinde mich seit Dez.08 hier in der Klinik und mir geht es gut.Ich hatte noch nicht einmal einen Rückfall gehabt und es liegt auch immer an einem selber.Wenn man nicht 101%Drogenfrei leben will,brauch nach meiner Meinug keine Therapie machen.Es muß bei einen "Klick" machen im Kopf,sonst nützt eine Therapie nix.Und ich weiß von was ich rede,da ich 20Jahre Drogenabhänig bin.Ich bin auch erst seit kurzen soweit eine Therapie ernsthaft zu machen.Und vorher hätte ich auch nie eine angefangen.Wenn ich all die negativen Schlagzeilen lese bekomme ich Wut,warum fragt man mich nichrt oder jemanden der es hier in der Klinik geschafft Drogenfrei zu werden?Dazu kommt noch,das ich auch eine der jenigen bin,die Therapie statt Strafe machen,aber ich kann auch sagen,das ich nicht hierher kommen wäre wenn ich nicht ernsthaft Therapie machen hätte wollen.Ich hätte auch kein Problem damit gehabt,meine Haftstrafe abzusitzen.Und nur weil hier viele mit demk §35/36 sind,heißt das nicht das es dann kein Wunder ist das hier soviel Kriminelle Handlungen statt finden,so ein Quatsch.Ich bin hier nicht einmal Kriminell geworden oder/und habe hier Drogen verkauft oder gekauft.Natürlich gibt es hier Drogen,das ist ja auch eine Drogenklinik und überall in jeder Drogenklinik werden sie Patienten finden,die Rückfällig gewesen sind.Es gibt keine Therapie wo es keine Drogen und keine Rückfälle gibt.Und wie gesagt das liegt an jeden Patienten selber,man drängt einen ja nicht die Drogen auf oder zwingt einen zum konsum,alles Quatsch.Uns da ich nun schon länger hier bin,kann ich auch sagen,dass ´wenn man Drogenfrei leben will,der schafft das auch.Und ich finde das dass hier,eine gute Gelegenheit ist zu lernen "Nein" zusagen sich "Abzugrenzen",sofern man Drogen in seiner Umgebung hat.Und wer das hier schafft,der schafft das dann auch draußen.Ich finde das nicht gut,das die Klinik dafür hinhalten muß,nur weil manche es nicht schaffen oder nicht schaffen wollen.Das die Klinik die Verantwortung mit trägt ist klar,aber nicht alleine sondern jeder Patient mit.Und was die dann daraus machen ist denn deren Ding,aber man kann nicht nur die Schuld bei der Klinik suchen.Und mal von ab,die Klinik hat Reagiert in dem die Sicherheits Leute hier eingestellt wurden u.s.w. Also, liebe Leute ,lasst die Klinik bitte Klinik sein und macht nicht so ein Drama daraus denn das ist es nicht. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldendrogenklinik junki xl – 24.03.09
Kommentar von HAZ.de gelöscht. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenIch bin froh das es überhaupt solche Einrichtungen gibt! Anonym – 24.03.09
Ich war von August bis Dezember 2008 in dieser Klinik und bin sehr froh diesen Schritt gemacht zu haben.Diejenigen die es dort nicht schaffen, werden auch im öden Alltagsleben nicht zurecht kommen.
Das man sich eine Drogenszene ins Haus holt, ist doch wohl logisch, wenn man bedenkt wer dort behandelt wird und welches Leben die Leute vorher geführt haben.
Ich finde es absolut ungerechtfertigt, diese Klinik derart an den Pranger zu stellen.
Ohne diese Klinik hätte sich in meinem Leben und auch in dem Leben vieler anderer nichts geändert und wir wären weiterhin in der Sucht gefangen.
Deshalb nochmal Danke und einen schönen Gruß an alle Mitarbeiter, die dort einen tollen Job abliefern.
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Drogen in der Klinik Tolmerakis, Konstantinos – 24.03.09
Es war die DRV, die große Kliniken wollte, einigen DRVs ist die Klinik am Kronsberg ja noch nicht groß genug. Es ist klar, dass eine Klinik mit so vielen patienten nicht drogenfrei zu halten ist. Das schaffen noch nicht einmal die Haftanstalten ihre Häuuser drogenfrei zu bekommen.In den früheren kleinen einrichtungen wwar es aufgrund der Beziehungsdichte möglich, diese weitgehend drogenfrei zu halten. Bei der Klinik am Kronsberg ist das unmöglich, außer man umzäunt sie mit Natodraht und stellt überall Wachtposten auf. Wer rein geht, muss sich einer Leibesvisitation unterziehen. Aber das würde sicher nicht reichen. Wer möchte in einer solchen Klinik Patient oder Mitarbeiter sein?
Der Rückfall gehört zur Suchterkrankung dazu. Früher wurden Rückfällige vor die Tür gesetzt, heute wird versucht, den Rückfall zu bearbeiten. Wer würde einen Diabetiker aus der Reha entlassen, wenn die Zuckerwerte plötzlich wieder hoch wären oder einen Herzinfarktpatienten, der wieder einen Infarkt bekommt?
Zurück zu den Drogeneinrichtungen: Früher scheiterten viele Patienten, wenn sie aus der schützenden Käseglocke entlassen wurden, heute - am Kronsberg - wird mit dem Rückfall gearbeitet. Als patient ist man jetzt besser auf dn Rückfall vorbereitet.
Möglicherweise kann im Detail am Kronsberg noch Einiges verbessert werden. Wer es nicht selbst erlebt hat, kann sich nicht vorstellen, wie eng oft die Gratwanderung zwischen Rückfall und Cleanbleiben ist, aber leider ist das so. Darum ist es so schwer von der Sucht loszukommen. Also muss man sich auch nicht wundern, dass es bei ca. 100 Patienten Rückfälle in der Behandlung gibt. Besser in der Behandlung als danach, wenn man wieder auf sich allein gestellt ist.
Leider gibt es bei der Drogensucht immer auch die Verbindung zur Kriminalität. Alle, die hier mit dem Zeigefinger auf diese Klinik zeigen, sollten sich mal überlegen, wie schwer es ist mit dem Rauchen aufzuhören. Das ist auch eine Sucht. sie ist nur nicht so moralisch belastet wie die Drogensucht. Einen Raucher, der rückfällig wird, verachtet man nicht, aber auf die Drogen- und Alkoholkranken wird immer so schnell mit dem Finger gezeigt - von denen, die nicht wissen, wie sehr die Sucht einen Menschen in der Hand hat, auch wenn er etwas anderes will. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Klinik gilt als Umschlagplatz für Drogen Anonym – 24.03.09
Als ehemaliger Patient der Einrichtung muss ich zu dem Artikel einfach einige Hintergrundinformationen liefern. Während meiner Behandlung in der Klinik gab es zwei Betreuungsformen.Stationärer Bereich : Patienten werden rund um die Uhr betreut, d.h. sie sind für einen gewissen Zeitraum in der Einrichtung untergebracht.
Tagesklinik : Patienten werden in der Regel von Montag bis Samstag tagsüber betreut.
Dies bedeutet Mo – Fr von 8.00 Uhr bis 16:30 Uhr Samstag von 8:00 bis 14:00 Uhr
Ich war in der Tagesklinik 17 Wochen in Behandlung. In der Klinik waren Patienten mit unterschiedlichsten Abhängigkeiten aufgenommen, wobei man die reinen Alkoholkranken an einer Hand abzählen konnte. Dazu gab es Patienten mit Alkohol- Medikamentenabhängigkeit und Patienten mit Alkohol / Medikamente / weiche und harte Drogen. Die letztere Gruppe stellte die Mehrzahl der Patienten.
Nun muss man sich auch im klaren sein, dass mit der Eröffnung der Klinik ein Markt für Suchtmittel auf einem konzentrierten Raum entstanden ist. Nicht alle Patienten hatten den Ansatz, sich mit der Suchterkrankung so auseinander zusetzten, wie es wohl wünschenswert war. Es ist auch nicht zu erwarten, das ein Patient, der Jahre oder Jahrzehnte von zig Drogen abhängig erkrankt ist, sich sofort in seiner Lebensweise ändert. Dazu kommen noch Patienten, die aus der JVA auf §35 eine Therapie in der Klinik bekamen. Hier sind die Lebensumstände noch ganz anders veranlagt.
In dem Zeitraum als ich am Kronsberg in Behandlung war, herrschten dort andere Regeln, als die Gesellschaft sie kennt. Gewalt und Diebstahl waren nicht selten. Das Eigentum anderer wurde nicht geachtet. Jeder versuchte halt sich selbst durchzuschlagen.
Es gab auch sehr viele Patienten, die ihrer Meinung nach keine Perspektive hatten, was nach der Therapie aus ihnen werden sollte. Keine Arbeit, keine Wohnung, und keine sozialen Bindungen waren hier ausschlaggebend.
Das unter diesen Umständen (dies ist nur ein kleiner Einblick in den Klinikablauf ) der Griff zum Suchtmittel den Patienten leichter fällt, als Abstinent zu bleiben, ist nachvollziehbar. Das Patienten das Suchtmittel in einer Behandlung wechseln (Joint zu Spritze) ist nichts neues. Hier spielt natürlich auch das Untereinander der Patienten eine Rolle. Es wird halt solange auf einen eingeredet und schön gemalt, bis man die neue Droge konsumiert. Damit hat sich der eine gleich wieder bei dem anderen einen neuen Markt eröffnet. Dies ist ein Merkmal einer Suchterkrankung, nicht ein Merkmal der Klinik.
Hier spielt es auch eine Rolle, das das Angebot an den Abenden und am Wochenende nicht gerade für die stationären Patienten ´abwechslungsreich´ war. Ich war froh, dass ich die Tagesklinik besucht habe. Bei einem stationären Aufenthalt, kann ich nicht sagen, wie ich mich verhalten hätte, wenn man mir Suchtmittel angeboten hätte.
Abschließend muss ich sagen, das man das Konzept der Klinik nicht verteufeln kann. Es ist gut, dass es ein Haus gibt, mit diesem Behandlungskonzept gibt. Die Begleitumstände, wie Beschaffung, Handel und Konsum kann man meiner Meinung nach eingrenzen aber nie verhindern können. Eine totale Überwachung würde die Probleme nur in andere Orte verlagern (Leine Center etc.). Was ich ändern würde, ist die Mischung der Patienten. Hier liegt das eigentliche Problem. Da es noch nicht genügend Kliniken mit diesem Konzept gibt, werden sich immer Patienten dieses Haus mit einem Hintergrund aussuchen : um in der Therapie zu konsumieren.
Wenn es gelingt, diesen Anteil zu reduzieren, wird sich auch die Situation am Kronsberg ändern. Das ist aber die Aufgabe der Kostenträger, solche Einrichtungen zu fördern. Gerade in der Suchttherapie gibt es immer noch sehr viele schlimme Ansätze der Behandlung von Suchtkranken, die das Gegenteil bewirken. Man wird noch ´kranker´ als man schon ist. Dies wird dadurch untermauert, das die Rückfallrate nach einer Therapie bei gut 90 % liegt.
Ich kann mich davon nicht ausnehmen, ich habe diverse Entgiftungen und zwei Langzeittherapien benötigt, um meine Suchterkrankung zum Stillstand zu bringen. Die Wendung in meinem Krankheitsverlauf hat der Aufenthalt in der Kronsbergklinik gebracht, ohne diesen wäre ich nicht da, wo ich heute bin.
Suchtmittelfrei. Seit Juni 2008.
Ich hoffe das bleibt auch so, denn diese Krankheit kann man nicht heilen, man kann sie nur anhalten. Man nimmt sie mit ins Grab und das Suchtgedächnis im Gehirn ist ein ständiger (böser) Begleiter, der Rückfall lauert an jeder Ecke.
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Drogen am Kronsberg digit – 24.03.09
Dass Junkies rückfällig werden und sich Drogen beschaffen, erschreckt nur mäßig. Aber haben sich die verantwortlichen bewusst gemacht, dass sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur 'Klinik' auf dem ehemaligen Gelände der Hermannsdörfer Werkstätten Reitsportanlagen befinden, in denen Kinder und Jugendliche eigentlich unbelastet und unbehelligt ihrem Sport nachgehen wollen ? Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenKommentar schreiben