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Pilzsammlerin stirbt in der MHH

Knollenblätterpilzvergiftung Pilzsammlerin stirbt in der MHH

Eine Pilzsammlerin ist in der Medizinischen Hochschule gestorben – sie hatte den hochgiftigen Knollenblätterpilz offenbar mit einem essbaren Pilz verwechselt. Sie kommt nicht aus der Region Hannover. Ein MHH-Sprecher betonte aber, dass es sich um eine deutsche Sammlerin gehandelt habe.

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Der Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) gilt als einer der giftigsten Pilze in Deutschland.

Quelle: dpa

Hannover. In den vergangenen Tagen war es immer wieder zu schweren Vergiftungen insbesondere von Flüchtlingen gekommen, weil Syrer aus ihrer Heimat und der Türkei einen sehr schmackhaften Pilz kennen, der dem hiesigen Knollenblätterpilz sehr ähnlich sieht. Die MHH hatte daraufhin in Kooperation mit dem Unterstützerkreis der Flüchtlinge eine Plakataktion in sieben Sprachen gestartet und das Informationsmaterial auch in Flüchtlingsunterkünften ausgehängt. Mit Erfolg, wie Professor Michael Manns, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, am Mittwoch miteilte.

Mit diesem Plakat warnt die MHH in sieben Sprachen vor den giftigen Pilzen.

Mit diesem Plakat warnt die MHH in sieben Sprachen vor den giftigen Pilzen.

Quelle: MHH

„Die Lage bei den vergifteten Flüchtlingen hat sich zum Glück entspannt“, sagt Manns: „In den vergangenen 48 Stunden mussten wir nur einen Flüchtling mit einer Knollenblätterpilzvergiftung aus einer anderen Klinik übernehmen.“ In der vergangenen Woche hatte es allein in einer Nacht 17 Fälle gegeben, insgesamt waren es mehr als 30 Fälle in Norddeutschland. Manns warnt aber vor trügerischer Sicherheit: „Knollenblätterpilzvergiftungen sind aber immer noch eine große Gefahr, es ist schließlich Pilzsaison.“

Der Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) gilt als einer der giftigsten Pilze in Deutschland und ist nach Angaben der MHH für 90 Prozent aller tödlichen Pilzvergiftungen verantwortlich. Besonders gefährlich ist, dass das Gift erst nach Stunden wirkt und sich zunächst in Übelkeit, Erbrechen und Durchfall zeigt, nach zwei Tagen aber vor allem die Leber so stark geschädigt haben kann, dass es zum Tod kommt.

Nach Aussage von MHH-Oberarzt Elmar Jaeckel konnte am Mittwoch eine Gruppe von sechs Flüchtlingen die MHH verlassen, die sich in Osnabrück mit dem Pilz vergiftetet hatte. „Fünf Patienten werden noch in der MHH behandelt, aber auch ihnen geht es den Umständen entsprechend gut“, betont Jaeckel.

Gift-Notrufnummer: Schnelle Hilfe bei Vergiftungen gibt das Giftinformationszentrum-Nord unter der Telefonnummer (0551) 192-40.

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