Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Großer Andrang bei Kofferversteigerung am Flughafen
Hannover Aus der Stadt Großer Andrang bei Kofferversteigerung am Flughafen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 17.04.2018
Großes Gedränge herrscht bei der Kofferversteigerung am Flughafen. Quelle: Mathias Klein
Anzeige
Hannover

 Ein klein bisschen ist ihm die Enttäuschung anzusehen. Gerade hat Lennart Pankow bei der Kofferversteigerung eine Reisetasche ersteigert. „Auf genau die hatte ich es abgesehen“, berichtet er, während er vor den Augen von zwei Freunden langsam den Reißverschluss aufzieht. Die Tasche sieht edel aus, schönes braunes Leder. Und sie war offenbar schon oft auf Reisen. 

Zur Galerie
Am Flughafen Langenhagen wurden Fundsachen versteigert.

270 Euro hat der 22-jährige Student für die Ledertasche bezahlt. Rund 220 „Objekte“, wie Versteigerer Ingo Oeßling sich ausdrückt, kommen an diesem Vormittag unter den Hammer. Darunter etwa 50 Koffer und Reisetaschen, alle werden verschlossen versteigert, die Bieter kennen den Inhalt nicht. 

Mehrere tausend Menschen sind am Vormittag zur Versteigerung auf den Flughafen Hannover-Langenhagen gekommen, rund drei Mal soviel wie im Vorjahr, wie Auktionator Oeßling berichtet. 940 Bieter hatten sich registrieren lassen. Außer Koffern werden auch technische Geräte angeboten, wie Smartphones, Fotokameras und mehrere Kettensägen. Erstaunlich oft bleiben auf den Kofferbändern Kinderkarren liegen. „Die werden wohl oft einfach vergessen“, sagt der Versteigerer. 

Als Oeßling die Tasche dann öffnet, können seine beiden Freunde ihr Lachen nicht unterdrücken. Neben zahlreichen Paaren Damen- und Herrensandalen liegen dort auch eine Dose Haarspray, Waschzeug, eine Geldbörse mit kleinen Münzen und eine kleine Tasche mit Kabeln. „Naja, der Inhalt ist nicht so toll“, gesteht sich Pankow ein. „Das ist eben ein Glücksspiel“, sagt ein Freund. „Aber trotzdem ist die Tasche selbst der Knaller“, sagt er. 

Lennart Pankow hat bei der Kofferversteigerung mitgemacht. Die erworbene Tasche gefällt ihm - mit dem Inhalt kann er hingegen nicht so viel anfangen. Quelle: privat

Pankow tröstet sich selbst. „Es ging mir ja um den Spaß“, berichtet er. Deshalb hatte er 300 Euro eingepackt. Außerdem fließt der gesamte Erlös, knapp 20.000 Euro sind es am Ende, an einen guten Zweck: Die Rettungshundestaffel Weserbergland mit zwölf aktiven Mitgliedern. 

Bis zu 500 Euro wurden für die Koffer geboten, das war vielen Interessenten dann doch deutlich zu viel. Zum Beispiel Gabi Weber aus Hannover. Die 49-Jährige Hannoveranerin hat sich einen Höchstbetrag von 50 Euro für einen Koffer gesetzt. „Ich liebe Überraschungen, den Inhalt verkaufe ich dann“, sagt sie euphorisch vor Beginn der Versteigerung. Dann merkt Weber aber schnell, dass das mit der Kofferüberraschung heute nichts wird. Die Erstgebote gehen bei 100 Euro los, wer einen Koffer unter 300 Euro bekommt, hat an diesem Tag schon fast ein Schnäppchen gemacht. 

Der Preis war Hartmut Jürgens und Bernd Frerichs eher egal. „Das ist das Geschenk für unseren Kumpel zum 60 Geburtstag“, berichtet Frerichs. „Was will man jemandem schenken, der schon alles hat“, sagen die Männer aus Seesen. Und so sei man auf die Idee mit der Versteigerung gekommen. 

Der Inhalt des kleinen Handgepäckkoffers für 300 Euro ist eher unspektakulär. T-Shirts, Hosen, Herrendeo, alles ordentlich gepackt. „Aber darum geht es ja gar nicht“, sagt Friedrich Petersdorf zu seinem Geburtstagsgeschenk. Er freut sich über den Ausflug mit seinen beiden Freunden, und dass das Geld für einen guten Zweck gut angelegt ist. 

Von Mathias Klein

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Was soll mit Chico passieren? Die HAZ-Leser diskutieren über die Zukunft von Staffordshire-Terrier-Mischling, der Anfang April zwei Menschen in einer Wohnung in Groß-Buchholz totbiss.

14.04.2018

Mehr als 13000 Zeitschriften und 5000 Bücher zum Thema Homosexualität hat Geschichtsforscher Rainer Hoffschildt in seinem Schwullesbischen Archiv in Hannover aufbewahrt. Auf einem Stadtspaziergang mit der HAZ findet er an allen möglichen Ecken und Enden Hannovers Spuren schwulen Lebens.

17.04.2018

Die Protec schafft ihre Kopfprämie für Schwarzfahrer ab. Zu Recht, denn die Zahl der Schwarzfahrer geht zurück, vor allem durch günstige Ticketangebote. Hier kann die Üstra noch mehr tun, meint HAZ-Redakteur Andreas Schinkel.

Andreas Schinkel 14.04.2018
Anzeige