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Aus der Stadt Wir Autofahrer haben es in der Hand
Hannover Aus der Stadt Wir Autofahrer haben es in der Hand
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00:15 14.11.2017
Von Conrad von Meding
In Hannover könnten Fahrverbote für Dieselfahrzeuge kommen. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Versagt haben sie alle: die Bundes- und die Länderebene bis hin zur Stadtspitze, von der betrügerischen Autoindustrie ganz abgesehen. Leidtragende werden alle diejenigen sein, die sich vor wenigen Jahren Dieselfahrzeuge mit grüner Plakette gekauft haben - im Vertrauen darauf, dass sie nun alles richtig machen. Seit der Ankündigung der ihrerseits seltsamen Deutschen Umwelthilfe, Hannover wegen schlechter Luft zu verklagen, drohen ihnen Fahrverbote. Es ist wie ein Stück aus dem Tollhaus: In einer auf schnelle und flexible Mobilität gepolten Gesellschaft werden künftig Tausende nicht mehr die Zentren der Städte fahren können.

Schuldzuweisungen helfen nun nichts mehr, genauso wenig wie nutzlose Versuche, die Suche nach Lösungen an andere zu delegieren. Der Oberbürgermeister fordert, die Autobauer sollten ihre Kunden entschädigen (aber das kann er nicht beeinflussen), das Land schiebt die Verantwortung an die Städte (und ist damit die Sorge los), der Bund traut sich nicht, die Autobranche ernsthaft in die Pflicht zu nehmen (dabei hat er mit mangelnden Kontrollen das Problem begünstigt).

Der bislang einzig halbwegs praktikable Vorschlag, Hannovers Luftqualität kurzfristig zu senken, kommt von den Grünen. Wenn jeder versuchen würde, an einem Arbeitstag pro Woche aufs Auto zu verzichten und seine Wege mit Bus und Bahn, Fahrrad oder zumindest Fahrgemeinschaft zurückzulegen, dann wäre die Luft schlagartig um bis zu ein Fünftel sauberer. Charmant an dem Vorschlag: Er funktioniert ohne Zwang und ohne staatliche Kontrolle, sein Erfolg hängt nur vom Verhalten jedes Einzelnen ab.

Dazu ist der Vorschlag nicht so lächerlich naiv wie der Glaube, Handwerker könnten in großem Stil auf Lastenräder umsteigen, der Radwegeausbau werde angemessen schnell Wirkung zeigen oder die E-Mobilität werde in absehbarer Zeit das Problem lösen. Alles gute Ideen, mehr eben nicht. Auch die blaue Plakette übrigens ist keine bürgernahe Lösung. Sie bedeutet quasi eine Enteignung Tausender Autofahrer über Nacht, deren noch junge Fahrzeuge nicht mehr stadtkompatibel wären. Die Lösung des Luftproblems haben kurzfristig nur wir Autofahrer in der Hand. Wie wäre es - an einem Tag in der nächsten Woche?

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