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Aus der Stadt Gratis-Kitas: Kostenfrei reicht nicht!
Hannover Aus der Stadt Gratis-Kitas: Kostenfrei reicht nicht!
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00:19 15.05.2018
Die Gratis-Kita kommt – aber viele Fragen sind noch offen. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa (Symbolbild)
Hannover

 Die Gratis-Kita kommt, für alle Drei- bis Sechsjährigen in Niedersachsen ab August. So viel steht fest – viele andere Fragen aber sind noch offen. Etwa die, was mit Kindern in dieser Altersspanne ist, die in der Tagespflege betreut werden. Werden auch für sie die Gebühren abgeschafft? Irgendwann in diesem Monat wollen Land und kommunale Spitzenverbände zu einer Einigung darüber kommen.

Die Landesregierung hat ihren Plan im Eiltempo durchgedrückt, allen Bedenken zum Trotz, die gerade vonseiten der Kommunalverbände kamen. Die Beitragsfreiheit war ein Wahlversprechen, mit dem Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zur Landtagswahl für seine Wiederwahl geworben hat. Ein teures obendrein: Bis zu 450 Millionen Euro kann das in den nächsten Jahren kosten. Geld, das man auch in die Qualität hätte investieren können, etwa in kleinere Gruppen.

Den Kitas hätte das gutgetan. Aber nicht sie werden entlastet, sondern die Eltern – auch die gut verdienenden. Auf die Kitas wiederum kommt jetzt ziemlich viel auf einmal zu. Dadurch, dass Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) Eltern mehr Mitsprache bei der Entscheidung über den Einschulungstermin einräumt, verlieren die Kitas ein Stück weit ihre Planungshoheit. Was ist, wenn Eltern erst spät entscheiden, ihre Kinder lieber doch nicht einzuschulen, der Platz aber schon einem anderen Dreijährigen zugesagt worden ist? Die Konflikte, die sich daraus ergeben können, müssen im Zweifel die Kita-Leitungen ausbaden.

Und damit nicht genug: Jetzt soll auch noch die vorschulische Spracherziehung in den Kindertagesstätten geleistet werden – von Kita-Mitarbeitern statt wie bisher von Lehrern. Verkehrt ist der Gedanke nicht, sind doch die Erzieher ihren Schützlingen am nächsten und wissen am besten um deren Defizite. Aber auch hier gilt: Gut gewollt ist noch lange nicht gut gemacht. Die Kitas bekommen das Projekt Sprachförderung aufgepfropft, obwohl schon jetzt erkennbar ist, dass bis zum Starttermin im August keinesfalls ausreichend Personal dafür zur Verfügung stehen wird.

Bildungspolitik wird so zum Verschiebebahnhof: Die Landesregierung gibt dem berechtigten Drängen der Lehrer nach und entlastet die Grundschulen. Sie verlagert damit aber einen Teil der Probleme an die Kita. Der Slogan „Bildung darf nichts kosten“, den SPD-Kultusminister Grant Hendrik Tonne immer noch gerne anführt, ist als ein Versprechen an die Bürger gedacht. Aber allein dadurch, dass man Bildung kostenfrei macht, hat man die Herausforderungen in der Bildungspolitik noch lange nicht gemeistert. Und das zeigt sich gerade in Niedersachsen.

Von Saskia Döhner

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