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Aus der Stadt Verstecken ist bei Bombenräumungen schwer zu ertragen
Hannover Aus der Stadt Verstecken ist bei Bombenräumungen schwer zu ertragen
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00:15 17.10.2017
Quelle: dpa
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Hannover

Weniger als vier Stunden hat die Entschärfung des jüngsten Blindgängerfunds in Vahrenheide gedauert, vom Ausrufen der Sperrzone um 20 Uhr bis kurz vor Mitternacht. Das mag lange klingen - ist aber ein erfreulicher Wert. Laut Feuerwehr gab es keine ernsthaften Komplikationen. Durchaus aber hätte die Entschärfung auch anders ausgehen und bis in die Morgenstunden dauern können. Nicht nur für die Sprengmeister birgt jede Bombe ein Risiko. Auch die Helfer wissen nicht, was sie erwartet.

In Vahrenheide ist ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Noch in der Nacht wurde er entschärft.

Rund 10.000 Menschen mussten am Mittwoch ab 20 Uhr mehr oder weniger spontan ihre Wohnungen verlassen, nachdem bei Bauarbeiten in der Ikarusallee eine Fünf-Zentner-Bombe gefunden worden war. 10 000 Menschen - das ist zunächst nur eine Zahl. Sie verrät nichts darüber, ob die Menschen problemlos mitmachen und ihre Wohnungen verlassen - und sie verrät nichts über die Motivation für Verzögerungen. Auch bei der aktuellen Evakuierung gab es Menschen mit Gehproblemen, es gab Überraschte und tatsächlich schlicht auch schlafende alte Menschen, die ihre Quartiere nicht so zügig verlassen haben, wie man sich das bei der Planung wünscht. Deshalb ist es gut, dass die Einsatzkräfte von Tür zu Tür gehen, klingeln und klopfen.

So lief die Entschärfung in Vahrenheide ab.

Schwer zu ertragen aber ist, dass sich jedes Mal einige Anwohner Feuerwehr und Polizei widersetzen, weil sie ein Versteckspiel daraus machen oder hinterher prahlen wollen, im Sperrgebiet geblieben zu sein. In Hannover erinnert man sich da jetzt immer an die Vorgänge von Badenstedt: Viele der 15.000 Anwohner weigerten sich im Juni, ihre Wohnungen zu verlassen. Es gab Scherzanrufe beim Servicetelefon und Laserpointer-Angriffe auf einen Polizeihubschrauber. Fast sieben Stunden dauerte damals die Entschärfungsaktion. Die Feuerwehr sah sich im Anschluss genötigt, renitenten Hausbewohnern künftig härtere Strafen anzudrohen.

Auch in Vahrenheide gab es anfangs Probleme. Die Bombe wurde zwar schon mittags gefunden, aber erst um 17 Uhr stand das Sperrgebiet fest und wurde später noch einmal aktualisiert. Viele beschwerten sich, zu spät von allem erfahren zu haben. Das sollte nächstes Mal besser funktionieren.

Immer wieder müssen in Hannover Fliegerbomben entschärft werden. Ein Überblick über die Bombenräumungen der vergangenen Jahre:

Doch die Vahrenheider ließen sich nicht beirren. Der weitaus größte Teil ist den Bitten der Einsatzkräfte gefolgt und hat so einen großen Anteil daran, dass alles relativ zügig ablief. Und auch die 600 Feuerwehrleute, Johanniter und Polizisten haben ihr Bestes getan. Vielen steckte noch der Großeinsatz nach Sturm „Xavier“ vor einer Woche in den Knochen.

Dieses Engagement auf beiden Seiten ist nicht selbstverständlich. Aber es ist ein gutes Zeichen für die nächsten Entschärfungen.

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