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Warum der Verlust von Hebammen eine Hiobsbotschaft ist

Kommentar zu Diakovere  Warum der Verlust von Hebammen eine Hiobsbotschaft ist

Fünf Hebammen verliert die Geburtshilfe von Diakovere gleichzeitig. Das ist nicht nur für Schwangere in Hannover ein Problem. Ersatz für die Fachkräfte zu finden, ist mehr als schwierig.

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Fünf Hebammen verliert die Geburtshilfe von Diakovere auf einen Schlag.

Quelle: Derlin

Hannover.  Fünf Hebammen verliert die Geburtshilfe von Diakovere auf einen Schlag – das ist zunächst einmal eine Hiobsbotschaft  für all die schwangeren Frauen aus der Region Hannover. Denn der Markt für Hebammen in Deutschland ist leer gefegt. Niemand weiß das besser als Diakovere. Dort hat man nach den Engpässen bei der Versorgung in dem Haus im vergangenen Jahr sogar schon im Ausland nach Hebammen gesucht – und die neuen italienischen Hebammen nicht nur in ein fremdes Gesundheitssystem, sondern auch in eine fremde Sprache einführen müssen. 

Auch wenn die Geschäftsführung bemüht ist, schnell für Ersatz zu sorgen – der Druck auf das verbliebene Personal in Henrietten- und im Friederikenstift ist erhöht. Reibungsverluste werden nicht ausbleiben.Die Kündigungen sind vor allem aber auch eine schlechte Nachricht, wenn man an das geplante Mutter-Kind-Zentrum denkt. Der evangelische Klinikbetreiber will Friederiken- und Henriettenstift unter einem Dach zusammenführen. Eine Geburtshilfe der Superlative soll direkt am Kinderkrankenhaus Auf der Bult entstehen. 35 Millionen Euro gibt das Land für den Bau des Klinikbetreibers, 15 Millionen steuert Diakovere aus dem eigenen Etat bei. Neun Kreißsäle und 41 Patientenzimmer mit 79 Betten sollen entstehen. Hinzu kommen zwei Operationssäle, in denen Neugeborene bei Komplikationen versorgt werden. Ausgelegt ist die Klinik auf bis zu 4500 Geburten jährlich – 500 Babys mehr, als bisher in den Diakovere-Kliniken zur Welt kommen.

Wie aber soll das Management einer solch riesigen Geburtsklinik funktionieren, wenn es schon jetzt in den bislang noch getrennten Häusern so hakt? Seit fast anderthalb Jahren schwelt dort ein Konflikt, der mit einer kurzfristigen Schließung der Kreißsäle im Level-1-Krankenhauses „Henri“ begann und zwischendurch zu einem kompletten Tausch der Hebammenteams an beiden Standorten führte. 

Wirklich gelöst ist er bislang nicht. Denn egal wie man die Kündigung der fünf Hebammen bewertet – ob als konzertierte Aktion gegen den Arbeitgeber oder als individuelle Entscheidung einzelner Mitarbeiterinnen –, Fakt bleibt: Diakovere laufen die Leute weg. Fünf Hebammen wollen in einer Zeit großen Personalmangels schlicht nicht mehr für Diakovere arbeiten, wie im Übrigen auch schon die fünf Hebammen nicht, die nach Informationen der HAZ Ende des vergangenen Jahres kündigten. 

Hebammen sind heute in der komfortablen Situation, dass ein Stellenwechsel völlig unproblematisch ist. Andere Kliniken werden sie sofort mit Kusshand nehmen. Der evangelische Klinikbetreiber muss deshalb noch entschiedener als zuvor Wert auf seine Mitarbeiterführung legen. Dazu gehören akzeptable Arbeitsbedingungen – auch unter großem Stress. Dazu gehört auch ein pfleglicher Umgang zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern. Gerade in einem christlichen Haus, das qua Anspruch die menschlichen Aspekte der Krankenpflege in den Vordergrund stellt, sollte das aber ja möglich sein.

Von Jutta Rinas

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