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Was soll man noch glauben?

Kommentar Was soll man noch glauben?

Die Begeisterung Stefan Schostoks für das Schützenfest ist so groß, dass er es in den Mittelpunkt der 775-Jahr-Feiern der Stadt stellen will. Aber verbindet das Schützenfest „Tradition und Moderne“ so gut, wie der Oberbürgermeister meint?  Ein Kommentar von HAZ-Lokalchef Felix Harbart.

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Quelle: Thomas

Hannover. Man kann es drehen und wenden, wie man will - am Ende verkünden die Veranstalter des Schützenfestes stets einen Erfolg. Selbst dann, wenn über weite Strecken gähnende Leere auf dem Platz herrschte, wie in diesem Jahr. Den erklärenden Satz von Festchef Klaus Timaeus dazu muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Entscheidend sei nicht, wie viele Gäste da seien, sondern, dass deren Augen leuchteten. Würde das zum Leitbild aller hannoverschen Veranstalter, die Stadt wäre um einige defizitäre Sausen reicher.

Dass die Wetterlage dem diesjährigen Fest zugesetzt hat, ist sicher richtig. Ebenso, dass nicht jedes Jahr ein Rekord aufgestellt werden kann und muss. Ärgerlich ist vielmehr, wie die Veranstalter damit in der Außendarstellung umgegangen sind.

 Mitte der Woche verkündete OB Stefan Schostok noch, gut 500.000 Gäste hätten das Fest bereits besucht. Wenig später, als das niemand recht glauben wollte, ruderte Schützenchef Paul-Eric Stolle zurück: Die Zahl sei vielleicht „ein bisschen hoch gegriffen“ gewesen. Was man also von der jetzt verkündeten Million halten soll? Nun ja.

Dennoch ist die Begeisterung des Oberbürgermeisters für das Fest so groß, dass er es in den Mittelpunkt der 775-Jahr-Feiern der Stadt im kommenden Jahr stellen will. Aber verbindet das Schützenfest „Tradition und Moderne“ tatsächlich so gut, wie Schostok meint? Lässt sich das Wesen Hannovers auf das Schützenfest reduzieren, wenn es darum geht, die Stadt als Ganzes darzustellen? Hannover hat zweifelsohne ein tolles Volksfest - und viele, viele andere Seiten.

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Abschlussbilanz
Foto: Am letzten Festsonnabend feierten noch einmal Tausende Menschen beim Schützenfest, insgesamt war das Fest aber deutlich schlechter besucht als noch 2014.

Die Million ist, angeblich, erreicht – doch dass die Schützenfest-Veranstalter die Besucherzahlen des Vorjahres (1,2 Millionen Gäste) lieber noch getoppt hätten, mochte niemand verhehlen. Trotzdem äußerte man sich zufrieden mit dem Verlauf der 486. Ausgabe.

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