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Kommt der Tunnel wirklich?

Umbau des Südschnellwegs Kommt der Tunnel wirklich?

Viele Anwohner sind schon jetzt begeistert über den Plan, den Südschnellweg in einen Tunnel zu verlagern. Die lärmende Hochstraße soll verschwinden und Platz für Grünanlagen machen. Die Finanzierung steht allerdings noch nicht. Ist das Projekt überhaupt bezahlbar?

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So könnte es nach dem Umbau der Schnellstraße aussehen.

Quelle: Animation

Hannover. „Das würde unseren Stadtteil sehr beruhigen“, sagt Dieter Walda, Bewohner eines Hauses an der Willmerstraße. Er plädiert dafür, einen möglichst langen Tunnel zu bauen, wie ihn der prämierte Entwurf der Berliner Architekten HoffmannLeichter vorsieht. Die Willmerstraße müsse dann zur verkehrsberuhigten Zone erklärt werden, meint Walda, dessen Urgroßeltern bereits in der Straße wohnten. An das Rauschen der Autos, die über den Südschnellweg direkt vor seinem Fenster fahren, hatten der 65-Jährige und seine Familie sich längst gewöhnt. Sorge hat er vor der langen Bauzeit. „Dann gibt es hier richtig Theater mit Schmutz, Lärm und Gestank“, befürchtet der 65-Jährige.

Die Südschnellweg soll aus- und umgebaut werden. Dafür wurde ein Ideenwettbewerb ausgerufen. Von 14 eingereichten Entwürfen wurden zwei mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Davon kommt einer aus Hannover und einer aus Berlin. Beide sehen eine Tunnellösung für den Südschnellweg vor. Den zweiten Platz belegt eine Bürogemeinschaft aus Hamburg und Berlin, die ebenfalls eine kombinierte Brücken-Tunnel-Lösung vorsieht. 

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In einem Ideenwettbewerb hatten 14 Architekten Entwürfe für den Umbau des Südschnellwegs vorgelegt. Zehn von ihnen schlugen vor, die marode Schnellwegbrücke über der Hildesheimer Straße abzureißen und die Strecke unterirdisch zu führen, in einem überdachten Trog. Zudem müssen drei weitere Brücken, die über die Leineaue führen, erneuert werden. Das gesamte Bauvorhaben verschlingt voraussichtlich einen dreistelligen Millionenbetrag. Die Kosten trägt der Bund, da es sich um eine Bundesstraße handelt. „Eine Vision kommt in die Realisierung“, sagte Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) bei der Vorstellung der Entwürfe.

Entwurf zum Tunnelbau der Berliner Architekten HoffmannLeichter

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Die CDU warnt vor verfrühten Jubelgesängen. „Noch hat der Bund die Zahlung der Kosten nicht zugesagt“, sagt Hannovers CDU-Chef Dirk Toepffer. Zwar hält auch er die Tunnelstrecke für eine gute Lösung, aber vermutlich sei sie nicht die kostengünstigste. „Die Kosten scheinen beim Ideenwettbewerb keine Rolle gespielt zu haben“, wundert sich Toepffer. Er wolle jetzt im Landtag um Aufklärung in dieser Frage bitten. „Bei den Diskussionen um einen Tunnel für die Stadtbahnen 10 und 17 hieß es immer, man müsse auf die Kosten achten“, sagt der CDU-Chef. Wenn jetzt der Bund zur Kasse gebeten wird, scheint Geld keine Rolle mehr zu spielen. Auch Wilfried Engelke, Chef der FDP-Ratsfraktion, bleibt skeptisch, ob die schönen Ideen am Ende umgesetzt werden. „Es ist schwer vorstellbar, dass der Bund das Vorhaben komplett bezahlt“, sagt er. Vermutlich werde das Bundesverkehrsministerium irgendeinen bautechnischen Haken finden, der die Pläne über den Haufen wirft. Tatsächlich hatte der Wettbewerb auch eine günstige Lösung hervorgebracht: Den Bau einer Brücke mit Lärmschutzwänden.

Entwurf der hannoverschen Bürogemeinschaft BPR

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SPD und Grüne halten das für puren Pessimismus. „Vertreter des Bundesverkehrsministeriums saßen doch in der Jury des Ideenwettbewerbs“, sagt Grünen-Baupolitiker Michael Dette. Das Gremium hatte sich einstimmig für die drei Siegerentwürfe mit ihren Tunnelvorschlägen entschieden. „Wir sollten uns jetzt alle dafür einsetzen, dass die Pläne so umgesetzt werden“, sagt Dette. Auch sein Kollege von der SPD, Ewald Nagel, glaubt, dass die Bundesbeamten die Pläne „wohlwollend“ prüfen werden.

In den kommenden Monaten beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe aus Vertretern von Stadt, Land und Bund noch einmal eingehend mit den Wettbewerbsskizzen. „Wir schauen uns auch die Pläne an, die nicht prämiert wurden“, sagt Jens Hanel von der Landesbehörde für Straßenbau. Möglicherweise werde man Elemente aus anderen Entwürfen verwenden und daraus mehrere Vorschläge für die Umsetzung erarbeiten. „Bis Ende des Jahres haben wir eine Variante vorliegen“, sagt Hanel. Regelmäßig trifft sich das Planer-Team mit Vertretern aus der Anwohnerschaft, dem Bezirksrat und Interessenverbänden. „Anregungen und Kritik sind jederzeit willkommen“, sagt Hanel. Nur die Tunnelvariante stehe nicht mehr zur Debatte.    

Von Andreas Schinkel
und Johanna Stein

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