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Aus der Stadt Kommt die Leine-Insel doch noch?
Hannover Aus der Stadt Kommt die Leine-Insel doch noch?
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16:22 05.06.2010
Von Conrad von Meding
Neue Persepektive: Beim Blick aus der Calenberger Neustadt Richtung Altstadt und Marktkirche (rechts das Schloss) würde im Gewinnerentwurf von KSW ein Neubau (links) die Verbindung der Stadtteile stärken. Der Duvebrunnen ist hier leicht nach Norden versetzt. Quelle: Handout

Eine breite, aber ganz flache Brücke schwebt am Beginenturm über der Leine, zurückhaltend sind einzelne Neubauten am Ufer geplant, aber auch großzügige Freiräume und ein zusätzlicher Uferweg direkt am Wasser: Mit seinem Entwurf „Auf alten Wegen zu neuen Ufern“ hat das hannoversche Planerbüro Kellner Schleich Wunderling (KSW) den Hauptpreis im bundesweit beachteten Stadterneuerungswettbewerb Hannover City 2020 gewonnen. Mit „einem Augenzwinkern“, wie Stadtbaurat Uwe Bodemann Sonnabendmittag bei der Präsentation der Pläne sagte, habe die Jury den Entwurf des Berliner Büros Sinai auf den zweiten Platz gesetzt – der Entwurf sieht eine Art Leineinsel am Friederikenplatz/Leibnizufer vor. Die Jury hatte im ersten Durchgang alle echten Inselentwürfe, die sich am historischen Vorbild orientierten, ausgemustert und damit teilweise heftige öffentliche Reaktionen ausgelöst. Der Sinai-Entwurf spielt intellektuell mit dem Insel-Gedanken, schlägt einen Wasserbogen auf hohem Niveau am Hauptstaatsarchiv vorbei und lässt das Nass erst auf Höhe des Duve-Brunnens mit einem Wasserfall ins alte Flussbett zurückfallen. Die öffentliche Debatte habe die Jury nicht unbeeindruckt gelassen, sagte Bodemann. Man wolle sich die Ideen des Sinai-Entwurfs offenhalten.

Auch bei den drei weiteren Stadträumen hat die Jury Erstplatzierte gekürt. Am Klagesmarkt setzte sich das Team Astoc (Köln) mit seinem Entwurf für zwei Baublöcke mit einem Hochhaus als Pendant zum DGB-Gebäude durch. Juryvorsitzende Undine Giseke lobte insbesondere die Platzfolgen, die zur Christuskirche hin entstehen könnten. Als Ersatz für den Wegfall des östlichen Klagesmarkts, der bisher oft als Veranstaltungsort genutzt wurde, entstünde bei Umsetzung der Ideen an der St. Nikolaikapelle ein Steinplatz, weil die Goseriede und der Kreisel völlig umgebaut werden sollen.

Am Marstall gewann Maxwan architects aus Rotterdam mit dem Entwurf für zwei Kopfbauten an beiden Platz-Enden und einem dazwischenliegenden Freiraum den ersten Preis. Im Bereich Köbelinger Markt/Lessingplatz/Trammplatz gelang Trojan+Trojan (Darmstadt) das Schaffen einer modernen Wohninsel am überzeugendsten.

Alle Entwürfe sind Grundsatzideen für die Planungen der nächsten Jahre. Finanziert werden soll die Umsetzung durch Verkauf von Grundstücken an Investoren. Stadtbaurat Bodemann stellt die Pläne Montagabend, 19 Uhr, im Sprengel Museum öffentlich vor. Am Mittwoch, 14 Uhr, eröffnet er eine Ausstellung mit allen 15 Beiträgen der zweiten Wettbewerbsphase in der Bauverwaltung am Trammplatz.

Die HAZ bringt in der Montagausgabe eine Sonderseite mit Detailinformationen zu den Entwürfen.

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