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Kommt doch die Mietpreisbremse für Hannover?

Steigende Immobilienpreise Kommt doch die Mietpreisbremse für Hannover?

In Hannover sind die Preise für Eigentumswohnungen seit 2008 um 40 Prozent gestiegen. Montag haben Experten im Auftrag der Bundesregierung ihre Prognose abgegeben: Der Kostenauftrieb geht weiter, ein Ende ist vor allem in Großstädten nicht absehbar. Nun wird über eine Mietpreisbremse für Hannover nachgedacht.

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Billiger wird es nicht: Neue Mietgebäude entstehen in der List (von links).

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Nach HAZ-Informationen erwägt das zuständige Landesministerium nun doch, auch für Hannover die Mietpreisbremse einzuführen. Eine offizielle Bestätigung gab es Montag nicht. Dafür aber kommt in Hannover Entlastung für Tausende Mieter mit kleinem Budget: Die Stadt kündigt an, dass das Wohngeld ab Januar um durchschnittlich 40 Prozent steigt. Von dem Zuschuss profitieren unter anderem Berufstätige, die von ihrem Gehalt ihre Miete nicht bezahlen können.

Lange Zeit galt der hannoversche Immobilienmarkt als entspannt, seit wenigen Jahren aber ziehen die Preise bei Neuvermietungen spürbar an. Das treibt auch die Kaufpreise in die Höhe. Nachdem sie von 2000 bis 2007 im Schnitt gesunken waren, steigen sie seit 2008 mit steiler Kurve wieder an. Karin Wolters vom Vorstand der Gutachterausschüsse, der jährlich alle Notarverträge prüft, kann noch keine verbindliche Prognose für 2016 abgeben. Aber eine Tendenz: „Der Trend setzt sich fort“, sagt sie und fügt an: „Die Preise steigen noch.“

Seit 2011 lässt die Region in Hannover und den Umlandkommunen einen offiziellen Mietspiegel erheben. Bis 2015 hatte er meist nur moderate Steigerungen ausgewiesen. Nun trifft sich im Januar die Kommission, die die künftige Fortschreibung des Mietspiegels begleitet. „Wir sind gespannt, was die nächsten Zahlen ergeben“, sagt Randolph Fries vom Mieterbund. „Es kann sein, dass jetzt auf einen Schlag ein erheblicher Anstieg registriert wird“, spekuliert Fries

Das Land beobachtet die Steigerungen genau. Die zuständige Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) hat bereits im Sommer in der HAZ angekündigt, dass sie die Mietpreisbremse in Niedersachsen einführen will - aber nur in einigen Städten mit besonderen Mietsteigerungen, und Hannover schien nicht dabei zu sein. Dem Vernehmen nach ändert sich diese Haltung aber gerade. Offiziell wollte sich niemand äußern, doch heißt es in der Wohnungsbranche, dass eine Mietpreisbremse auch in Hannover sehr wahrscheinlich werde. Die Landes-Investitionsbank N-Bank trägt derzeit alle Zahlen dafür zusammen, damit 2016 eine Verordnung zur Mietpreisbremse auf den Weg gebracht werden kann.

Zum Januar wird nun das Wohngeld angehoben, auch der Kreis der Bezieher wird erweitert. Zuständig ist der Bund, der nach sechs Jahren die Bedingungen für den Wohngeldbezug aktualisiert hat. Stadtsprecherin Konstanze Kalmus sagt, bisher bekämen rund 4000 hannoversche Haushalte Wohngeld, weil ihr Gehalt nicht für die Miete reicht, sie aber auch nicht Hartz IV oder Sozialhilfe oder ähnliche Leistungen beziehen. Wer jetzt schon Wohngeld bekommt, müsse keinen neuen Antrag schreiben, die Anpassung geschehe automatisch. Alle anderen können ihre Berechtigung von der Wohngeldstelle prüfen lassen, die ab Mitte Dezember in Sprechstunden Probe­berechnungen anbietet. Vor allem Rentner, deren Bezüge bisher knapp über der Grundsicherung lagen, könnten jetzt in den Genuss von Wohngeld kommen.

Auskünfte zum Wohngeld und Terminvereinbarung unter (05 11) 1 68 20 01.

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